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Dienstag, 03.07.2007

Ahnensuche im Internet

Vor einigen Tagen berichtete ich über Ahnenforschung mit Software und Internet.

Heute möchte ich einen kostenlosen Service vorstellen:

Geogan Onlinedienst

Mit dieser Online-Suche können Sie feststellen, ob und wo sich Ihr Familienname häufiger feststellen lässt, und zwar nach den aktuellen Telefonbucheinträgen in Deutschland wie auch in Österreich.

Interessant dazu ist ein Vergleich mit den Einträgen der Datenbank der Mormonen. Wenn Sie diesen Link verfolgen, können Sie sehen, wie ich schon in der Praxis bei den Mormonen meinen Familiennamen und Abwandlungen feststellen konnte.

Wenn Sie beide Ergebnisse, also aktuell und in grauer Vorzeit, vergleichen, können Sie die Wanderungsbewegungen Ihrer Vorfahren oder deren Verwandten feststellen. Vielleicht gibt es Gründe wie Hungersnöte, Glaubensfragen oder Beruf.



Donnerstag, 28.06.2007

Den Generationen auf der Spur

Woher komme ich, wer sind meine Vorfahren? Ahnenforschung liegt im Trend, benutzt Computerprogramme und Internetangebote als wichtige Werkzeuge. Doch längst nicht alle Hobbygenealogen sind bereit für digitale Hilfe.

können Sie in Stern.de lesen.

Ein interessanter Beitrag für alle, die sich für Ahnenforschung interessieren. Das ist nicht nur in alten Kirchenbüchern forschen, im Internet suchen, über Friedhöfe gehen. Nein - dieses Hobby bietet so vielfältige Abwechslung. Da stehen Ausflüge in Literatur, Musik, Geschichte, Religion, Gesellschaft und viele weitere Bereiche an. Spannend, diese "Randthemen" dann wieder auf den Punkt zu bringen.

Nebenbei ergeben sich Kontakte mit Menschen, die ähnliche Hobbys betreiben.

In eigener Sache: Da pausierte ich gut neun Monate seit meinem letzten Beitrag. Das war nicht ohne Grund. Ich werde darüber schreiben. Versprochen.

Montag, 02.10.2006

Dr. Sylvan Burgstahler


ist am 28. September 2006 verstorben.

Dr. Sylvan Burgstahler, 77, Professor Emeritus of Mathematics at UMD, passed away on Sept. 28, 2006 after a 12 year battle with cancer. Dr. Burgstahler was born in Corvuso, Minn., on Nov. 7, 1928 to Luke and Edna (Beihoffer) Burgstahler, but he grew up in Glencoe, Minn.

berichtet Duluth News Tribune

Eine Nachricht, die mich sehr traurig stimmt.

Seit 1998 stehen Sylvan und ich in intensivem Kontakt zur Erforschung der Familie Burgstahler. Es entwickelte sich daraus eine Freundschaft und ein intensiver Gedankenaustausch, nicht nur über Genealogie, auch über Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Philosophie und viele andere Themen.

Ich verliere einen guten Freund und werde ihn sehr vermissen. Obwohl ich von seiner Krankheit genau wusste, trifft mich der Tod von Sylvan ganz persönlich. Vor zwei Wochen schrieb mir Sylvan noch eine letzte Mail, die ich ihm auch noch beantwortete. Wir standen uns gedanklich sehr nahe und drückten solche Empfindungen offen aus.

Von Sylvan lernte ich sehr viel zum Thema Genealogie und besonders zur Erforschung der Familie Burgstahler. Durch sein Buch wird er einem Andenken über viele Generationen der Familie gewiss sein. Es ist schön zu wissen, dass Sylvan auch noch die vermutliche Lösung des Geheimnisses um unseren Urvater Simon erfuhr.

Meine Gedanken und tiefe Anteilnahme gelten Janice und der Familie.


Donnerstag, 31.08.2006

Software-Test MacStammbaum


Da ließ ich doch gut drei Monate nichts hören (oder schreiben). Das hat natürlich auch Gründe. Der Super-Sommer (im August war es natürlich nichts). Der Job - muss auch getan werden. Viele Freizeitaktivitäten. Na ja - eben, was in der schönen Jahreszeit so ablenkt.

Nun möchte ich einmal über eine gelungene Software für die Ahnenforschung berichten. MacStammbaum. Ein Programm, wie der Name schon vermuten läßt, für den Mac. Sie können eine Demo testen. Voraussetzung ist ein Mac, geht auf PC nicht. Aber für PC gibt es wirklich genügend Ahnensoftware.

Ich testete dieses Programm einmal ausgiebig in der Praxis. Bis jetzt 930 Mitglieder der (historischen) Familie seit ca. 1630 erfasst. Das werden in der Gesamtheit gut 3.500 bis 4.000. Mal sehen, bis wann ich die alle "reingeklopft" habe.

Das Schöne: es gibt Strukturen und Ordnung. Aber das können Sie selbst leicht testen. Und der Preis ist äußerst günstig für die Leistung, die dahinter steckt und sich dem Anwender bietet. Für mich war es noch günstiger: ein Geschenk von meinem Sohn zum Geburstag.

Wer die Fleißarbeit dann einigermaßen vollendete, kann die Daten online stellen - ein Klick genügt (Homepage vorausgesetzt).

Der Herbst naht. Die Tage werden kürzer, die Abende länger. So hoffe ich, wieder an der Ahnenforschung weiter zu arbeiten und wieder einige Beiträge, hoffentlich auch Fortschritte, zu veröffentlichen.

Helfen Sie einfach mit, wenn Sie etwas zu meinem speziellen Anliegen oder auch allgemein zur Ahnenforschung wissen.

NS: blogg.de kämpft augenblicklich mit Problemen durch große Spammangriffe. Die Kommentare wurden/werden deshalb vom Anbieter vorübergehend abgeschaltet. Wenn Sie mich erreichen möchten, schauen Sie ins Impressum. Die Mailadresse ist dort auch "zerlegt" (wegen Spamm-Robots).

Samstag, 03.06.2006

Des Rätsels Lösung? (2)

schrieb ich noch vor einer Woche:

Die Freude wird noch größer: Das Kirchenbuch von Köstendorf reicht bis 1592 zurück. Allerdings nur die Sterbeeinträge. Das seien pro Jahr um die 1000 Personen gewesen. Das wird eine Fleißarbeit. Offensichtlich ist der Zutritt ins Archiv auch nicht so einfach.

Die Daten relativieren sich doch wieder, wenn man etwas weiter im Internet forscht. Zu den Kirchenbucheinträgen gibt das Archiv der Erzdiözese Salzburg eine doch günstigere Auskunft, nämlich auch die Tauf- und Trauungseinträge ab ca. 1600.

Auch die Sterbeeinträge pro Jahr schienen nicht ganz schlüssig. Nach der Ortsdatenbank Österreich von 2001 zählte Köstendorf 2.453 Einwohner und Helming 229. Und wenn man nun ins 17. Jahrhundert zurück schätzt, dürfte die Einwohnerzahl jeweils nur 10 bis 30 % der heutigen Zahl entsprechen.

Nachdem die Kirchenbucheinträge alle als Mikrofiches vorliegen, dürfte die Suche auch in verschiedenen Jahrgängen ab ca. 1600 bis 1670 durchaus machbar sein. Und die Suche innerhalb der Mikrofiches ist gebührenfrei.

Große Preisfrage: Wer schaut? Für mich sind es ca. 800 km. Etwas weit, um so gschwind mal schauen. Vielleicht ist jemand anderes aus der großen Familie schneller.


Donnerstag, 01.06.2006

trackback-spamm tschüss

heute Nacht war es mal wieder besonders schlimm. Im Mail-Eingang fanden sich 159 Zugänge. Fünf waren übliche Werbespamms, der Rest über meine Bloggs als Trackback-Spamm.

Darauf war ich schon etwas vorbereitet. Die Trackback-Spamms werden per Mail von blogg.de zugeleitet. Zwischenzeitlich legte ich ein intelligentes Postfach an, das diese Mails separiert und damit mit einem Klick gelöscht werden können. Möglicherweise verschwindet damit auch ein "echtes" trackback. Tut mir leid, auch das wird gelöscht. Zwischenzeitlich ist die trackback-Funktion in Bloggs ohnehin fragwürdig, nachdem auch bei anderen Blogginhabern diese Welle überschwappt und kaum mehr genutzt wird.

Leider war blogg.de bisher nicht in der Lage, diese Funktion abzustellen. Aber ich! Zumindest wird dieser Dreck im Blogg nicht mehr angezeigt. Ist eh Schrott und Spamm.

Mittelfristig denke ich aber doch darüber nach, meine Bloggs "umzuziehen", wenn sich blogg.de nichts einfallen lässt, so z.B. die Kommentarfunktion nur über Login zu nutzen. Dies ist zwar eine "Hemmschwelle" für Kommentareinträge, aber anders nicht mehr zu akzeptieren.

Montag, 29.05.2006

Des Rätsels Lösung?

Zumindest scheint wieder ein neuer Lichtblick gegeben.

Auf meinen Hilferuf der "Übersetzung" des Kirchenbucheintrages kam einige Resonanz. So bekam ich schon im letzten Frühjahr Hilfestellung zur Schriftdeutung, hier und hier.

Diese Erkenntnisse tauschte ich mit meinen Verwandten und befreundeten Ahnenforscher aus. Leider kam ich mit diesen Erkenntnissen bisher nicht weiter.

Gestern überraschte mich Dr. Ralf Burgstahler mit einer Neuigkeit per Mail. Von der Mormonenforschungsstelle in Oberösterreich erhielt er entscheidende Hinweise.

Der Text des Kirchenbucheintrages (Hochzeit von Simon in Spöck bei Karlsruhe)

wird wie folgt gelesen:


Trauung Burgstahler 1697
Den 26. 8bris [= octobris = Oktober] seind copulirt worden Simon Burgstahler, Schmid-handwercks, Benedict Burgstahlers burgerlichen Innwohners [= nur Bewohner und nicht Besitzer oder Eigentümer eines Hauses] in dem Saltzburgischen zu Helming [Weiler in Gemeinde u. Pfarre Köstendorf] nachgelaßener Sohn und Anna Catharina, Johann Georg Nagels gewesenen Burgers allhier nachgelaßene Wittwe.



Zum Ort Helming, Pfarre Köstendorf am Wallersee, etwa 25 km nordöstlich von Salzburg. Ralf verglich nochmals das Wort im Kirchbucheintrag vergößert mit entsprechenden Computerschriften. Hier das Ergebnis:



Und auch das Telefonbuch verglich er, zugleich anhand des Kartenausschnitts visuell:



Die Kreise stellen heute eingetragene Familiennamen Burgstaller dar.

Die Freude wird noch größer: Das Kirchenbuch von Köstendorf reicht bis 1592 zurück. Allerdings nur die Sterbeeinträge. Das seien pro Jahr um die 1000 Personen gewesen. Das wird eine Fleißarbeit. Offensichtlich ist der Zutritt ins Archiv auch nicht so einfach.

Dafür setzen wir nun auf die Namensträger Burgstaller im Umkreis von Köstendorf oder Flachgau oder Salzburg. Vielleicht kann uns einer dieser (vermutlich um sechs Ecken mit uns) Verwandten helfen, dem Rätsel noch weiter auf die Spur zu kommen. Und wenn einer der "Angesprochenen" dies lesen sollte: Wir wären schon dankbar, wenn Sie uns kurz per Kommentar oder Mail Hinweise geben würden.

Donnerstag, 25.05.2006

technischer Hinweis (2)

Die Idee, einzelne Beiträge offline zu stellen, erwies sich als zwecklos. Die trackbacks kamen trotzdem weiter, und zwar in einer Endlosschleife, immer mit der gleichen Uhrzeit. Da scheint irgend ein Computer infiziert und laufend diesen Dreck auf meine Bloggs zu schleudern.

Auch von blogg.de kam auf meine Hilfeersuchen keine Meldung. Aber vielleicht gingen sie unter. Von blogg.de erhielt ich heute Nacht wieder über 70 Mails, gestern im Laufe des Tages eben so viele.

Heute werde ich nochmals alle trackbacks löschen und die Mails von blogg.de küntig in ein separates Postfach leiten. Dann können sie mit einem Klick alle gelöscht werden. Dabei gehen mir vielleicht auch ?echte? Kommentarhinweise verloren. Diese sehe ich dann nur in den Bloggs selbst. Damit behalte ich wenigstens die Übersicht über meine sonstigen Mails, die mich interessieren.

Was mir nicht klar ist, weshalb blogg.de nicht einfache ?Sperren? einbaut, so wie sie bei Dr.Web Weblog bzw. in der Diskussion beschrieben sind.

Mittwoch, 24.05.2006

technischer Hinweis

Für einige Zeit nehme ich hin und wieder einige Artikel heraus und stelle sie offline, zu einem späteren Zeitpunkt gern wieder online.

Grund sind ungewöhnlich große Trackback-Spamm-Übergriffe, die nicht nur im Blogg erscheinen, auch meine Mails kräftig anschwellen lassen. Das stört natürlich bei der Arbeit.

Leider ist Blogg.de augenblicklich nicht in der Lage, dieses Übel zu bekämpfen, obwohl ich schon bat, für einige Zeit die Trackbackfunktion einzustellen.

Nico Lumma als Geschäftsführer von Blogg.de mit seinem Blogg Lummaland lässt dort die Trackbacks auflaufen. Ich nicht. Da kann kein Mensch mehr "echte" Kommentare und "Dreckback" unterscheiden.

Freitag, 10.03.2006

die Burgstaller vom Purckhstall in Kärnten

sind wohl der urkundlich am weitesten zurückliegend nachgewiesene Familienstamm mit diesem Namen.

Wie ich schon früher schrieb, gibt es in Österreich diesen Familiennamen regional unterschiedlich verteilt. Nicht alle Stämme sind miteinander blutsverwandt.

Vor einiger Zeit schrieb mir Arndt Burgstaller aus Döbriach am Millstätter See in Kärnten. Er konnte meine bisherige These und Recherche soweit bestätigen.

Seine Ahnherren lassen sich bis ca. 1470 nachweisen. Sehen Sie selbst, wenn Sie hier bei der Datenbank der Mormonen mit dem vorbereiteten Link klicken. Das ganz besondere daran ist, der Spitzenahn ist nicht Kärntner (bzw. Österreicher), sondern ein Deutscher, genauer gesagt ein Franke aus Bad Neustadt an der Saale (oder dem nächsten Umfeld).

Arndt schrieb mir, und belegte dies auch mit einem Auszug aus einer sehr umfangreichen Familienchronik. Der selbige Burgstaller nannte sich Burgstaller vom Purckhstall im Unterschied zu den schon in nächster Umgebung am Millstätter See sesshaften Burgstaller. Denn der Name ist dort mehrfach von lokalen Namen (also Höfen, Bergen, Flüssen etc. mit der Bezeichnung Burgstall oder ähnlich) abgeleitet.

Arndt und ich bzw. seine und meine Vorfahren dürften vermutlich nicht miteinander verwandt sein. Allerdings ist noch ein "Zipfele" Hoffnung denkbar.

Dazu schrieb ich auch schon den Ansatz einer These:

? So möchte ich einfach aus der schon langen Arbeit der Ahnenforschung aufzählen. Die Reihenfolge ist zufällig:

Frau Sonja Burgstaller in Ranten, dazu die Schwiermutter Frau Maria Burgstaller in Murau sowie Pfarrer Wonisch in Ranten (die Kirchenbücher gehen wohl nur bis 1680)?


Frau Maria Burgstaller in Murau erzählte mir, ihr Mann und seine Vorfahren hätten nie viel zu ihrer Abstammung erzählt. Aber sie wisse, die Männer seien aus Kärnten zugewandert.

So hatte ich doch auch bei den Mormonen einen Simon Burgstaller, geboren 1643 in Ranten, herausgefunden, der durchaus der Vater unseres Simons, geboren ca. 1668, sein könnte. Und die erstgeborenen Söhne erhielten meist den Vornamen des Vaters.

Die Informationen von Arndt muss ich noch weiter anschauen, mit meinen Unterlagen vergleichen und eben auch in weiteren Quellen recherchieren. Zunächst an dieser Stelle an Arndt einen großen Dank nach Kärnten.

Update 17.10.06
momentan können Sie diesen Artikel nicht kommentieren. In letzter Zeit häuften sich Spamms durch Robots, so dass nur das Abschalten der Kommentarfunktion für diesen Beitrag blieb.
Wenn Sie dennoch etwas dazu schreiben möchten, senden Sie mir bitte ein Mail (siehe Impressum), dann kann ich das "händisch" einordnen.

Sonntag, 08.01.2006

Ahnenforschung bedarf ständiger Recherchen ?

? nicht nur die Einsicht von Kirchenbücher. Auch allgemein durch Besuch von Museen und Ausstellungen können Zusammenhänge erkannt und ergänzt werden.

Gern weise ich auf die noch aktuellen Ausstellungen hin:

Zuwanderungsland Deutschland

Die Hugenotten

Migration 1500 bis 2005

zu sehen in Deutsches Historisches Museum in Berlin - sehr empfehlenswert.




Dabei lohnt auch, die Archiktur von Ieoh Ming Pei auf sich wirken zu lassen.

Sonntag, 25.12.2005

Die Suche nach dem Weihnachtsahn

Ein Oxford-Professor will den Urvater der britischen Familien Christmas aufspüren

Bryan Sykes glaubt nicht, dass er am Ende seiner Suche auf einen Alten mit Rauschebart stoßen wird. Der Professor der University of Oxford spürt »Father Christmas« nach ? dem Urahnen aller Familien namens Christmas. Und zwar mittels Genanalyse.

schreibt Jana Schlütter in DIE ZEIT.

Donnerstag, 15.12.2005

diese hübsche junge Frau



stellt meine Mutter dar. Auf dem Bild dürfte sie ungefähr 18 Jahre alt gewesen sein. Das muss ich noch genauer recherchieren.

Das Bild war mir bis heute nicht bekannt. Ich bekam es im Sommer von Friedel Endress (heute Kimmig) in Kehl.

Zu diesem Besuch, der natürlich auch mit unserem Simon zu tun hat, werde ich zwischen den Feiertagen einen Beitrag schreiben.

Dienstag, 15.11.2005

Burgstaller und Burgstahler auch in der Schweiz

Über die Herkunft des Familiennamens Burgstaller in der Schweiz schrieb ich schon an vielen Stellen. Speziell zu den Namensträgern im Toggenburger Land und Gebiet St. Gallen hier.

Soweit so gut. Ich ging bis jetzt immer davon aus, die Schweizer Namensvettern schrieben sich auch mit 2 LL (Burgstaller) wie die Österreicher.

Nun sandte mir dieser Tage Frau Bernadette Grob aus Uznach in der Schweiz (im Kanton St. Gallen zwischen Zürichsee und Walensee) freundlicherweise eine Mail:

? da ich gerade die pfarrbücher meiner heimatgemeinde uznach transkribiere, ist mir der name burgstaller natürlich sofort ins auge gestochen. so habe ich die einzelnen, in diesen büchern gefundenen auszüge ihnen kopiert und hier beigefügt ?

Sicher erfreute es mich, dass hier eine Ahnenforscherin an mich dachte. Natürlich war mir der Familienname Burgstaller in der Schweiz geläufig. Bei genauem Hinsehen entdeckte ich allerdings die Schreibweise Burgstahler mit "HL". Das sehe ich zum ersten Mal in der Schweiz. In einem Dialog mit Frau Grob stellte sich heraus, dass die Pfarrer seinerzeit phonetisch schrieben (anders die Österreicher, sie sprachen wohl Burgstahler, schrieben jedoch Burgstaller).

Und hier die beiden wesentlichen Kirchenbucheinträge:






Nochmals herzlichen Dank an Frau Grob und ein Grüzi in die Schweiz.


Update 16.11.05: Frau Grob ist zwar Uznacherin, also dort geboren, wohnt nun in Wädenswil. Wenn Sie mit ihr zu Uznach oder genealogischen Fragen kontakten möchten, schreiben Sie ihr eine Mail.

Dienstag, 11.10.2005

Das Edikt von Potsdam

Da erwähnte ich vor fast einem Jahr einmal kurz das Edikt von Potsdam.

Auch heute noch sind die Auswirkungen in Potsdam anzutreffen. Nicht nur Hugenotten kamen, auch weitere Glaubensflüchtlinge, so auch aus Österreich. Aber nicht nur Glaubensflüchtlinge wurden angeworben. So auch Holländer und Siedler aus Böhmen. Zeugnis zeigen immer noch das historische Holländerviertel in der Altstadt wie das Weberviertel in Babelsberg.

Auch heute zeigt diese Stadt wieder ihre Reize und gewinnt neue Einwohner. So zieht es auch meine Frau und mich aus dem südlichen Stuttgart für eine längere Zeit in den Norden.

Mal sehen, was ich da zur Ahnensuche finden kann.

Dienstag, 06.09.2005

es gibt mich noch ?

? und wie!

Bin weder in Urlaub verschwunden noch in Rente. Ganz im Gegenteil. Die Arbeit und eine besondere Aufgabe schluckt augenblicklich mein gesamtes Zeitbudget.

Aber ich verspreche, sobald diese Aktion fertigt ist, melde ich mich wieder regelmäßig mit aktuellen Beiträgen. Kann allerdings noch ein paar Wochen dauern.

Solange gibt es aber viele Beiträge im Archiv zu stöbern.

Freitag, 03.06.2005

Mein Name ist Hase: Meine Vorfahren galten als furchtsam und scheu

Was sagt der Name?

schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT

"Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts!" Diese, übrigens auf einer wahren Begebenheit beruhende, Redewendung hätte sicher nicht so eine Verbreitung gefunden, wenn nicht zwei Dinge in ihr zusammengekommen wären: die Häufigkeit der Hasen-Namen und die in diesen Namen oft vorhandene abschätzige Bedeutung, die die Furchtsamkeit des Hasen hervorhebt.

hier können Sie diesen Artikel vollständig weiterlesen.

Sonntag, 15.05.2005

Burgstahler in Frankreich (3)

diesen Auszug des Stammbaum der Burgstahler in Frankreich sandte ich mit dem Mail an Herrn Balla


(Quelle: Burgstahler Family in Europe, America and Australia, Sylvan Burgstahler, Duluth, Jun 2000) zum Vergrößern bitte anklicken


Herr Balla sandte mir umgehend diesen Hochzeitseintrag:

(Quelle: Charles Balla, Bischheim bei Straßburg, Mai 2005) zum Vergrößern bitte anklicken

dazu folgendes Mail (in Teilen wieder gegeben):

?Ich bin 84 Jahre alt, schon 59 Jahre glücklich verheiratet und bin noch einigermassen gesund.

Ich beschäfftige mit Généalogie seit etwa 15 Jahre. Meine Arbeit besteht aus der Ausschlachtung ( dépouillement ) der Kirchenbücher von Gemeinden, das heist die Periode von dem 17ten Jahrhundert bis zur Révolution Française 1792. So bin ich nun an dem dépouillement meines 23ten Dorfes angekommen.

Der Text der Hochzeit des Chrétien BURGSTAHLER mit Ursule MULLER ist sehr blass und schwer leserlich.
Ich habe ihn etwas verbessert und ich wünche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.?



Da kann ich nur sagen: Tausend Dank, ein richtiges Geschenk für Ahnenforscher. Dazu noch einen großen Respekt: Mit 84 Jahren noch so "locker" durchs Internet surfen.

Herr Balla bemerkte richtig: der Text ist schwer zu lesen. Was mir gleich auffiel: Der Name Burgstaler ist mit einem "L" geschrieben, auch der des Vaters Georgy (daraus wurde später wohl "HL", wie bei unserem Simon). Die weiteren Teile kann ich noch nicht klar entziffern. Dazu muss ich mir das Originalfile in Ruhe nochmals anschauen. Vielleicht kann mir auch ein geneigter Leser noch etwas behilflich sein.

Burgstahler in Frankreich (2)

natürlich schrieb ich Herrn Balla gleich zurück und bedankte mich für den außerordentlich wichtigen Hinweis. Wie es bei Ahnenforschern üblich ist, informierte ich zugleich über unseren Wissensstand und sandte zugleich einen bisher erstellen Stammbaum:

Sehr geehrter Herr Balla,

Ihre Mail heute Morgen überraschte und erfreute mich gleichzeitig. Zwar bin ich gewohnt, auf meine Ahnenseite immer wieder Mails zu erhalten. Aber oft sind es eher Fragen als wie in Ihrem Falle, Antworten.

Ich hoffe, Sie verstehen mein Deutsch gut. Doch wie ich sehe, schreiben Sie ein ausgezeichnetes Deutsch (nebenbei, meine Mutter Emma, geborene Hemmerich, ist am 6. Mai 1902 in Straßburg geboren).

Ich weiß seit einiger Zeit, dass in Frankreich, besonders im Elsass Burgstahler leben. Am Anfang vermutete ich, dass diese Leute über die Grenze bei Wörth nach Frankreich auswanderten (das ist nicht weit vom "Stammsitz" der Burgstahler-Sippe in Spöck oder Linkenheim-Hochstetten, ca. 20 km nördlich von Karlsruhe). Erst später erfuhr ich, dass sich hier ein eigener Stamm gebildet hatte, der möglicherweise (?) gemeinsame Wurzeln in Österreich haben könnte.

2001/02 mailte ich auch mit Daniel Burgstahler im Elsass (bzw. Paris) burgstah@worldnet.fr

Er schrieb mir:
?"Dieser geht bis 1706 zurück :

Am 6.8.1706 verstarb Chretien (in Deutsch "Christian" ?) Burgstahler der aus Tirol ausgewandert war, mit Ursule Muller verheiratet war und in Valf im Elsass lebte.

Ich weiss nicht aus welchem Ort Tirols er kam. Ich weiss auch nicht wann ein Burgstahler nach Stuttgart auswanderte und welche die eventuelle Verwandschaft mit dem Christian war.

Dem Christian folgen dann sieben genrationen bis zu meinem Vater, Charles. Die drei ersten lebten alle in Valf, die drei anderen in Kertzfeld. Mein Vater ist 1912 in Riedisheim bei Mülhausen geboren und ist in Epfig (bei Schletstadt) bei seiner Mutter Eugenie, mit seiner Schwester Marthe und seinem Bruder Paul aufgewachsen. Er kannte seinen Vater nicht denn dieser starb als mein Vater zwei Monate alt war. Seine Schwester starb mit 20 Jahren und sein Bruder im Jahre 1961. Er verlass uns 1975. Meine Mutter ist 87 und lebt immer noch in seinem Haus in Epfig. Von Ihrer Seite her haben wir Familie in Ulm. ?

?Vielleicht haben Sie ihrer Seite Typs mit denen wir Burgstahler?s österreichigen Ursprung besser erlaütern könnten ?"


Nun - wir konnten das soweit klären. Direkte Verwandtschaft besteht zwischen diesen beiden Linien (noch) nicht. In Österreich schreiben sich alle Burgstahler (ca. 2.800 nach Telefonbuch) mit Burgstaller, also zwei LL. Von mehreren Österreichern ließ ich mir das erklären. Die Sprechweise der Österreicher ist auch bei zwei LL gedehnt, wir hören daraus Burgstahler. So wird es auch bei unserem Simon gewesen sein. Und ich gehe weiter davon aus, die Sprache war um 1685 im Elsass wie im nördlich Baden (Markgraftschaft Baden-Durlach) ähnlich. Bestimmt nach dem 30-jährigen Krieg sehr stark vermischt, wenn nicht viele französische Dialektfärbungen (durch die Hugenotten und auch Waldenser, die stark im Raum Karlsruhe - die Stadt gab es zu dieser Zeit noch nicht - angesiedelt wurden).

Ich selbst suche den Ahnherrn Simon oder seinen Vater Benedikt Burgstahler, die beide mit hoher Wahrscheinlichkeit von Salzburg oder aus dieser Gegend stammen sollen. Mein Cousin Sylvan Burgstahler in Duluth Minnesota, USA, ist der Meister in der Ahnenforschung der Familie. Er schrieb ein Buch mit über 1.000 Seiten und führte dort über 3.000 Burgstahler seit 1697 auf. Auch über die Burgstahler in Frankreich, obwohl er ebenso noch keine direkte Verwandtschaft nachweisen kann. Als Anlage sende ich Ihnen einen Auszug über den Stammbaum der französischen (besser elsässischen?) Burgstahler. Aber das kennen Sie vielleicht. Was Sylvan noch nicht wusste: der Vater des Christianie, also Georg Burgstahler. Das wäre durchaus ein Anhaltspunkt, in Tirol (wurde auch früher oft mit Österreich gleichgesetzt) nochmals weiter zu forschen.

Wie Sie vermutlich wissen, gibt es den Familiennamen Burgstaller auch in der Schweiz, wenn auch nicht so häufig wie in Österreich.

Viele Informationen stehen in meiner Ahnenseite http://simonahnen.blogg.de. Wenn Sie an Details interessiert sind, empfehle ich Ihnen, dort im Archiv zu blättern. Es fängt an im Oktober 2004.

Sylvan und ich würden uns natürlich außerordentlich freuen, wenn Sie uns ein File der Heiratsurkunde des Christiani senden könnten, wenn es Ihnen keine zu große Mühe macht. Vielleicht ist auch Daniel bei Paris daran interessiert (falls er diese noch nicht besitzt). Auf jeden Fall werde ich Sylvan über unsere Mails informieren, damit er sein Buch weiter ergänzen kann.

Nochmals vielen Dank für Ihre freundlichen Hinweise

Mit freundlichen Grüßen

Immo Burgstahler



soweit für heute, Fortsetzung folgt

Freitag, 13.05.2005

Burgstahler in Frankreich (1)

Wie ich schon in früheren Beiträgen schrieb, ist dieses Blog unter anderem dazu da, interessierten Ahnenforschern meine Recherchen öffentlich zu zeigen, damit sie von diesen Ergebnissen auch profitieren können.

Umgekehrt hoffe ich immer insgeheim, dass auch Hilfestellungen durch dieses Blog an mich herangeführt werden. Dazu gibt es zwischenzeitlich zahlreiche Beiträge.

Dieser Tage kam wieder unerwartet eine Hilfe aus Frankreich, die direkt mit unserem Familiennamen zu tun hat.

Ich weiß seit einiger Zeit, dass auch in Frankreich, besonders im Elsass, der Familienname Burgstahler seit vielen Jahren vorkommt. Nur war ich nie sicher, gehören diese Namensträger direkt zur erweiterten Familie oder ist das Zufall.

So erreichte mich dieser Tage ein Mail von Charles Balla aus Straßburg:

Geerhter Herr Immo BURGSTAHLER

Ich bin ein Ahnenforscher aus Frankreich.

Der patronym BURGSTAHLER hat mich aufhören lassen.

In meinen Akten gibt es auch BURGSTAHLER

Im Kirchenbuch der Hochzeiten von Valff, ein Dorf so 20 km südlich von Strasbourg im Elsass, gibt es mehrere Hochzeitsakten BURGSTAHLER. Der erste ist der Chrétien (Christian) der aus dem Tyrol stammt (ohne weitere Angaben). Dieser vermählt sich am 04/06/1685 mit einer gewissen Witwe MULLER Ursule aus Srrasbourg. Der Vorname des Vaters von Christian wird als Georg BURGSTAHLER angegeben.

Er starb am 06/08/1706 in Valff eines plötzlichen Todes. Seine Ehefrau Ursule verschied am 05/12/1731 auch in Valff und in ihrem Todesakt ist angegegeben dass Christian als Maurer arbeitete.

2 Kinder stammen aus diesr Ehe : Christian o 31/08/1690
Sebastian o 10/01/1693

Diese sorgten für Nachkommen und es gibt heute viele Familien BURGSTAHLER in Valff und den anliegenden Dörfer.

Ich denke diese Angaben werden Ihnen weiter helfen.

Sollten ein Photo des obengemelten Heiartsaktes haben wollen, so werde ich es Ihnen zuschicken.

Hochachtungsvoll

Aus Strabourg grüsst

Charles BALLA

80 Avenue de Périgueux
67800 Bischheim


Da war ich wirklich elektrisiert.

Fortsetzung folgt

Freitag, 06.05.2005

Hund: Des Menschen treuester Freund prägt auch Familiennamen

schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT im Rahmen der Serie: Was sagt der Name?

Der Hund ist des Menschen ältester Hausgenosse, wegen seiner vielen guten Eigenschaften (Treue, Gehorsam, Anspruchslosigkeit) geschätzt und geliebt, aber auch als Scheltwort (armer Hund!) mißbraucht. Wir benutzen heute das Wort ja auch zwiespältig, ähnlich wie den "armen Teufel" im Vergleich zum "Teufelskerl".

Mit diesem Link können Sie den gesamten Artikel lesen.

Mittwoch, 04.05.2005

Genealogie im Gen-Zeitalter

Kirchenbücher und Archive, Dachböden und das Wissen der Großeltern können helfen, die eigenen Wurzeln zu finden. Seit 15 Jahren untersucht Ahnenforscher Holger Zierdt die Geschichte seiner Familie. Neben Archiven und dem Internet hat er sich einer ungewöhnlichen Methode bedient: der Genanalyse.

mit Hilfe von Gen-Forschung die Genealogie weiter erforschen und Daten verifizieren. Lesen Sie bitte selbst bei br-online.de

Zu diesem Thema schrieb ich früher schon einen Beitrag mit Hinweisen auf eine Serie der Zeitschrift GEO.

Montag, 25.04.2005

letzter Hexenprozess vor 230 Jahren

zumindest gibt so Wikipedia die Auskunft:

Am 4. April 1775 wird im Stift Kempten im Allgäu Anna Schwegelin "wegen erwiesener Teufelsbuhlschaft" als letzter Hexe in Deutschland der Prozess gemacht. Das Urteil des Fürstabt Honorius von Schreckenstein dem kraft kaiserlichen Privilegs (Campidona sola judicat...) die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit zustand wurde aber aus unbekanntem Grunde nicht vollstreckt. Noch später, nämlich 1782, wird als letzte Hexe der Schweiz Anna Göldi hingerichtet.

Irgendwie ist das unglaublich. So lange liegt das noch nicht zurück. Wer sich mit Ahnenforschung beschäftigt, sieht seine Ahnen in Gefahr (aber sie sind dann längst aus anderen Gründen nicht mehr am Leben). Dennoch sind solche Informationen wichtig, wer das Leben seiner Vorfahren einigermaßen nachvollziehen möchte.

Über Hexenverfolgung schrieb ich hier schon einiges.

Lesen Sie

Hexenverhör des 14-jährigen Daniel Bittl aus Bamberg

bei bamberga.de weiter.

Samstag, 23.04.2005

halbjähriges Jubiläum ist nicht nur ein Grund


zu feiern, sondern auch mal zurückblicken und Bilanz zu ziehen.

Nun ? in dieser Zeit schrieb ich 157 Beiträge, also durchschnittlich fast jeden Tag einen (so schreibe ich außerdem noch im immoblogg und versblog).

Die Leser kommen hauptsächlich aus Deutschland, dicht gefolgt von Österreich. Schweiz, Niederlande, Frankreich, Italien, Dänemark, USA, Kanada, Polen, Russland, Ungarn, Slowenien und Tschechien sind öfters zu sehen. Das geht aber auch bis Brasilien, Argentinien, Chile, Australien, selbst China. Schlicht gesagt weltweit.

Der erste Beitrag am 24.10.2004 beschreibt das Ziel:

Hier schreibe ich die Geschichte von Simon Burgstahler oder Burgstaller
Er ist mein Ahnherr.

Etwa 1685 wanderte er vom "Salzburgischen" (das ist nicht ganz identisch mit dem heutigen Bundesland Salzburg) aus in die badische Markgrafschaft Baden-Durlach (bei Karlsruhe - diese Stadt gab es damals noch nicht) nach Spöck.?

?Nun suche ich den Stammvater Simon oder seinen Vater Benedikt im "Salzburgischen". Keine Spur über Internet führte bisher zu ihm. Angemerkt sei: In Österreich heißen die Burgstahler alle Burgstaller. Von einem dortigen Stamm kommt unser Simon. Nur welcher??


Dieses Ziel konnte ich bisher recht gut weiter verfolgen. So kamen sowohl in Kommentaren wie auch direkten Mails sehr viele hilfreiche Hinweise von freundlichen Lesern. Umgekehrt konnte ich über Kommentare wie auch bei direkten Anfragen Hilfestellung leisten.

Vor einiger Zeit stellte mein Neffe Lars die Frage, weshalb ich nicht mehr über die Großfamilie Burgstahler schreibe? Nun - wie oben schon erwähnt, die Idee war von Anfang an eine andere: eben die Spuren rückwärts verfolgen.

Über die "Sippschaft" Burgstahler gibt es ja bereits ein Buch von Sylvan Burgstahler, Duluth/USA. Heute umfassen Sylvans Recherchen ca. 3.000 Namensträger Burgstahler, verstreut in alle Welt. Sylvan arbeitet in die Vorwärtsrichtung. Dieses Buch von Sylvan liegt mir vor (englischer Text). Ab und zu veröffentliche ich einmal Beiträge hieraus. Aber insgesamt würde dies eine Öffentlichkeit nicht interessieren. Dennoch: wer dazu Fragen hat, dem kann ich im Einzelfall gern weiterhelfen oder auch mal mit einer auszugweisen Kopie dienen. Größeren Umfang sollte ich immer mit Sylvan abstimmen. Bei ihm sind die Urheberrechte. Und das ganze ist natürlich auch eine riesige Detailrecherche und Arbeit gewesen.

Einen Huch-Effekt gab es im Dezember. Da meldete sich Cousin Karlheinz Burgstahler aus Graben-Neudorf. Er war ganz aus dem "Häusle". Ich auch. Er stolperte über mein Blog. Und nach seiner Meinung schien das Rätsel Simon bzw. sein Vater Benedikt schon teilweise gelöst. Ja leider nur teilweise. Und wie immer bei der Ahnenforschung: die Daten müssen verifiziert werden. Das gelang bis jetzt leider noch nicht.

Aber auch das gehört zur Ahnenforschung: Geduld, Zeit und Ausdauer sowie ein großes Beziehungsgeflecht, aber auch die Hoffnung auf den Zufall. Und genau das kann eben über Internet, über ein Weblog weiter ausgebaut werden. Schließlich stehen die Daten permanent im Netz. Und bei Google erscheint über entsprechende Suchbegriffe dieses Blog auf den ersten Plätzen, zumindest meist auf Seite 1.

So bin ich über alle Anregungen, Kommentare, direkte Mails - wie auch immer - von Namensträgern Burgstahler oder Burgstaller (oder ähnlichen Schreibweisen), auch von anderen an Ahnenforschung und Geschichte Interessierten, dankbar.

Das "Rätsel" ist lösbar. Und wenn es gelöst ist, geht es weiter, zum nächsten Ahnherrn.

Regensburg um 1700

Viele protestantische Österreicher sind in Regensburg ansässig geworden (und verschlimmern die hiesige Dialekt-Mischung noch mehr!), wo durch den Dreissigjährigen Krieg und Pestwellen die Bevölkerung zurückgegangen war.
Regensburg ist jetzt stark befestigt. Der Rat der Stadt vergibt das Bürgerrecht seit langem nur noch an Protestanten. Eine repräsentative zweite evangelische Kirche wurde schon vor ungefähr 70 Jahren eingeweiht, die Dreieinigkeitskirche.


den vollständigen Text lesen Sie bei der Evangelischen Kirche in und um Regensburg.

Die meisten Exulanten, die aus Österreich vertrieben wurden, kamen über Regensburg. Deshalb kann ich nur jedem Ahnenforscher empfehlen, sich mit der Regensburger Geschichte näher zu befassen, wenn er Exulanten unter den Vorfahren weiß.

Freitag, 22.04.2005

Ratzinger: Der Vorfahr nahm den Namen aus seinem Geburtsort Ratzing mit

schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT

Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., wurde in Marktl am Inn geboren, seinen Namen aber verdankt er einem anderen Ort in Bayern. Ratzinger ist ein sogenannter Herkunftsname - der erste Träger des Namens wurde nach dem Ort benannt, aus dem er kam. "Müllers großes deutsches Ortsbuch" verzeichnet sieben Orte, die Ratzing heißen, die meisten sind winzig klein, nur einer hat es in das Ortsnamenregister der Auto-Atlanten geschafft: Ratzing bei Waldkirchen, nördlich von Passau. Aus welchem der sieben Ratzings der namengebende Vorfahr des neuen Papstes stammt, ist wohl nicht mehr zu ermitteln, da es in den seltensten Fällen so weit zurückweisende Urkunden gibt.

Mit diesem Link können Sie den Artikel weiterlesen.

So geht es mir auch, mit meinem Simon. Er stammt höchstwahrscheinlich von einem Ort names Burgstall, Purgstall oder ähnliche Schreibweise. Und diese Orte, Weiler oder Höfe finden sich in Österreich relativ häufig, eben mit dort oder im Umfeld wohnenden Burgstaller oder Purgstaller (auch Purckhstaller und verwandte Schreibweisen). Ich schrieb dazu schon früher Beiträge über die Häufung dieses Familiennamens in Österreich.

Und noch so ein Zufall: der Vater des Simon hieß auch Benedict.

Freitag, 15.04.2005

Was sagt der Name?

Sieben: Germanischer Name und christliche Gotteszahl als Wurzel


schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT

Warum heißen Leute Siebenlist oder Siebenschuh, Siebenwurst oder Siebenhaar? In jeder Kultur gibt es Zahlen, denen eine magische Bedeutung zugeschrieben wird. Unseren germanischen Vorfahren galt die Neun (drei mal drei) als heilige, vollkommene Zahl. Die aber wurde mit dem Siegeszug des Christentums fast völlig verdrängt.

Den vollständigen Artikel gibt es mit diesem Link zu lesen.

Donnerstag, 14.04.2005

Armes Österreich (3)

Österreichisches Millenniumsprojekt AEIOU.AT feiert Wiederauferstehung

Das "Annotierbare Elektronische Interaktive Oesterreichische Universal-Informationssystem" (AEIOU) ist wieder online.

meldet heute heise-online und futureZone.ORF.at.

Warum nicht gleich so! Ein Serverbetrieb kostet nicht die Welt. Aber der Imageverlust kostet nun mehr.

Eine Bitte an meine Leser. Sollte je eine frühere Verlinkung zu aeiou.at nicht funktionieren (ich prüfe sie teilweise), so geben Sie mir bitte kurz Nachricht. Dann kann ich die Links nachbearbeiten.

Mittwoch, 13.04.2005

Armes Österreich (2)

an dieser Stelle kritisierte ich kürzlich die Abschaltung des Online-Lexikon AEIOU.

Es scheint so, also ob die Abschaltung des Servers zum 1. April 2005 ein Aprilscherz gewesen sei. Gestern berichtet futurezone.orf.at:

Die Chancen stehen gut, dass eines der ersten großen Internet-Projekte Österreichs schon in wenigen Tagen wieder online verfügbar ist.

Weshalb nicht gleich so? Weshalb musste erst ein "Aufstand" in Österreich wie auch im Ausland die Macher zum Einlenken besinnen? Da ist viel Imageverlust entstanden. Nun - Hauptsache, der Server ist bald wieder online.

Sonntag, 10.04.2005

Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauff

Wie sehr der Wirbelstrom so vieler Angst und plagen
mich drähet um und um / so bistu doch mein Hort /
mein mittel punct / in dem mein Zirkel fort und fort
mein Geist halb hafften bleibt vom sturm unausgeschlagen.

Mein Zünglein stehet stät / von Wellen fort getragen /
auf meinen Stern gericht. Mein Herz und Aug' ist dort /
es wartet schon auf mich am Ruhe-vollen Port:
dieweil muß ich mich keck in weh und See hinwagen.

offt will der Muht / der Mast / zu tausend trümmern springen.
Bald thun die Ruder-Knecht / die sinnen / keinen Zug.
Bald kan ich keinen Wind in glaubens-Segel bringen.

jetz hab ich / meine Uhr zu richten / keinen fug.
Dann wollen mich die Wind auf andre zufahrt dringen,
bring' an den Hafen mich / mein GOtt / es ist genug!


Catharina Regina von Greiffenberg, geb. Freiin von Seyssenegg

Geboren am 7. 9. 1633 auf Burg Seyssenegg bei Amstetten (Niederösterreich), gestorben am 10. 4. 1694 in Nürnberg.

Das Gedicht schrieb sie wohl um 1685, zu einem Zeitpunkt, als unser Simon gerade aus Salzburg auswanderte und Joseph Schaitberger nach Nürnberg zog. Wie ich schon früher schrieb, waren nicht nur niedere Stände, sondern auch der Adel von der Protestantenverfolgung (oder Rückkehr zum katholischen Glauben) und damit Ausweisung betroffen.

Eine Biographie über Catharina Regina von Greiffenberg können Sie bei Gutenberg.Spiegel.de lesen.

Eigentlich gehören Gedichte in meinen versblog. Aber hier im Kontext der Exulantengeschichten verstehen sich diese Verse doch besser.

Freitag, 08.04.2005

eine dankenswerte Hilfestellung zur Schriftdeutung - das Puzzle beginnt von Neuem (2)

Liebe Frau Lienert,
lassen Sie sich umarmen (virtuell - in Ehren, von einem fast älteren Herrn dürfen Sie das gern annehmen und als freundlichen Dank auffassen).

Ich stelle Ihren Kommentar auf den letzten Beitrag bewusst hier ein, weil ich weiß, dass viele Genealogen hier mitlesen, besonders auch aus Österreich.

Guten Tag!

Ich melde mich noch einmal, um meine gestrige Transkription zu korrigieren. Wie gesagt hatte ich den Text nur flüchtig übersetzt und dabei ein paar Tippfehler übersehen, die Sie sehr richtig als solche erkannt haben.

Ich kenne mich zwar inhaltlich nicht aus in der Materie, mit der Sie sich beschäftigen, aber weil ich als Historikerin sehr wohl weiß, dass es auf jedes Detail ankommt, möchte ich Ihnen meine neuen Überlegungen mitteilen. Ich gehe dabei rein formal vor, halte mich also nur an das, was die Buchstaben mir sagen.

Demnach lautet der Text jetzt (die zeitgenössische Rechtschreibung weitgehend beiseite gelassen):

Den 26. May/Feb/Sep/März (?) sind copuliert weih Simon Burgstahler, Schmied Handwerke, Benedict Burgstahlers bürgerlich Anwohners (oder Einwohners) aus dem salzburgischen Gmaining (?) nachgelassener Sohn und Ana Catharina, Johan Georg Nagels gewesen(e) Bürgers allhier nachgelassene Witwe.

Sie hatten natürlich Recht: Mein ?coluliert? war ein Tippfehler, ebenso der Name Burgstrahler, also mit ?r?.

Beim Datum, d.h. dem Monat, würde ich persönlich mich nicht festlegen wollen, weil der Schreiber doch offenbar Schwierigkeiten hatte, lateinische Buchstaben von der Kurrentschrift zu trennen. Es ist mir demnach nicht klar, ob es sich hier um ein Gemisch handelt. Vorne kann es z.B. ein lateinisches ?F? sein, hinten ein ?z?, aber auch ein ?y? oder sogar ein ?p? oder ?b?.

Ähnlich sonderbar verhält es sich meiner Meinung nach mit dem Personennamen selbst. ?Burgstahler? scheint ja wohl im ersten Teil aus lateinischen Buchstaben zu bestehen (jedenfalls wird dies angedeutet), im hinteren Teil aber aus Kurrent-Buchstaben ? eine merkwürdige Kombination, finde ich.

Den Vornamen ?Erich? im Übrigen halte ich aus demselben Grund wie Sie für unwahrscheinlich in obigem Zusammenhang. Mir selbst ist dieser Name noch nie begegnet in so alten Quellen.

Was den Ortsnamen betrifft, so habe ich in Ihrer Liste nachgeschaut, welcher Name für mein Empfinden am ehesten hinter dem Gekrackel zu vermuten ist. An einen Namen, der mit ?W? beginnt, hatte ich zunächst gedacht, weil ich davon ausging, der Schreiber hätte ein fettes ?W? über das ursprüngliche Wort korrigiert. Wenn ich dies beiseite lasse, so sehe ich ein Wort, das mit ?G? anfängt oder auch mit ?P?. Ein ?S? oder gar ?St? kann ich dagegen beim besten Willen nicht erkennen. Ein ?Preining? würde also hinkommen, allerdings habe ich die ?Handprobe? gemacht, d.h. die Buchstaben nachgezeichnet, und nach dieser Probe ist mir einfach zu viel Platz zwischen dem Anfangsbuchstaben und dem ?...ning?, das man wieder gut lesen kann. Aus diesem Grund favorisiere ich ?Gmaining?, denn das passt meiner Meinung nach genau in den Schreibfluss. Dies ist natürlich kein Beweis, sondern nur ein Argument, das es zu überprüfen gilt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig behilflich sein. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Forschungen. Ich weiß, wie viel Arbeit und Geduld dahinter steckt, und mir ist auch bekannt, dass Außenstehende oft nicht verstehen können, ?warum das alles so lange dauert? und ?warum so häufig so wenig übrig bleibt von dem ganzen Aufwand?. Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen ? ich finde, wir alle brauchen Begeisterte, die uns die Vergangenheit zu verstehen helfen.

Mit freundlichen Grüßen
Anette Lienert


Das mit dem Hochzeitsdatum (Monat) ist wohl nicht so relevant (das könnte dann höchstens eine etwas kürzere Schwangerschaft des ersten Sohnes gewesen sein - also etwas ganz normales). Mit dem "Erich" vs. "weih" sind wir uns einig.

Auch am Familienname habe ich keinen Zweifel, denn der Name Burgstaller ist in Österreich, auch in Salzburg doch gut verbreitet, also nicht selten.

Nun zum Ort Gmaining: das hört sich gut an und wenn ich das alte Dokument nachvollziehe, meine ich, in dem "Gekrakel", könnte es stimmen. Ist eben eine Kopie (wir versuchen das Original einzusehen, um den Duktus nochmals zu prüfen).

Eine Überprüfung bei IHFF zeigt folgendes Bild:

Leider existieren die Matrikeln erst seit 1784 bzw. 1693, also erst nachdem Simon bereits auswanderte.

Dennoch sind "zarte" Hinweise: nur 12 bis 15 km südwestlich von Gmaining befindet sich nach meinem präparierten Atlas ein wahres Nest von Einträgen Burgstaller (Mormonen und heutiges Telefonbuch).



Bei meinen Auswertungen steht:
Seite 37
Berg Burgstall oberhalb der Donau (Niederösterreich, Strudengau), ca. 8 km westlich Grein. Dort und im nächsten Umfeld St. Nikola, Waldhausen, Gassen, Dimbach, Hornberg) sehr viele Eintragungen bei M. (B + P) sowie 9 km südwestlich ?Inzing? (Eintrag Köll)

Berg Großer und Kleiner Burgstall und Burgstallwand 13 km nordöstlich von Grein. 15 km nordwestlich von Burgstallwand der Ort Kaining mit Berdenedt (fällt im Internet im Zusammenhang mit Burgstaller auf).

Seite 38/39
Berg Burgstall, ca. 20 km nordöstlich Melk/Donau (Niederösterreich, Dunkelsteiner) sowie davon 10 km südlich Steiningsdorfer Höhe und Steiningsdorf. In Melk und Urfahr sowie entlang Donau aufwärts Einträge etb und M.

Und wenn ich die gesamte Karte so überschaue: So weit ist die Entfernung von Gmaining nach Salzburg auch nicht. Für einen "jungen Bursch" sind die rund 200 km in 7 bis 10 Tagen gut zu schaffen. Salzburg müsste eigentlich der Ausgangspunkt der Auswanderung sein, weil er nach den "Dokumenten" (nicht verifizierten Aufschrieben) mit Joseph Schaitberger als Exulant nach Deutschland auswanderte.

Liebe Frau Lienert, Sie halfen mir doch erheblich. Vielleicht führt es zum Erfolg. Die Schwierigkeiten, die wir (besonders auch mein Cousin Sylvan in Duluth, USA) überwinden müssen, sind uns bewusst. Wir müssen mit vielen Annahmen arbeiten, weil zu wenig schriftliche (oder leserliche) Dokumente vorliegen. Zudem ist Sylvan Amerikaner (versteht und spricht allerdings sehr gut deutsch, kann selbst Sütterlin und Kurrent lesen). Aber die lokalen geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge sind für ihn ungleich schwieriger zu recherchieren.

Ihre aufmunternde Worte: "nicht entmutigen lassen" nehmen wir gern an. Wir sind in der Tat mit Ausdauer dran und wenn es noch Jahre dauern sollte.

Update 19.10.06
momentan können Sie diesen Artikel nicht kommentieren. In letzter Zeit häuften sich Spamms durch Robots, so dass nur das Abschalten der Kommentarfunktion für diesen Beitrag blieb.
Wenn Sie dennoch etwas dazu schreiben möchten, senden Sie mir bitte ein Mail (siehe Impressum), dann kann ich das "händisch" einordnen.

eine dankenswerte Hilfestellung zur Schriftdeutung - das Puzzle beginnt von Neuem

So schrieb ich bereits am 26.10.04 einen Beitrag:

Experten für Kurrent oder Sütterlin hier?

Nun meldete sich gestern freundlicherweise Frau Anette Lienert aus Hannover. Wenn Sie ihren Link verfolgen, stellen Sie gleich fest: Frau Lienert ist Schriftexpertin.

Nun stelle ich den Kommentar von Frau Lienert zweckmäßig hier ein:

Nach einer ersten flüchtigen Übersicht lautet obiger Text bei mir folgendermaßen:

Den 26. März sind coluliert Erich (= klein geschrieben) oder weih (= für weihevoll) Simon Burgstrahler, Schmied Handwerke, Benedict Burgstrahlers bürgerlich aus dem salzburgischen Wining (?) nachgelassener Sohn und Ana Catharina, Johan Georg Nagels gewesener Bürgers allhier nachgelassene Witwe.
Hilft Ihnen das weiter?
Mit freundlichen Grüße
Anette Lienert

Postwendend bedankte ich mich für diesen wertvollen Kommentar und die Hilfestellung bei der Lösung des Rätsels.

Jetzt komme ich dazu, diese Hinweise näher zu untersuchen und zu verifizieren.

In der 1. Zeile muss es bestimmt heißen: copuliert (vermutlich vertippt). Erich vermutete ich auch - doch dies war um 1667 kein verbreiteter Vorname. Da stimme ich eher der Deutung weih zu.
In der 2. Zeile vermute ich auch beim Familiennamen vertippen. Der Name Burgstrahler lässt sich etymologisch nicht erhellen. Er findet sich bei den "Mormonen" auch nur einmal, und zwar erst ab ca. 1880 in Michigan, USA. Das mag dort eine "lokale Variante" sein, eben auch Abstammung von Burgstaller oder Burgstahler.
Den weiteren Textübertragungen stimme ich zu. Ähnliche "Übersetzungen" fand ich so in Varianten auch heraus, nur war ich nicht sicher.

Nun zum Ort. Ein Ort (oder Weiler oder Hof) namens Wining (oder Winning) ist in Österreich nicht zu finden. Die beste Möglichkeit der Überprüfung bietet das
Institut für Historische Familienforschung
IHFF Genealogie Gesellschaft mbH
A-1190 WIEN, Pantzergasse 30/8
Tel = +43 1 369 97 29
Fax = +43 1 369 97 30
email: office@ihff.at

Wenn Sie dem Link "Ortsverzeichnis" auf der Site von IHFF folgen und die Datenbank nutzen, ergeben sich folgende Resultate:

Wining = 0
Winning = 0

?ining

in Bild 1 wäre der Ort Kaining näher zu untersuchen (weil ein ähnlicher Ort in Überlieferungen schon erwähnt wurde - außerdem beginnen die Matriken bereits 1606)




?inning

hier wäre der Ort Sinning weiter zu untersuchen. Da gibt die Nähe zu Salzburg einen Sinn. Auch hier beginnen die Matrikeneinträge bereits 1616.

So weit einmal die ersten Puzzles. Sicher wird noch näher zu prüfen sein, wie sich ein Bild zeigt und die Zusammensetzung passt.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Frau Anette Lienert für die großartige Hilfe.

Freitag, 25.03.2005

Ostern und Pascha: Am Osterfest wurden dank Kirchenlatein die Paschas geboren

schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT

Pascha war im Osmanischen Reich der Titel hoher Würdenträger, vergleichbar mit unserer "Exzellenz". Wer in Deutschland den Namen Pascha trägt, stammt nicht aus der Türkei, ist meist auch kein Würdenträger, kann sich aber darauf berufen, daß die Geburt seines namengebenden Vorfahren ein Freudenfest war.

Immer wieder ist es erstaunlich, wie Namen, besonders Familiennamen abgeleitet werden können. Lesen Sie den vollständigen Artikel mit diesem Link.

Mittwoch, 23.03.2005

Schwachstelle in Genealogie Software PHPMyFamily


In der Genealogie Software PHPMyFamily zur Erstellung von dynamischen Ahnentafeln auf Web-Projekten wurde eine kritische Schwachstelle entdeckt? weiterlesen bei Network-Secure.de

wer diese Software nutzt, sollte das unbedingt lesen oder die homepage des Herstellers besuchen

Dienstag, 22.03.2005

Forscher Udolph: Wowereit - das regierende Eichhörnchen

"Wowereit": Der Familienname des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit stammt aus dem Baltischen und bedeutet "Eichhörnchen". "Viele Familiennamen entstammen einem Übernamen und bezeichnen das Aussehen oder den Charakter der Person", so Udolph. "So haben die Balten wahrscheinlich jemand Sparsamen, einen, der hortet, genannt." Wowereit, unser regierendes Eichhörnchen - nomen est omen?

hättem Sie es gewusst? Mehr über Namensforschung schreibt Anemi Wick in DIE WELT.

Freitag, 18.03.2005

weitere Hintergründe über Familiennamen

Deutsch: Wer im Grenzgebiet nicht Romanisch sprach, war thiudisk

schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT

Warum heißen 7000 Deutsche "Deutsch", oder "Deutschmann" oder gar "Deutschländer"? Wenn einer aus Garmisch nach Köln oder aus Nürnberg nach Hamburg zieht, ist es ganz natürlich, daß man ihn Bayer oder Franke nennt. Aber "Deutsch" in Deutschland?

hier können Sie den hochinteressanten Artikel zu Ende lesen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Sprachforscher uns auf den Weg unserer Abstammung führen.

Donnerstag, 17.03.2005

Armes Österreich

lobte ich in meinem immoblogg noch Österreich wegen seiner Konjunktur und wirtschaftlichen Vorbildfunktion (gegenüber Deutschland), so frage ich mich, ob das zu früh war.

In Österreich fehlt kleines Geld für Kultur. Der
AEIOU-Server (eine umfassende Darstellung Österreichs in Form von Text, Bild, Ton und Film) wird wohl offline gehen.

Warum schreibe ich das hier? Eine ganze Reihe von Beiträgen meiner Ahnenforschung hängen mit Kultur zusammen. Sie beziehen sich oft auf aeiou.at-Erläuterungen und Links. Schade - diese Artikel muss ich im Laufe der Zeit aufspüren und durch andere Quellen ersetzen.

Ach ja - hier geht es zum
Forum: Sonder - FORUM: "Aus für AEIOU" das erfolgreiche österreichische Kulturprojekt im Internet wird zu Grabe getragen.

Nochmals: Armes (offizielles) Österreich - sehen Sie selbst wie Österreicher das sehen - eben anders als die offiziellen.

Sonntag, 13.03.2005

Ahnenforschung auf Umwegen? (2)

Vor einigen Tagen schrieb ich einen Beitrag über Umwege bei der Ahnenforschung, den mir freundlicherweise Toni Benz in Lenggries zur Verfügung stellte. Heute schrieb er mir einen Beitrag zum Schmunzeln. Er ist zwar ernst, reizt aber doch zum Lachen:

"? eine weitere Geschichte über die Glaubensproblematik zur Verfügung stellen.

Ein Vorfahre von mir betrieb eine Mühle im Grenzgebiet Markgrafschaft Ansbach - Pfalz Neuburg (Wittelsbacher Gebiet). Die Mühle gehörte zu einer Ortschaft in der Markgarfschaft Ansbach (=protestantisch). Allerdings war der Grundherr dieser Mühle der Bischof von Eichstätt, so dass der Müller katholisch sein musste.

Als nun der Müllerssohn heiratete, bestellte er die Hochzeit beim örtlichen (evangelischen) Pfarrer. Erst beim Abholen der Braut fiel beiden auf, dass der Pfarrer in der Pfarrei des Bräutigams evanglisch sei. So organisierte man kurzerhand im Heimatort der Braut schnell (frühmorgens um 5 Uhr) eine katholische Hochzeit. Als man nun am nächsten Tag (dem eigentlichen Hochzeitstag) die Hochzeit beim evangelischen Pfarrer absagen wollte (da bereits vollzogen), erkannte dieser die katholische Hochzeit nicht an und bestand auf einer evangelischen Nachtrauung. Der "evangelische" Eintrag im Kirchenbuch war allerdings nicht ganz positiv:

"Wiewohl die mit der Braut gekommene Freundt öffentl. Ausgesagt, daß die Copulation schon in gedachtem Ohren Bau (=der heutige Ort Ornbau) geschehen.

Auf solche Art wäre es besser, wann man die Papisten anderwerts copuliren könnte, in dem sie nur ein gespött mit dem Wort Gottes treiben, u. Evangelischen Geistlichen bey Ihrn Amts halber allhier thun muß, wie ich dann solches an der Braut vor dem Altar u. sonst bey andern Gästen abermahl hab sehen müssen. (...) bey dieser hochzeit waren mehrentheils lauter Papisten, daher sich auch die meisten als schon besoffen in der Kirch und Sonderlich unter während der Predigt recht sündlich und gottloß aufgeführet, von solchen Personen ist böß zu predigen."


Bei aller Heiterkeit sollte jedoch der Ernst dieser Geschichte nicht übersehen werden. So erklärt sich ein plötzlicher Konvertit von einer Konfession zur anderen.

Freitag, 11.03.2005

Mythen, Bibeln, Sensationen

Dieses Projekt "Stammbaum der Bibel" (StaBil) erfasst alle im Alten Testament der Bibel vorkommenden Personen und stellt sie in einem Stammbaum von Adam & Eva bis Jesus dar. Der aktuelle Projektstand wird protokolliert und regelmäßig aktualisiert, so daß interessierte Personen sich ständig informieren können.


schreibt mein Namensvetter Immo vom Filmtagebuch. Dort können Sie auch den vollständigen Beitrag lesen.

Das ist auch einmal interessant, sich mit den Stammbäumen der Bibel und der griechischen Mythologie auseinander zu setzen.

Noch eine kleine Anmerkung zum Blog Filmtagebuch: Dort lesen Sie ständig das Neueste zu Filmen, Kritiken und Vorankündigungen. Für alle Kinofreunde eine Fundgrube.

Carstensen und Simonis: Beide Namen kennzeichnen die familiäre Herkunft

Das politische "Patt im Watt" nach den Wahlen in Schleswig-Holstein wird von zwei Namen repräsentiert, die unterschiedlich aussehen, für den Namenforscher aber eine ähnliche Struktur haben: Carstensen und Simonis sind beide Patronyme (Vaternamen) und gehen beide auf einen christlichen Taufnamen zurück.

schreibt Hans Marcus Thomsen in DIE WELT, dort können Sie den vollständigen Artikel lesen.

Es ist doch immer wieder interessant, wie Forscher den Ursprung und die Herkunft von Familiennamen ableiten. Bei Simonis dachte ich mir zunächst auch nichts. Und doch gibt es (zumindest eine sprachliche Brücke) Verbindung zu unserem Simon. Nun gut - das ist eher in nördlichen Sprachräumen zu finden, weniger im süddeutschen, gar alpenländischen Raum.

Donnerstag, 10.03.2005

Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (genannt Türkenlouis)

Einen früheren Beitrag widmete ich der Geschichte Badens. Solche Rückblicke sind immer wieder notwendig, um die Lebensumstände im Rahmen der Ahnenforschung aufzudecken.

Die Geschichte Badens ist "zweigeteilt". Es gab die katholische Linie, Baden-Baden und die evangelische Linie, Baden-Durlach.

Der katholische Markgraf Ludwig Wilhelm wurde bekannt unter dem Namen Türkenlouis, weil er Wien vor den Türken rettete. Zu seiner Biographie können Sie einen Beitrag bei kuk-wehrmacht.de lesen.

Montag, 07.03.2005

Ahnenforschung auf Umwegen?

Umwege gibt es in der Ahnenforschung nicht. Es stellt sich nur die Frage: was ist Ziel der Ahnenforschung?

Hin und wieder gerät man in eine Sackgasse, sei es vor- oder rückwärts bei der Suche nach Ahnen bzw. Verwandten. Besonders bei der Rückwärtssuche, wenn keine Dokumente mehr greifbar sind (z.B. Kirchenbücher und sonstige Aufzeichnungen) bleibt eben nur, sich näher mit Geschichte, Geschichten, Gesellschaft und dem Leben der damaligen Zeit auseinander zu setzen.

Daraus ergeben sich auch viele freundschaftliche Kontakte mit Gleichgesinnten, die ähnliche Probleme lösen. Hier ein Beispiel von Toni Benz in Lenggries, der mir freundlicherweise Auszüge aus seiner Arbeit zur Veröffentlichung in diesem Weblog zur Verfügung stellte:

"Die Ahnenforschung bringt unter Umständen auch spannende und wissenswerte Geschichten zur Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Sei es aus eigener Sucharbeit oder aus Quellen anderer Ahnenforscher. Ein Beispiel hierfür ist die Familie Benz im Gebiet des Altmühltals, in der immer wieder Töchter von "normalen" Bürger (meistens Handwerkern) in Gesellschaftsschichten einheiraten, die eigentlich nichts mit Ihrem Stand (Amtsträger) zu tun haben.

Einige Beispiele:

1587 heiratete in Eichstätt der Bäcker und Bürger Melchior Soll (ein Verwandter der Benz). Trauzeuge war sein Bruder Dr. Franz Soll, Hofrat in Eichstätt und München, späterer Kanzler des Stifts Berchtesgaden (und Vorlage für Ludwig Ganghofers Romanfiguer Dr. von Söll im Roman der Mann im Eis; der Roman spielt um 1610-1615 in der Probstei Berchtesgaden).


1672 heiratete Anna Christina Benz, Tochter des Eichstätter Baders Christoph Benz, den Sohn des Fähnrichs "Ihro Kaiserl. Majestät Leib-Compagnia" (gemeint war der Fähnrich der Leibkompanie des Kaisers Leopold I. von Wien).

1676 heiratete die Schwester Maria Katharina der oben genannt Anna Christina Benz den Sohn des "Stadttürmers und musici in der löbl. St. Jakobs Hofpfarrkirchen Erzherzoglichen Residenzstadt Insbruck".

Caspar Jobst (ein Vorfahren der Benz) war Brauer in Kinding (Kreis Eichstätt), sein Bruder Johann Jobst war Richter in Greding. Ein Bruder des direkten Vorfahren dieser beiden, Georg Jobst aus Greding, war Hofrat in München (und auch bei der Kaiserkrönung 1575 anwesend). Auch der Großvater Leonhard Mochinger (Richter in Greding) des Georg Jobst war Anno 1486 ebenfalls bei einer Kaiserkrönung in Aachen anwesend: Krönung Kaiser Maximilian I.

Georg Jobst selbst war verantwortlich für die Erziehung des Prinzen Albrecht (Sohn Wilhelm V.). Ein schriftlicher Befehl des baierischen Herzogs Wilhelm V. an Georg Jobst wie die Erziehung zu erfolgen hat liegt noch vor. Hier ein kleiner Auszug:

"Weil die Furcht und Liebe Gottes der Anfang der Weisheit ist, so soll der Präceptor (=Jobst; Anm.) dieselbe unseren jungen Sohne mit höchstem Fleiß einpflanzen. Dazu nun gehört, daß unser Sohn morgens und abends andächtig bete, alle Tage eine Meß höre und zwar kniend; was aber gebetet werden soll, das soll der Präceptor mit des Sohnes verordneten Beichtvater vorschreiben. Ebenfalls mit dem Beichtvater soll der Präceptor den Sohn recht beichten lernen. Zur Kommunion soll er ohne ausdrückliches Vorwissen des Vaters nicht zugelassen werden. An Sonn- und Feiertagen soll unser Sohn allezeit neben dem ganzen Hochamt die Predigt hören und darnach dem Präceptor jedesmal sagen, was er sich daraus gemerkt."

Ein weiterer Vorfahre der Benz, Clement Knogler, war Färber in Ingolstadt und begründer des Ingolstädter Ortsteils "Knoglersfreude" (zur Gründungszeit im frühen 19. Jahrhundert eine Art Sozialsiedlung für Ingolstadt). Sein Bruder Gabriel Knogler war Rektor der einzigen Bayerischen Landesuniversität in Ingolstadt. Zwei Mitglieder der Familie waren verantwortlich für die Reise der Schwestern Barbara und Johanna des Erzherzogs Ferdinand II. (Sohn des Kaisers Ferdinand I.) nach Italien, damit beide dort heiraten konnten (das Belöbigungsschreiben des Erzherzogs Ferdinand liegt mir auch vor: "so dann hernach Ao 65, alß weylandt beede (Knogler, Anm.) unsere geliebte Schwestern Frawen Barbara und Johanna, Hochlöblichster gedachtnuß gehen Ferrar und Florentz verheirat und hin eingefüert worden, (...) alles angelegnen emtsigen vleiß erzaigt vnnd bewisen haben.)

Caspar Benz, Vogt in Auhausen, hatte einen Sohn, der Krämer in Feuchtwangen war. Später wurde der "Krämer" Benz dann ebenfalls Vogt. Der Bruder Johann Heinrich Benz Bruder hatte eine Wirtschaft in Feuchtwangen. Hier lässt sich eventuell eine sinnvolle Verbindung herstellen, da diese Wirtschaft die "Fürstenherberge" war. Die Markgrafen von Ansbach ließen dort adelige Gäste, die auf Reisen waren, übernachten.

Ein weiteres Beispiel ist Robert Benz. Er wurde in Bayern als Sohn eines Klosterbrauereipächters geboren. Während der Besetzung Tirols durch die Bayern (Beginn des 19. Jh.) kam er als Beamter nach Innsbruck. Robert Benz war der einzige bayerischen Beamte, der nach der Schlacht am Berg Isel in Tirol bleiben konnte. Er wechselte nun ins österreichische Lager über und wurde schließlich - eigentlich als Ausländer (!) - Statthalter (!) und Vice-Gouverneur von Tirol und Voralberg (Stellvertreter des Herzogs im Verwaltungswesen). Einen vorgesetzten Gouverneur gab es zur Amtszeit des Robert Benz nicht, da der Posten eigentlich nur dem Österreichischen Hochadel vorbehalten war. Um Robert Benz standesgemäß zu machen, wurde er in Österreich vor der Ernennung geadelt: Ritter und Baron Robert von Benz zu Albkron."

Wenn Sie meine frühere Beiträge und die Geschichte Simons verfolgten, erkennen Sie, dass mich die Ausführungen von Herrn Benz elektrisieren. Schauen Sie einfach mal auf die Homepage der Familie Benz. Dort gibt es noch mehr zu entdecken.

Zurück zum Anfang. Wie Sie aus den jüngsten Kommentaren erkennen, ergibt sich häufig ein hilfreicher Dialog und Austausch der die Spurensuche nach den Ahnen unterstützt. Auch hier empfehle ich einmal, die Ahnenseite von Manfred G. Raupp zu verfolgen, die für meine spezielle Suche im badischen große Schätze birgt.

Donnerstag, 03.03.2005

SPRECHSTUNDE MIT NAMENFORSCHER UDOLPH


Herr Professor, warum heiße ich Kösel?

Der Leipziger Wissenschaftler Jürgen Udolph, der Herr der Namen, sucht in seiner E-Mail-Sprechstunde nach den familiären Wurzeln von SPIEGEL-ONLINE-Lesern. Das führt ihn kreuz und quer durch Europa - von Bayern nach Polen, Frankreich, in die Schweiz und zurück nach Deutschland.

DPA
Unermüdlich: Forscher Udolph bei der Arbeit
Jürgen Udolph ist Professor für Onomastik an der Universität Leipzig. Der Namenforscher hat alle Hände voll zu tun: Täglich erreichen ihn Dutzende, mitunter Hunderte von Mails von Menschen, die über die Herkunft ihres Namens rätseln. Vielen SPIEGEL-ONLINE-Lesern konnte er bereits helfen, mit mal kurzen, mal ausführlichen Auskünften.

Nur selten muss Udolph passen, wenn selbst seine Fachbücher, die Internetrecherche und andere Quellen keine gescheiten Hinweise geben. Aber er gibt so schnell nicht auf und kann die meisten Rätsel lösen. Allerdings gelingt das nicht immer sofort: "Ich bitte um etwas Geduld, wegen der vielen E-Mails kann es mit der Antwort einige Wochen dauern."


Lesen Sie den umfangreichen Artikel direkt bei Spiegel.de.

Die Bedeutung, Herkunft, Ableitung und Variation von Familiennamen ist für viele Menschen offensichtlich von hohem Stellenwert, nicht nur alleine für Zwecke der Ahnenforschung.

Ich schrieb hier schon mehrfach über Familiennamen. Auch an den internen Statistikauswertungen dieses Bloggs kann ich ein zunehmendes Interesse von Besuchern registrieren.

Es ist beachtlich, dass sich nun zunehmend auch die Wissenschaft noch intensiver mit der Namensforschung auseinandersetzt, wie ich schon in einem Beitrag vor zwei Tagen erwähnte. Die Methoden sind analog der von mir praktizierten Recherchen. Es scheint, dass mit dem Fortschritt und den weiteren technischen Hilfsmitteln mehr und mehr Hochschulen sich dieses Themas annehmen.

Update 1.12.06
Wie Sie den Kommentaren entnehmen können, glauben manche Leute, ich sei Prof. Udolph. Obgleich ich in den Kommentaren schon mehrfach auf die WebSite von Prof. Udolph verwies.

Mit folgendem Link gelangen Sie zur Eintragung von Prof. Udolph bei Wikipedia. Dort finden Sie auch weiterführende Links.

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Dienstag, 01.03.2005

Deutscher Familiennamenatlas erfasst erstmals geschichtlich gewachsene Namenlandschaften

Lücke bei sprachwissenschaftlichen Großwerken wird geschlossen ? Gemeinsames Projekt der Universitäten in Mainz und Freiburg

(Mainz, 28. Februar 2005, lei) Noch zeigen die Familiennamen in Deutschland eine deutlich regionale Verteilung. "Schweizer" und "Häberle" beispielsweise kommen in Südwestdeutschland vor, "Petersen" und "Hansen" sind typische Namen aus Schleswig-Holstein. Über Jahrhunderte hinweg hat sich die Landkarte der Familiennamen nur wenig verändert. Nun kommt durch die zunehmende Mobilität der Bevölkerung und infolge von Änderungen im Namenrecht und in der Familienstruktur Bewegung in das bislang sehr stabile Bild der Familiennamen. Um das jetzige Namenbild zu dokumentieren, haben die Universitäten in Mainz und Freiburg ein gemeinsames Projekt mit der Bezeichnung "Deutscher Familiennamenatlas" lanciert. Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird dieses Projekt den Namenbestand, wie er vom Aufkommen der Familiennamen im Hochmittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gewachsen ist, erfassen und interpretieren.


Lesen Sie den kompletten Artikel hier weiter bei Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutsches Institut. Für alle, die sich über die Herkunft ihres Familiennamens oder auch ihrer Ahnen interessieren, eine wundervolle Fundgrube.

Die aufgestellte These wird auch durch meine Recherche gestützt, nämlich die Verteilung des Familiennamens Burgstaller in Österreich. Die Altvorderen schienen ziemlich sesshaft gewesen, künftig ist mit mehr Mobilität zu rechnen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Ausführungen bei Wikipedia.

Samstag, 26.02.2005

Der Meister des siebten Siegels

lautet der Titel eines spannenden Romans über das Leben des Adam Dreyling in den Wirren des späten 16. Jahrhunderts.

Geschrieben wurde dieses Buch von Johannes K. Soyener (Pseudonym eines Industriemanagers) und Wolfram zu Mondfeld (ein Prinz des Hauses Wittelsbach).

Ungeheuer spannend und detailgetreu geschrieben. Das Buch versetzt einen in die Welt von damals. So kam es mir vor.

Und genau dieses Buch war auch mit ein Anstoß, mich vor fünf Jahren noch näher mit meinen Ahnen, nämlich dem Simon bzw. seinem Vater Bendict zu beschäftigten. Der Adam Dreyling arbeitete zunächst im Bergbau in Schwaz/Tirol. Damit wurden die Lebensverhältnisse der Bergleute (wenn auch hier gut 100 Jahre vor unserem Simon und im Erzbergbau) beschrieben.

Das Buch gibt es beispielsweise bei amazon.de zum Preis von EUR 12,45 (Taschenbuch) oder in jeder gut sortierten Bibliothek.

Freitag, 25.02.2005

Kußmaul: Der Ahnherr stammte aus Böhmen - oder er küßte gut

Was sagt der Name?

von Hans Markus Thomsen

Als er seinen Namen nannte, lachte die Gastgeberin ihm ins Gesicht. Und als er bei einer Auktion dem Versteigerer seinen Namen zurief, "verbat der sich den Spaß", erzählt der Arzt Adolf Kußmaul, ein Zeitgenosse von Robert Koch, in seinen "Erinnerungen". Natürlich ist auch der Mund, weil er das stärkste Ausdrucksmittel Sprache formt, zum Familiennamen geworden. Es überwiegen die freundlichen Namen, denn schließlich sind auch Lachen und Lächeln Kinder des Mundes. So heißen etwa 1000 Leute Lachmund. Es gibt die Kosemund, allerdings erheblich mehr Surmund als Süßmund. Der Hasenscharte wurde irgendwann die Endung gekappt: Sie ist zur fröhlichen Hasenschar geschrumpft.


Den kompletten Beitrag gibt es in DIE WELT zu lesen.

Namensforschung ist ein wichtiges Gebiet für Ahnenforscher. Manchmal trägt es zum Schmunzeln bei.

Die Katzenverfolgung zur Zeit der Hexenprozesse

Es ist Freitag. Nach ungeschriebenen Regeln der Blogosphäre, gar nach geschriebenen von wortwerkstatt.at besteht Verpflichtung zu Katzencontent.



Bereits gestern wies IT&W zart darauf hin. Der Schockenwellenreiter erinnerte bereits am Mittwoch (wenn auch aus anderem Grund und für andere Spezies).

Nun wäre es zu einfach, CatContent als Pflicht abzutun. Es sollte schon mit der Thematik des Bloggs übereinstimmen.

Mit der nun verstärkt einsetzenden Hexenverfolgung, die etwa 300 Jahre dauerte und im 16. bis 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, mussten auch unzählige Katzen durch Feuer, Schwert oder auf andere grausame Weise ihr Leben lassen. Oftmals genügte sogar der Besitz einer Katze, vor allem wenn diese schwarz und ihre Besitzerin alt und gebrechlich war, um als Hexe beschuldigt und verurteilt zu werden. Wer für eine von beiden - Katze oder ?Hexe? - Partei ergriff, machte sich selbst verdächtig und hatte mit einem Verhör zu rechnen, das dann oftmals ebenfalls mit dem Todesurteil endete. Nach dem 30jährigen Krieg kam eine weit verbreitete Volksmeinung auf, dass sich eine zwanzigjährige Katze in eine Hexe verwandeln würde, und aus einer hundertjährigen Hexe wieder eine Katze würde. Diese abergläubische Vorstellung, dass sich Hexen in Katzen verbergen würden, um in dieser Gestalt besser Unheil stiften zu können, hielt sich hartnäckig bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Den vollständigen Artikel gibt es bei merlins-katzenseite.de zu lesen.

Samstag, 19.02.2005

Ahnenblatt: Familienforschung am PC

Wie heißt eigentlich Opas Opa? Und wer war mit Urgroßmutters Papa verheiratet? Ahnenforschung ist ein faszinierendes Hobby. Doch der Stammbaum wird schnell unübersichtlich.?
?Mit dem kostenlosen Programm "Ahnenblatt" stellen Sie eine Galerie Ihrer Vorfahren und Nachkommen zusammen.?
?Schließlich zeigt sich Ahnenblatt auch recht kommunikativ und ermöglicht den Import bzw. Export von GEDCOM-Dateien (Standard-Format für Programme der Ahnenforschung). Neben anderen Export-Optionen ist die Ausgabe im HTML-Format besonders pfiffig.?


Also, was hier versprochen wird, klingt nicht schlecht, um zu sagen, recht brauchbar. Und das gratis. Das ganze gibt es mit diesem Link bei Computerbild.de zu downloaden.

Freitag, 18.02.2005

Martin Luther - der Reformator

heute jährt sich der Todestag von Martin Luther zum 459 Male. Vor zwei Tagen erwähnte ich seinen Weggefährten und Mitstreiter Philipp Melanchthon.

Er bewegte die Welt und prägte die Geschichte, besonders in Europa.

Durch die Reformation und in der Folge die Gegenreformation kam es zu viel Unrecht, Vertreibungen, ja Kriegen.

Für Ahnenforscher sind diese Zeiten wichtig und bewegend.


Die Lutherstube auf der Wartburg

Bei Wikipedia können Sie eine ausführliche Biographie mit vielen Links und Bildern über Martlin Luther lesen.

Seine Werke, nicht nur die Bibelübersetzung, sind sehr ausführlich bei Gutenberg.Spiegel.de dargestellt und vielfach im Einzelnen zu lesen. Lohnend - und kostet nichts.

die Wandlung und Bedeutung von Familiennamen

Schiller und Scheel: Das Schielen der Vorfahren bescherte ihnen den Nachnamen
Was sagt der Name?


von Hans Marcus Thomsen

Was haben unser Dichterjubilar Friedrich Schiller und Altbundespräsident Scheel gemeinsam? Ihre namengebenden Vorfahren hatten einen Sehfehler, volkstümlich gesprochen: Sie schielten. Auch der österreichische Maler Egon Schiele gehörte dazu. Und auch alle, die heute Scheelke, Schael(e), Schelp, Schill, Sch(a)elch, Sche(e)ler und Schilli heißen, insgesamt etwa 20 000, verdanken ihren Familiennamen einem Schieler.


Den kompletten Aufsatz gibt es in DIE WELT zu lesen.

Manchmal sind die Ableitungen so klar. Aber darauf kommen muss man. Als Ahnenforscher ist man oft so verbohrt, dass man diese "einfachen" Verwandtschaften nicht erkennt.

Mittwoch, 16.02.2005

der große Reformator Philipp Melanchthon

neben Martin Luther, wurde heute vor 508 Jahren in Bretten/Baden (das liegt gleich "um die Ecke" von Spöck, dem Ankunftsort unseres Simon im Jahre 1686) geboren.



Er trat das Erbe von Martin Luther an. Seine herausragendste Leistung war die Abfassung und der Vortrag des Augsburgischen Bekenntnis.

Mehr zu seiner Biographie (und viele Links) können Sie bei Wikipedia erfahren.

Die "Augsburgische Konfession" gibt es bei Gutenberg.Spiegel.de zu lesen. Ein "Muss" für alle Ahnenforscher mit evangelischer Vergangenheit.

Dienstag, 15.02.2005

Salzburg aus der Sicht von Stefan Zweig

Es gab nicht nur Exulanten, die aus Salzburg flohen. Andere suchten genau diese Stadt, eben weil sie sich anderswo nicht so sicher fühlten.

So Stefan Zweig in den Jahren 1919 bis 1933. Dort schrieb er auch einen Teil seiner Lebenserinnerungen:
DieWelt von Gestern
Erinnerungen eines Europäers

Ein Buch, das sich lohnt zu lesen, beschreibt er doch viele Details zu Salzburg, die sonst in keinem Fremdenführer stehen.

Einen sehr ausführlichen Bericht zu Stefan Zweigs Salzburger Jahren mit Aufnahmen seines Hauses finden Sie bei OE1 ORF.at.

Die Tragik wollte es, dass auch Stefan Zweig ins Exil musste. Kurioserweise konnte er zu seinem "Feind" auf den Obersalzberg hinüber schauen.

Freitag, 11.02.2005

Entwicklung und Variation von Familiennamen

Rehbein und Stelzer: Bei der Namengebung wurde jede Eigenart scharf beobachtet

Was sagt der Name?

von Hans Markus Thomsen

Wer Hans Huckebein, den Namen des Unglücksraben bei Wilhelm Busch, für eine Ausgeburt dichterischer Phantasie hält, der weiß nicht, wie kurios und anschaulich zugleich unsere Familiennamen sind. Zugegeben, einen Huckebein gibt es wirklich nicht. Aber wie wäre es mit Klapperbein oder Streckbein, Hochbein oder Langbein? Auch Rehbein, Hasenbein, und Ochsenbein sind "im Angebot". Es sind Familiennamen, die alle zurückgehen auf einen ersten Namensträger, der von seinen lieben Mitmenschen scharfäugig beobachtet und dann - ihn mehr oder weniger unbarmherzig charakterisierend - so benannt wurde.


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in DIE WELT.

Mittwoch, 09.02.2005

"Evangelisch! - Gestern und Heute einer Kirche"

Leitung einer wissenschaftlichen Ausstellung zur (nieder-)österr. Protestantengeschichte, Schallaburg 2002 (20. April - 27. Oktober 2002)

In Niederösterreich evangelisch zu sein, war zu verschiedenen Zeiten nicht einfach oder sogar unmöglich! Nach einer raschen Ausbreitung der reformatorischen Bewegung und der Errichtung einer evangelischen Kirche im Lande haben seit dem vierten Viertel des 16. Jahrhunderts Bemühungen der Landesherren (Kaiser) um die konfessionelle Einheit des Landes und seiner Bewohner dazu geführt, daß das lutherische Kirchenwesen zerstört und seine Anhänger zur Bekehrung genötigt wurden. Gar nicht wenige haben sich zur Auswanderung entschlossen. Vor allem durch das Wirken der sogenannten Reformationskommissionen seit 1652 sind Tausende in die Fremde getrieben worden. Einen Schwerpunkt der Sonderausstellung sind hier gerade die Hinweise auf die Emigration (Exulanten), auf deren Ansiedlung in Franken, wo sie sich kirchlich ungemein lebhaft bestätigt haben, sowie Hinweise auf die nach Niederösterreich Gekommenen (Holzknechte, Gelehrte, Industrielle oder Facharbeiter), die hier Gemeinden gegründet haben.
Die Ausstellung zeigt das Besondere am evangelischen Glauben und seiner Kirche, wie es sich seit der Reformation gebildet und ausgeformt hat. Dabei soll die Frömmigkeit und das kirchliche Leben besonders herausgestellt werden. Exponate dazu gibt es in großer Anzahl, wenngleich der Protestantismus als eine "Buchreligion" vor allem auf das geschriebene Wort gebaut hat und durch die Katholisierung viele - die wertvollsten - Erinnerungen zerstört worden sind. Die niederösterreichischen Stifte und Klöster bewahren aber noch viele Erinnerungsstücke aus der Zeit der Konfessionalisierung auf.


Am Datum können Sie ablesen, die Ausstellung liegt schon lange zurück. Dennoch, der Hinweis im Web ist auch für Ahnenforscher interessant. Und schließlich ist Prof. Dr. Gustav Reingrabner einer der anerkanntesten Exulantenforscher.

Dienstag, 08.02.2005

Genealogie - Familiennamen bei Spreeblick

Wirklich so passiert, nicht erfunden:

Gestern in einem großen Berliner Kaufhaus. Der übliche Bezahlvorgang. Die EC-Karte der Kassiererin reichen, die sie durch den Magnetstreifenleser zieht. Warten. Sie blickt auf meine Karte.

?Das ist aber ein hübscher Name. Haeusler.?

Das hat noch keine Frau zu mir gesagt. Ich meine, es gibt wirklich hübschere Namen. ?Cash? zum Beispiel. Oder ?Rotten". Ich beschwere mich wirklich nicht, aber es gibt hübschere Namen.


Eine lustige Geschichte, aufgeschnappt bei Spreeblick, die Sie dort vollständig lesen können.

Montag, 07.02.2005

Leben im 17. Jahrhundert in Österreich und Salzburg

So bin ich auf der Spurensuche nach Simon auch immer wieder fündig, wie das Leben im 17. Jahrhundert sich etwa zeigte. Hier die Aufschriebe eines Zeitgenossen:

Ein Bauer wirft einen Pfleger in den Bach

Abraham a Sancta Clara

Ein Verwalter oder Pfleger, der seines Edelmannes Bauren tapfer schinden helfen und nach Wohlgefallen dieselbe gekämplet, kam endlich auch in Ungnaden, also, daß er seines Dienstes entlassen worden. Wie er sich nun auf den Weg gemachet, um andere Dienst umzuschauen, kam er in ein Dorf, so seinem gewesenen Herren zugehörig. Daselbst war ein Bach, daß er zu Fuß nicht wohl durch konnte, bate demnach einen Bauren, er möchte ihn doch hindurchtragen, er wolle ihm anderwärts wiederum einen Dienst erweisen. Der Bauer war hierzu gar ehrerbietig. Wie er aber mitten in den Bach gekommen und den Pfleger auf dem Rücken getragen, so fragte er denselben, wo er denn hin wolle. Der Pfleger gab zur Antwort: »Ich muß sehen, daß ich andere Dienst bekomme.« Der Bauer sagt: »Wie, seid Ihr nicht mehr bei unseren Edelmann und Herrschaft?« Der Pfleger sagte: »Nein.« Darauf sagte der Bauer: »So trag Dich der Teufel«, und wurf ihn darmit in Bach und lief darvon.

Diejenige, so allzuhart mit dem armen Bauersmann verfahren, verdienen nicht allein dergleichen Dinge, sondern haben andere Strafe von Gott zu gewarten.


Unter der Pseudonym Abraham a Sancta Clara vergbirgt sich der bürgerliche Name Johann Ulrich Megerle, geboren am 2.7.1644 in Kreenheinstetten bei Meßkirch/Baden; gestorben am 1.2.1709 in Wien.

Mehr über diesen vielseitigen Kirchenmann, er war Ordensbruder, 1677 zum Subprior und von Kaiser Leopold I. zum Hofprediger ernannt, zugleich aber auch Schriftsteller, gibt es bei Gutenberg.Spiegel.de zu lesen.

Samstag, 05.02.2005

Ahnensuche wird zum Volkssport

Die Suche nach den Ahnen boomt und ist im Internet eine der häufigsten Anfragen....



schreibt der Kurier über die Arbeit von Regine und Franz Rosenlechner in Oberwang im Salzkammergut. Die Familie Rosenlechner ist spezialisiert auf die Anfertigung von Stammbäumen, eben für die stolzen Ahnenforscher, die endlich ihre Ahnen fanden. Manchen wünschen sich auch ein Wappen. Eben jeder nach seinem Gusto und Geldbeutel.

Tatsache ist: die Ahnenforschung nimmt an Geschwindigkeit, besonders durch moderne Software, die wesentliche Erleichterungen bringen kann, wie auch durch die vielen Möglichkeiten der Recherche im Internet zu. Ich schrieb an dieser Stelle schon.

Mein Cousin Sylvan ist spezialisiert auf den möglichst vollständigen Nachweis aller Nachkommen des uns bekannten Urvaters Simon bzw. dessen Vater Benedikt. Dabei trug er bereits 3.000 Nachkommen in seinem Buch zusammen.

Ganz anders verfahre ich: Meine Spezialität liegt in der Erforschung nach Simons Leben, seines Geburtsorts, den Umständen dieser Zeit, der Geschichte, Kirchengeschichte, seiner Flucht (oder Rausschmiss aus Österreich - war eben ein Protestant), natürlich auch seines Vaters Benedikt.

Aber eines ist gewiss: Ahnenforschung macht Spaß. Besonders mit einem Blog. Ich erhalte auch außerhalb des Blogs viele Zuschriften, Anregungen, Hilfestellungen. Umgekehrt wenden sich "wildfremde" Leute an mich und stellen Fragen, weil sie mein Blog entdeckten. Dabei gebe ich auch mein Wissen gern weiter.

Freitag, 04.02.2005

Bedeutung von Familiennamen - die Linkshänder

Links und Luchte: Wer vorzugsweise seine linke Hand nutzte, wurde so genannt

schreibt Hans Markus Thomsen in DIE WELT

Paul Lincke, der Komponist populärer Lieder ("Das ist die Berliner Luft ..."), hatte einen Vorfahren, der nicht "normal" war. Der Verleger Hermann Luchterhand ebenso. Ihre namengebenden Vorfahren waren Linkshänder. Und das war nach damaligem Vorurteil ein Makel: Wenn rechts richtig ist, so lautete die gängige Meinung, dann ist links falsch. "Der Linke macht nichts recht", sagt der Volksmund.

Den vollständigen Artikel gibt es mit diesem Link zu lesen.

MATRIKELN ERZÄHLEN

hier schrieb ich schon öfter über Matriken, ohne die Bedeutung und den sich daraus ergebenden Wissenschatz näher zu erwähnen. Heute kann ich auf einen Aufsatz verweisen, der diese Thematik professionell aufhellt:

MATRIKELN ERZÄHLEN
von Ingeborg Graef, Traunreut

Eine Matrikel ist ein Personenstandsverzeichnis.
Wann bei der evangelischen Kirche in Kronstadt mit dem Eintrag von Taufe, Trauung und Tod in ein Kirchenbuch begonnen wurde, läßt sich nicht mehr genau feststellen, da der große Brand von Kronstadt am 21. April 1689 die Kirche und große Teile der Stadt heimsuchte und dabei auch viele Unterlagen vernichtete.
Die von diesem Zeitpunkt an lückenlosen Aufzeichnungen wurden in den 30-er Jahren unseres Jahrhunderts auf kleine Matrikelkärtchen übertragen und geordnet. Es entstand eine recht umfangreiche Matrikelkartei.

Vor einigen Monaten haben ein paar Mitarbeiter, zu denen auch ich gehöre, unter der Leitung von Herrn Christian Zaminer mit der Digitalisierung dieser Kronstädter Matrikel-kartei begonnen.
Für Familienforscher, deren Vorfahren im Kronstadt der Jahre 1680 bis 1939 lebten, wird das Ergebnis dieser Arbeit eine große Erleichterung sein und vielleicht auch zukünftigen Genealogen den Start in ihre Arbeit ermöglichen.

Aber auch ein Nicht-Genealoge erfährt viel über Kronstadt und die Menschen, die hier lebten.


Ich darf ergänzen: Auch der Genealoge erfährt aus diesen Matrikeln allgemein Wissenswertes, eben das Leben um die Zeit seiner Ahnen, selbst wenn er nicht in Kronstadt sucht. Es hilft zum Verständnis und legt weitere Spuren: ein ewiger, spannender Kreislauf.

Donnerstag, 03.02.2005

1200 Jahre Erzbistum Salzburg

Die Salzburger werden sagen: Schnee von gestern.

Stimmt nur teilweise. Es existiert noch eine WebSite der Universität Salzburg anlässlich der Ausstellung vom Frühjahr 1998, die über viele Details zur Kirchengeschichte, Geschichte, Universität und Stadt Salzburg berichtet.

Auch die Universität hat Grund zum Feiern

Am 20. April 798 erhob Papst Leo III. "auf Ersuchen und Befehl" Karls des Großen Bischof Arn von Salzburg zum Erzbischof und Metropoliten der neu geschaffenen bayerischen Kirchenprovinz. Zum 1200. Jahrestag gibt es im Frühjahr und Sommer 1998 liturgische Feiern und wissenschaftlichen Symposien, an denen die Universität Salzburg - teilweise federführend - beteiligt ist.

Auch viele Einheimische sind erstaunt, wenn sie hören, daß Salzburg heute die älteste geistliche Metropole im deutschen Sprachraum ist. Denn die älteren Erzbistümer von Mainz und Trier haben diesen Rang eingebüßt. Das Mainzer Erzbistum wurde 1803/05 nach Regensburg transferiert. Jenes von Trier, das seit der Spätantike bestand wurde nach der Besetzung durch die Franzosen 1794 dem Erzbistum Mecheln zugeordnet und 1821 Köln unterstellt. Dises ist seit 800 Erzbistum und damit zwei Jahre jünger als Salzburg.


Den vollständigen Artikel erreichen Sie mit diesem Link.

Dazu schrieben die Salzburger Nachrichten am 2.5.1998:
Salzburgs Erzbischöfe haben mit Macht regiert und die Stadt zu dem werden lassen, was sie geworden ist: Weltkulturerbe gegenwärtiger und künftiger Generationen. In der Verknüpfung von Macht und Glaube haben sie ihren Untertanen das Katholische zur Pflicht gemacht - und des Landes verwiesen, wer anders dachte.

Den gesamten Artikel der Salzburger Nachrichten gibt es hier zu lesen.

Mittwoch, 02.02.2005

heute mal wieder Dank nach Österreich

besonders nach Salzburg.

Da schrieb mir die Frau Superintendentin der Evangelischen Kirche Salzburg/Tirol
Frau Mag. Luise Müller
freundlicherwesie auf einen WebKontakt folgende Antwort (auszugsweise):

ich freue mich immer sehr, wenn "ehemalige" Salzburger Verbindung zu uns aufnehmen. Schön, dass Sie offensichtlich bereits einiges über Ihre und unsere Geschichte gelesen und erforscht haben. Wenn Sie aktuelle Nachrichten interessieren: wir werden wahrscheinlich mit unserer diözesanen website (www.sichtbar-evangelisch.at) im März ins Netz gehen.

Da bin ich auf die neue WebSite gespannt und "werbe" hiermit auch schon kräftig.

Dienstag, 01.02.2005

Leben im Salzburgischen im 17. Jahrhundert

Die historischen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe

Die Zeit des Zauberer-Jackel-Prozesses war stark geprägt von den Nachwehen des 30jährigen Krieges, der nicht nur konfessionelle, sondern auch schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Gerade in Krisenzeiten, als die Bettlerscharen stark anschwollen, gab es für die Oberschicht kaum Möglichkeiten diese wieder der sozialen Kontrolle zu unterstellen. Das katholische Erzbistum Salzburg war aber bislang eher bettlerfreundlich gewesen. Im 17. Jahrhundert, als in Salzburg mit einer gewissen Verspätung anderen Territorien gegenüber die neue Staatsräson sich durchzusetzen begann, stand plötzlich die demonstrative Wohltätigkeit im Widerspruch zur absoluten Ordnungspolitik. Der im 16. Jahrhundert beginnende Trend gegen jene Bevölkerungsschichten vorzugehen, die sich nicht mehr in die ständische Gesellschaft integrieren ließen, gipfelte in Salzburg im Zauberer-Jackel-Prozess.
Eine veränderte Wahrnehmung des Almosens in wirtschaftlichen Krisenzeiten kann auch als Ursache für den Hexereivorwurf gegen Bettler gesehen werden. Almosenvergabe war ein symbolischer Tauschakt, in dem der Spender als Gegenleistung für seine Gabe vom Beschenkten erwarten konnte, dass dieser für sein Seelenheil betete. Dies zeigt sich sehr gut in der Kurzformel ?Vergelt`s Gott!?. Durch die nach dem Krieg auftretenden Mängel und die sich ständig ändernden Sozialstrukturen geriet der Spender zunehmend in einen Konflikt zwischen seiner christlichen Pflicht des Gebens und der Wahrung seiner eigenen Interessen. Zudem wurde zunehmend zwischen ?ehrlichen?, also wahrhaft bedürftigen, und ?unehrlichen? Armen, die nur auf schnelles Geld aus waren, unterschieden, wobei der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen oft nur schwer auszumachen war. Die Bereitwilligkeit zur Verteilung von Almosen nahm also deutlich ab.


Ausschnitt aus einer Betrachtung von wurzelwerk.at, mehr?


Es fällt uns heute allen schwer, sich das Leben im 17. Jahrhundert vorzustellen. Nur durch Literatur, Sagen und "ausgeschmückte" Geschichten erhalten wir einen Einblick in die damalige Zeit. Dies ist für Ahnenforscher außerordentlich wichtig, um mit Phantasie neue Thesen aufstellen zu können.

Montag, 31.01.2005

bekanntlich besitzt die Medaille immer zwei Seiten

Regensburg war die erste, wichtigste Stadt als Anlaufstelle für die österreichischen Glaubensflüchtlinge im 17. und 18. Jahrhundert (auch schon zuvor).

Mehrere ausführliche Kapitel widmet Werner Wilhelm Schnabel der freien Reichsstadt Regensburg (zugleich Sitz des ständigen Reichstags) in seinem Buch

Österreichische Exulanten in Oberdeutschen Reichsstädten
Zur Migartion von Führungsschichten im 17. Jahrhundert


Auch die finanzielle Situation der Reichstädte wie der Exulanten wird sehr detailliert und anschaulich beschrieben. Nicht alle Exulanten waren arm, teilweise ganz im Gegenteil. Umgekehrt zeigte sich die Finanzsituation der Reichsstädte manchmal äußerst bedrohlich und konnte nur durch Extra-Steuern bei den (reichen) Exulanten sowie Darlehen von diesen behoben werden. Besonders Regensburg zog zwangsläufig viele Adelige und reiche Kaufleute an.

In Regensburg wurden zahlreiche Stiftungen durch Mittel von Exulanten errichtet, wie umgekehrt Stiftungen gezielt zur Unterstützung von Exulanten dienten.

Auch heute noch existieren in Regensburg Stiftungen, die bereits mehrere Jahrhunderte alt sind. Lesen Sie mehr zu Regensburger Stiftungen hier.

Sonntag, 30.01.2005

Herkunft der Familiennamen Teil 2

In diesem Beitrag schrieb ich schon über Herkunft und Varianten von Familiennamen. Heute möchte ich den Beitrag etwas mehr über die Familiennamen im Raum Stuttgart und Baden-Württemberg einschränken.

Döring: Ein Stuttgarter mit Thüringer Vorfahren
Was sagt der Name?

von Hans Marcus Thomsen

Nur auf den ersten Blick sollte verwundern, dass ein waschechter Schwabe, wohnhaft in Stuttgart, Döring heißt - umgelautet aus Düring, Dühring, also eigentlich ein Thüringer ist. Jeder vierte Stuttgarter ist heute ein Ausländer, und viele Familien, die seit Generationen in Stuttgart zu Hause sind, haben einen Vorfahren, der irgendwann einmal zugewandert ist. Ihre Namen bringen es an den Tag und zeigen, dass praktisch alle deutschen Stämme in der Schwabenkapitale versammelt sind:


mehr lesen Sie dazu im vollständigen Artikel in DIE WELT.

Freitag, 28.01.2005

Gerührt

Ahnenforschung sorgt manchmal für schwierige Situationen. Man kommt Details von Menschen und Umstände zu wissen, die bei den direkten Angehörigen und/oder Betroffenen selbst nicht oder nur vage bekannt sind. Was macht man mit dieses Wissen?

schreibt hier eine Leserin (wer ? kein Name) in ihrem Blog

Solche freudigen Ereignisse konnte ich auch schon registrieren (sie stehen der Diskretion halber nicht alle in meinem Blog).

Donnerstag, 27.01.2005

vergrabene Schätze Salzburger Exulanten

Das Hündlein mit der Fackel

Zwischen Kirchgaß und Schwaig im Untermoos liegt das Krahlehen, ein Bauerngut. Früher stand das dazugehörige "Zimmer"- (Stallung und Scheune) westlich vom Wohnhause, und die Viehgasse ging mitten zwischen beiden durch.

In dem "Zimmer" nun geisterte es oft gewaltig herum. Wenn die Stallmagd nachts in den Stall hinausging, sah sie oft ein kleines Hündlein, das, auf einer kleinen Truhe sitzend, eine Fackel im Maule hielt. Auffallenderweise brannte das "Zimmer" auch wiederholt nieder, ohne daß das so naheliegende Wohnhaus den geringsten Schaden litt; die Ursache des oftmaligen Brandes schrieb man dem Hündlein mit der Fackel zu und baute endlich das )Zimmer" nördlich vom Wohnhause auf. Als man später auf der Brandstatt nachgrub, fand man an der Stelle, wo das Hündlein zu sitzen pflegte, einige Kisten voll Geld. Von daher schreibt sich auch der frühere Reichtum der Krahlehenbesitzer her, der so bedeutend war, daß man, als eine Tochter zum Schaidl in die Hachau hinaus heiratete, das Geld auf Wagen nachführte. Das auf der Brandstatt aufgefundene Geld soll gelegentlich der Emigration der Protestanten aus Salzburg dort vergraben worden sein.


Quelle: R. von Freisauff, Salzburger Volkssagen, Bd. 2, Wien/Pest/Leipzig 1880, S. 579, zit. nach Leander Petzold, Sagen aus Salzburg, München 1993, S. 223.

Noch mehr traditionelle Sagen und Märchen können Sie bei Sagen.at lesen

Mittwoch, 26.01.2005

Max Gandolph, Graf von Kuenburg

Salzburger Erzbischof und Landesfürst wird immer wieder mit der Vertreibung der Exulanten genannt.

Es gibt aber auch anderes über ihn zu berichten:

Die Zeit des Regierungsbeginnes des neuen Landesfürsten war noch von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges geprägt. Landstreicher, abgedankte, mittel- und heimatlose Soldaten, Fälscher und Gesindel versuchten in Salzburg sesshaft zu werden. Die Regierung Max Gandolphs trug viel zur Entwicklung Salzburgs zum modernen Staat bei. Neue Behörden wurden eingerichtet, weitere polizeistaatliche Verordnungen ergingen. Man findet eine Feuerlöschordnung von 1677 mit dem Gebot der viermaligen Kehrung der Kamine pro Jahr, eine Ruhe- und Sicherheitsordnung mit dem Verbot des Schießens und der Zusammenrottung von mehr als fünfzehn bis zwanzig Personen, eine Almosenordnung von 1678 mit der Einführung eines ?Bettlerkatasters?, eine Sauberkeitsordnung zur Vermeidung des Gassengießens und der Anordnung, dass einmal pro Woche und vor Feierlichkeiten vor den Häusern zu kehren sei, sowie eine Infektionsordnung von 1679, um nur einige Beispiele zu nennen. Während der Regierungszeit dieses Landesfürsten suchte eine große Naturkatastrofe die Stadt Salzburg heim, die sogar im Ausland Beachtung fand. Am 16. Juli 1669 erfolgte ein Bergsturz im Gstättenviertel, der rund ein Dutzend Häuser, das Priesterseminar und zwei Kirchen vernichtete und zweihundertzwanzig Menschenleben forderte. Im Mai 1669 ertranken zweiundsechzig Dürrnberger Wallfahrer in der Salzach. Auch Max Gandolphs Regierungszeit sollte nicht frei von Kriegswirren bleiben. Frankreich besetzte nämlich 1670 Lothringen, führte 1672 bis 1678 Krieg gegen Holland und erhob gegen das Reich Gebietsansprüche. Max Gandolph stellte ein Reichskontingent unter Major von Freysing, das gegen Philippsburg und in der Rheinpfalz eingesetzt wurde. Auch eine neue Türkengefahr bis hin zur Belagerung Wiens im Jahre 1683 entstand. Wie schon oft zuvor hatte auch das Erzstift die sich daraus ergebenden Belastungen mitzutragen. Gegen die Bedrohung Wiens wurden seitens des Erzstiftes Waffen, Munition, Bargeld und ein Kontingent von 800 Soldaten zur Verfügung gestellt. Vor der Belagerung Wiens suchte Eleonore, die Witwe Kaiser Ferdinands III., beim Erzbischof um Asyl an. Sie wurde auf dem Gnigler Feld empfangen, blieb 14 Tage lang in Salzburg und reiste dann nach Innsbruck weiter.?
?Max Gandolph ging fest und treu der alten Tradition der katholischen Kirche nach. Die Kirchen von Seekirchen, Maria Plain und die Kajetanerkirche wurden errichtet. Weitere Niederlassungen der Augustiner-Eremiten entstanden, über das ganze Land verteilt wurden zwölf neue Vikariate gegründet. 1680 wurde der Sebastianstag gebotener Feiertag. Nachdem vorangegangene Belehrungen der Protestanten nichts bewirkten, musste Max Gandolph zu anderen Mitteln greifen, wollte er nicht riskieren, dass das Luthertum noch weitere Kreise der Bevölkerung durchsetzte. Am 20. Oktober 1684 wurde deshalb die Ausweisung von Untertanen mit lutherischem Bekenntnis aus dem Defereggental in Osttirol verfügt. Der Auszug der ersten Protestanten aus dem Erzstift begann. Etwa 1000 Personen wandten sich nach Augsburg, Regensburg und Ulm. Besonders hart war aber, dass die Kinder im Alter unter fünfzehn Jahren im Erzstift zurückgehalten wurden, um sie von katholischen Vormündern erziehen zu lassen. Die Hälfte des Vermögens der Vertriebenen wurde zur Bedeckung der dafür auflaufenden Kosten zurückbehalten. Im Jahre 1685 ließ Max Gandolph auch Untersuchungen gegen die protestantischen Dürrnberger Salzbergknappen führen. Zuerst versuchte man es mit einer Einschüchterungstaktik. Die Führer, darunter Schaitberger, wurden verhaftet und für fünfzig Tage inhaftiert. Danach entließ man sie aus dem Bergdienst und ließ sie vierzehn Tage lang Bußarbeit verrichten. Waren sie immer noch nicht bekehrt, folgte die Ausweisung aus dem Erzstift. Sechzig bis siebzig Knappen wurden in der Zeit von 1686 bis 1691 ebenfalls des Landes verwiesen.


Den vollständigen, hochinteressanten Beitrag können Sie bei Salzburg Coins Interactive lesen.

Dienstag, 25.01.2005

Auf den Spuren des Berchtesgadener Fürstpropsts Cajetan Anton Notthafft

Sicherlich spielen Sitzordnungen auch noch heute bei offiziellen Anlässen eine wichtige Rolle, aber wohl kaum irgendwo anders erscheint das Machtgefüge des Alten Reiches so anschaulich wie im Reichssaal des Alten Rathauses zu Regensburg. Der Sitz des Kaisers oder dessen Vertreters, des Prinzipalkommissars, befand sich an der südlichen Schmalseite des Saales auf einem Podest mit vier Stufen, die mit rotem Tuch bespannt waren. Beiderseits des kaiserlichen Thrones, allerdings zwei Stufen tiefer, saßen die weltlichen und geistlichen Kurfürsten oder deren Vertreter auf rotbezogenen Bänken. Die Bänke an den beiden Langseiten des Saales, nur eine Stufe hoch und grün bezogen, waren für die Reichsfürsten oder deren Gesandte bestimmt. Die westliche Bankreihe war den weltlichen Fürsten vorbehalten, auf der östlichen nahmen die geistlichen Fürsten Platz. Da es sich bei diesen fast durchwegs um solche katholischer Konfession handelte, errichtete man für die zwei evangelischen Bischöfe von Osnabrück und Lübeck eine eigene Bank links vorne im Saal und dem Rang der Reichsfürsten entsprechend, eine Stufe hoch und mit grünem Tuch bezogen. Die Fläche des Saales nehmen - ohne Erhöhung - zwei Reihen einfacher Bänke ein. Die Bänke vorne links waren den schwäbischen und rheinischen Prälaten vorbehalten; die der rechten Seite den schwäbischen, wetterauischen und westfälischen Grafen. Nach rückwärts folgten die Vertreter der Reichsstädte, die ebenfalls in eine "Rheinische Bank" und eine "Schwäbische Bank" geschieden waren. Hinter diesen, getrennt durch eine Schranke hatten die Sekretäre und das Personal der Gesandten ihren Platz.

Auszug aus der Homepage der Familie Notthafft von Harald Stark, auf die ich hier schon einmal verwies.

Interessant ist die "Schwäbische Bank". Dazu berichtete ich hier schon einmal und möchte Sie zugleich auf den Artikel des Landesarchivs Baden-Württemberg verweisen.

Sonntag, 23.01.2005

Sprache in Urkunden des 17. Jahrhunderts

BayHStA. München
Notthafft-U 1106/III

1646, 30. Dezember
Erbeinigung und Familienvertrag zwischen Johann Heinrich Notthafft Graf v. Wernberg auf Wiesenfelden, Johann Albrecht Nothaft Frhr. v. Wernberg auf Runding, Franz Ignatz Notthafft Frhr. v. Wernberg auf Aholming und Christoph Meinrat Notthafft v. Wernberg auf Runding: 1

In dem Namen der Heiligen Vntheilbaren Dreyfaltigkeit, Gottes des Vattern, Sohns vnd Heilligen Geists, bekhen(n)en wür hernachbenante, nemblich ich Johann Hainrich Notthafft Graff vnnd Herr von Wernberg auf Wisenfelden, der Röm. Kay. May. Reichshofrath vnd Cam[m]erer, dan(n) ich Johann Albrecht Nothafft Freyherr von Wernberg auf Runding, Churfürstl. Drchlt. in Bay(e)rn Pfleger zu Wetterfeldt, wie auch ich Francisc[us] Ignati[us] Nothafft Freyherr von Wernberg auf Aholming p. vnd ich Christoph Menratt Notthafft von Wernberg auf Runding p. mit Bewilligung hieobgedachten meines lieben Herrn Vattern, Johann Albrecht, sambt vnd sonders offentlich gegen meniglich, für vnß, vnßer Erben vnd Nachkhomben, wiewoll vnsere liebe Voreltern, die Nothafften vnd Herrn von Wernberg, schon hiebeuor vnderschidene Burgfriden vnd Erbainigungen, auch ander löbl(iche) Verträg für sich vnd vnß, ihre Nachkhomben, vndereinander aufgericht vnd zu desto besserer Erhaltung vnd Aufnem[m]en vnsers Nam[m]ens vnd Stammens gepflogen vnd verglichen; wür auch alle dieselbe, so weitt sye nachfolgendts nicht außtruckhlich verendert worden, in allen nochmallen wollen confirmirt, ratificirt vnd guetgehaissen, auch kheines wegs geschmellert, noch aufgehebet haben; Daß wür jedoch gegenwürdig zu Gemiett gezogen, die grosse Verenderung aller Ding vnd von Tag zu Tag begebente neüe Zufähl, so ohne vernere Erkhlerung leichtlich Miß Verstandt vnd schwere Ihrungen erweckhen khönnen. Auch solchem nach weill nunmehr dieser ganze Nam[m]en vnd Stam[m]en allain auf vnnß beruehet, für vnnß vnd alle vnsere Erben vnd Nachkhom[m]en, vachfolgendter Articul vnd fernern Ewigen Vertrags ainig worden, darob wür, alle vnsere Erben vnd Nachkhom[m]en, bey Special vnd General Verpfendtung aller vnserer jetziger vnd khönfftiger Haab vnd Güetter, wo die gelegen vnd wie sye genandt, nichts außgenom[m]en, getreülich, vest vnd bestendtig halten, auch auf khaine erdenkhliche weiß darwider handlen sollen; Also das auch das jenige, was hirwider beschäche ipso Jure null vnd nichtig sein vnd nimermehr zu khainer Khrafft kom[m]en soll.
Fürs Erste wollen wür insonderhait weillandt Herrn Hainrich Nothaffts zu Wernberg p., Tresorirs von Hollandt, Seelandt, Frießlandt vnd Hennegau, auch Vicedombs in Nid[er] Bay(e)rn p., am Sambstag vor St. Pauli Bekehrung Tag Im Jahr Christi Vierzehenhundert vnd Vierzig zwischen seinen dreyen Söhnen, auchw eillandt Herrn Haimeran, Hainrich vnd Albrechten den Nothafften, woll aufgerichten Thaillbrieff vnd Fideicommissarische Verordnung, hirmit nochmalß acceptirt, ratificirt vnd guetgehaissen, auch alles das jenige, so von ainigen andern vnsern Voreltern od[er] sonsten hirwider beschechen, für crafftloß, null vnd nichtig erkhendt vnd gehalten haben, also das hinforth weder von vnn0 noch vnsern Erben vnd Nachkhom[m]en auf kheine weiß noch weeg hiewider nicht mehr solle gehandlet werden.


Die vollständige Urkunde können Sie hier lesen.

Ohnehin empfehle ich allen, die an Geschichte, Kirchengeschichte, Adel oder Ahnenforschung interessiert sind, mal zur Homepage von Harald Stark, "Die Geschichte der Familie Notthafft" zu surfen. Eine wahre Fundgrube mit vielen Quellen und Verweisen. Es lohnt!

Freitag, 21.01.2005

endlich mal wieder Salzburg

da fügt es sich außerordentlich geschickt.

Meine Frau hält im März beim Stadtmarketingforum in Salzburg einen Vortrag.

So bleibt mir genügend Zeit, mich in Salzburg um die Ahnenforschung zu kümmern, insbesondere das Erzbischöfliche Konsistorialarchiv Salzburg, Saalfelden, Scheffau, Hallein und Dürrnberg besuchen, Matriken und alte Urkunden einsehen.

Sicher bleibt auch noch Zeit mit karl vom TangoBlog mal wieder einen Schwatz im Kaffeehaus zu halten, Erinnerungen austauschen und übers Wiedersehen freuen.

Bedeutung, Herkunft und Variationen von Familiennamen

auch Etymologie genannt. In diesem Zusammenhang schrieb ich schon über Salzburger Familiennamen.

Wenn Sie unsicher über frühere Schreibweisen Ihres Familiennamens sind, empfehle ich Ihnen, immer Freitags in der Welt nachzuschauen. Hier der heutige Artikel als Auszug:

Nase und Ohr: Große oder knubbelige Zinken boten Anlaß für neckische Namen
Was sagt der Name?

Von Hans Marcus Thomsen

Sie ist oft Gegenstand des Spottes und anzüglicher Anspielungen: An der Nase läßt sich eben vieles "festmachen". Karl Friedrich Wilhelm Wander hat in seinem "Sprichwörterlexikon" allein 416 Nasenweisheiten zusammengetragen. Und in den "Deutschen Rechtsaltertümern" von Jacob Grimm erfahren wir zum Beispiel, daß im Mittelalter ein wegen falscher Schmähreden Verurteilter sich beim öffentlichen Widerruf an die eigene Nase fassen mußte.


Zum vollständigen Artikel der Welt surfen. Und wenn Sie dort die alten Beiträge nachschlagen möchten: einfach im Archiv stöbern, Stichwort Name oder Familiename. Ein großer Fundus wissenswerter Aufsätze erwartet Sie.

Donnerstag, 20.01.2005

Auf der Spur der Exulanten

Reise in die Vergangenheit

Viele alteingesessene Franken haben österreichische
Vorfahren. Schon hundert Jahre vor den bekannteren
»Salzburger Exulanten«, nämlich ab 1627, sind Exulanten aus dem Waldviertel Österreichs nach Franken gezogen. Die Evangelischen aus dem Alpenland siedelten in den von Hungersnot und Seuchen entvölkerten Gebieten zwischen Ansbach und Nürnberg. Für viele Franken ist ein Besuch dort eine Reise in die Vergangenheit.


Frank Wairer schreibt im Sonntagsblatt-Bayern.de mehr.

Und dazu auch passend »Evangelisches Österreich seit 1520« Ein historischer Überblick
ebenfalls im Sonntagsblatt-Bayern.de.

Der lustige Friedhof

nein, nein, nicht makaber, eher zum Schmunzeln

Folgen Sie dem Link zum Museumsfriedhof.

Mittwoch, 19.01.2005

Kirchenaustritte: Spitze in St. Pölten

Von Heiner Boberski
Der Anstieg der Austritte aus der katholischen Kirche war in der Diözese St. Pölten am stärksten. Bei den Evangelischen lief der Trend anders - außer in Niederösterreich.

Vollständig können Sie den Artikel bei der Wiener Zeitung lesen.

Und das nun rund 450 Jahre nach dem Augsburger Religionsfrieden. Was wäre gewesen, die Habsburger hätten den Passauer Vertrag und den Augsburger Religionsfrieden tatsächlich mit der immanenten Liberalität umgesetzt? (Dann wäre ich vermutlich nun in Salzburg zu Hause und würde mich mit zwei "ll" schreiben).
Weiterlesen

so schnell ist man verwandt Teil 2

Sie entsinnen sich vielleicht noch an meinen Beitrag vom 4. Januar 2005. Prof. Dr. Manfred Raupp, mit dem ich über Kommentar diskutierte, stellte mir freundlicherweise seinen Stammbaum zur Verfügung. Diesen möchte ich hier nur mit dem relevanten Auszug veröffentlichen:

5. Johann Wilhelm Raup, (1.Hans1) * 17.02.1731, Staffort, Stand/Beruf: Bauer. Er heiratet
Anna Margarethe Raupp Raupp, 19.11.1754, in Staffort, * Blankenloch, (Tochter von
Heinrich Raupp). Johann gestorben: 19.10.1762, Staffort.
Kinder:
i Anna Margaretha Raup, * 24.04.1729, Büchig.


Diese Anna Margretha Raup müsste vom Alter identisch sein, mit der bei Sylvan Burgstahler im Stammbaum aufgeführten Margaretha Raupp. Sylvan wird das klären, da bin ich sicher. In Sylvans Ahnenbuch finden sich auch noch drei weitere Raupp: Christina (1810) und Gottlieb sowie Joh. Christoph (1807). Diese drei finden sich nicht im Stammbaum von Manfred Raupp.

Freundlicherweise sandte mir Herr Raupp noch zwei weitere Namen Burgstahler. Diese müsste Sylvan oder ich noch verifizieren.

Das schöne an der Ahnenforschung ist, wie auch in der Blogosphäre, man kann meist mit kollegialer Mithilfe rechnen.

Dienstag, 18.01.2005

Der Passauer Vertrag von 1552 und seine Auswirkungen auf die (Kirchen-) Geschichte

Da schrieb ich kürzlich einen Beitrag zum Augsburger Religionsfriede. Der Augsburger Religionsfriede ist natürlich immer im Zusammenhang mit dem Passauer Vertrag zu sehen. Folgend ein Ausschnitt aus einem Vortrag von

Albert Strohm:
"Dekan i.R. des Evang.-Luth. Dekanatsbezirks Passau"

(Manuskript eines Vortrags vom 24.3.2001)

Zuerst: Wie kam ich dazu, mich mit dem Thema zu befassen? Ich bin ja kein Berufs-Historiker. Vor einiger Zeit machte ich mir klar, daß im Jahr 2002 der Passauer Vertrag 450 Jahre alt wird, den ich als Datum der Geschichte im Kopf hatte. Wie wichtig war es eigentlich? Ich griff ins Regal nach Leopold von Rankes Geschichte der Reformation und las da, der PV sei ?ein unermeßliches Glück für Deutschland? gewesen. Es wurde interessant. Ich fand die Tafel am Haus Domplatz 6, die ich bisher nie recht beachtet hatte: ?Diese Inschrift sey dem, der sie liest, ehrwürdig. Denn hier wurde von den ersten Fürsten Deutschlands und ihren Abgeordneten der PASSAUER VERTRAG vom 22.Mai bis 7.August 1552 behandelt und geschlossen, der die Fackel des damals wüthendsten Religionskriegs erstickte und den ersten Grundstein zur Christlichen Religionsduldung legte. Diesem wichtigen und würdigen Angedenken widmete diesen Stein Graf Joseph von Starhemberg, Domherr zu Salzburg und Passau, dermaliger Inhaber dieses Kanonialhofes im Jahre 1790.?. Wenn das stimmt, was er vom PV sagt, so wäre er ein ganz wichtiger Meilenstein in der Leidensgeschichte der Toleranz in den christlichen Kirchen und im Staat, die erst in unseren Tagen zu Ende zu gehen scheint. Wichtig war mir, eine Stimme aus der heutigen röm.-kath. Kirche zu hören. In seiner Kleinen Passauer Bistumsgeschichte von 1988 zitiert Prof. Wilhelm Leidl seinen Vorgänger, den Passauer Kirchenhistoriker Josef Oswald:? Seit den Tagen von Passau ist es allen offenbar geworden, daß die Reformation gesiegt hat und der Kaiser unterlegen ist. Daß damit freilich auch die christliche Einheit Deutschlands und des Abendlands endgültig verloren war, drang erst allmählich ins Bewußtsein.? Der PV doch ein Unglück für die Ökumene und das Abendland? Sahen deshalb ähnlich wie beim Westfälischen Frieden von 1648 und seinen Jubiläen beim Gedenken an den PV nur wir Protestanten so richtig Grund zum Feiern? Das Gespräch mit den Historikern der Passauer Universität ergab, daß das Ereignis so bedeutsam erscheint, daß anläßlich des 450.Jahrestags ein gewichtiger Rückblick nicht fehlen darf. Entsprechende Vorbereitungen kamen in Gang ? mit erstaunlichem Echo in Deutschland und darüber hinaus. Ich hatte inzwischen die Möglichkeit, mir ein genaueres Bild von der Sache zu machen und soll nun davon in der gebotenen Kürze berichten, um Ihren Appetit auf weitere Studien anzuregen.


Den gesamten Vortrag können Sie beim Evangelisch-Lutherischen Dekanat Passau lesen. Sehr lohnend, für Interessierte an Ahnenforschung wie auch Geschichte und Kirchengeschichte.

Montag, 17.01.2005

Das Freudengäßle zu Rothenburg

Ein Volksbüchlein v. Aurbacher, München 1839, II., 194

In Rothenburg ob der Tauber ist ein Gäßle, das heißt das Freudengäßle. Dort hat vorzeiten der Scharfrichter seine Behausung gehabt. Wie aber dieses zu dem Namen gekommen ist, davon wird folgende Geschichte erzählt:

Als nach der Schlacht bei Nördlingen der Tilly in Rothenburg eingezogen ist, hat man ihm und seinen Leuten ein stattliches Mahl zubereitet im Rathaus. Dabei wurde ihnen denn auch in einem großen Humpen, der noch heutigentags zu sehen ist, Wein kredenzt vom Rothenburger Gewächs, dem besten. Als nun Tilly den Wein an den Mund setzte, fand er diesen ganz abscheulich; und vermeinend, daß die Rothenburger ihm diesen Trank zum Spott gereicht hätten, ergrimmte er in Zorn und sprach zu Bürgermeister und Ratsherren: »Dieser euer Wein soll euch schlecht bekommen; denn ich sage euch: Wenn nicht einer von euch diesen Humpen in einem Zug austrinkt, so seid ihr alle des Todes.« Und er ließ auch sogleich den Scharfrichter holen, daß er bereitstehe mit seinem Schwert, um einem nach dem anderen den Kopf abzuhauen.

Da erbarmte sich aus Patriotismus einer der jüngeren Ratsherren der übrigen und trat vor und trank den Wein allein in einem Zug aus, wie es der grausame Tilly verlangt hatte.

So sind Bürgermeister und Ratsherren mit dem Leben davongekommen, und der Scharfrichter ist unverrichteterdinge wieder abgezogen.

Darüber ist nun in Rothenburg große Freude gewesen. Und es wurde wegen dieses Ereignisses jenes Gäßle, in dem der Scharfrichter seine Wohnung gehabt hatte, von der Zeit an das Freudengäßle genannt.


Diese Sage fand ich bei Gutenberg.Spiegel.de. Passend dazu, gibt es auch einen Link zum geschichtlichen Hintergrund, bei Burgen.Strasse-online.de. Es ging recht robust zu, in den Zeiten des 30jährigen Kriegs.

Samstag, 15.01.2005

Der Dreißigjährige Krieg sein religiöses und politisches Fundament

Wikipedia zeigt die Ereignisse und Folgen des 30jährigen Kriegs völlig neu und in einer außordentlichen Tiefe.

Gliederung:

1) Das 16. Jahrhundert und der Sonnabend vor dem Krieg: a) Europa unter dem Einfluss der Reformation und der Gegenreformation b) Das HHR und die Kurfürsten c) Übersicht über die Staaten, welche später maßgeblich am Dreißigjährigen Krieg beteiligt waren d) Krisenherde vor dem 30-jährigen Krieg e) Militärische Revolution im 16. Jahrhundert f) Gründe die zum Dreißigjährigen Krieg führten g) Der Prager Fenstersturz

2) Der Kriegsverlauf zwischen 1618 und 1648: a) Der böhmisch - pfälzische Krieg ( 1618-1625) b) Der Niedersächsisch ? Dänische Krieg (1625-1629) c) Der Schwedische Krieg (1630-1635) d) Der Schwedisch - Französische Krieg (1635 ? 1648)

3) Westfälischer Friede und die Folgen des Krieges: a) Der Westfälische Friede b) Die Folgen des Krieges c) Nachwort


Inhaltsverzeichnis
1 Das 16. Jahrhundert
2 Europa unter dem Einfluss der Reformation und der Gegenreformation:
3 Das HHR und die Kurfürsten:
4 Übersicht über die Staaten, welche maßgeblich am Dreißigjährigen Krieg beteiligt waren:
5 Krisenherde vor dem Dreißigjährigen Krieg:
6 Gründe die zum Dreißigjährigen Krieg führten:
7 Der Prager Fenstersturz:
8 Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-25)
9 Niedersächsisch ? Dänischer Krieg (1625 ? 1629)
10 Der Schwedische Krieg (1630 ? 1635)
11 Der Schwedisch ? Französische Krieg (1635 ? 1648)
12 Der Westfälische Friede (1648)
13 Die Folgen des Krieges:
14 Nachwort

Dieser Beitrag ist für alle Ahnenforscher in Europa wichtig, die im 16. und 17. Jahrhundert nicht mehr so ohne weiteres zum Ziel gelangen und damit auf weitere geschichtliche Zusammenhänge angewiesen sind.

Donnerstag, 13.01.2005

Der Augsburger Religionsfriede dokumentiert im Hauptstaatsarchiv Stuttgart

?Nach der Anerkennung des lutherischen Bekenntnisses im Augsburger Religionsfrieden festigte Herzog Christoph mit einer Reihe von Verordnungen die organisatorische Struktur seiner Herrschaft und Verwaltung im Herzogtum Württemberg und machte es damit zum Modell eines evangelischen Staates. Grundlegend für die Lehre der evangelischen Kirche in Württemberg wurde die 1552 von Johannes Brenz ausgearbeitete "Confessio Virtembergica", das Württembergische Bekenntnis, neben der Augsburger Konfession von 1530. Die "Confessio Virtembergica" und die Kirchenordnung von 1553 mit dem Katechismus von Brenz gingen neben anderen in die große Württembergische Kirchenordnung Christophs von 1559 ein, die den Abschluss der Neuordnung des Kirchenwesens markierte. Der Landtagsabschied von 1565, der wiederum maßgeblich von Brenz formuliert worden war, schrieb schließlich die kirchliche und politische Verfassung des Herzogtums Württemberg für die Zukunft fest.?

Auszug zur aktuellen Ausstellung "Der Augsburger Religionsfriede und Württemberg" im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Den vollständigen Beitrag können Sie hier lesen, noch besser, besuchen Sie die Ausstellung (Stuttgart ist immer eine Reise wert!).

Was hat das nun mit unserem Simon zu tun? War über 100 Jahre vor seiner Geburt. Die Reformation und anschließende Auseinandersetzungen der Stände und Konfessionen teilten Länder und Bevölkerung, damit eben auch Vertreibungen aus Österreich. Geschichte muss vor und nach den eigentlichen Ereignissen untersucht werden.

KAISER, KÖNIG, EDELMANN?


Auszug aus einem Aufsatz:

Die sozialen Schichten im Mitteleuropa des 17. Jahrhunderts
von Günter Ofner, Dezember 2004

?Kaiser, König, Edelmann; Bürger, Bauer, Bettelmann; Straßenkehrer, Stiefelputzer, Dieb? so lautete ein Kinder-Auszählreim noch in meiner Jugend in den 60er-Jahren des 20. Jahrhundert in Niederösterreich.
Ich weiß nicht wie alt dieser Reim ist, aber er gibt ziemlich genau die soziale Schichtung vor der Aufhebung der Grundherrschaften (1848) und vor der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 wieder.
(?Kaiser, König, Edelmann; Bürger, Bauer, Bettelmann, Kaufmannstochter, Leinenweber, Schuster, Schneider, Totengräber, Hausinspektor, Hausdirektor, du verflixter Zuckerbäcker? war eine andere Version, deren Schluß sicher später angefügt worden war.)

In Wesentlichen waren es sieben vertikal angeordnete Schichten, vom Kaiser an der Spitze bis zum Fahrenden Volk an der Basis. Aber das war nicht überall gleich und es gab auch genügend Ausnahmen. So konnten die Bürger der Städte direkt unter dem Kaiser stehen (in den Reichsstädten) und damit auf der Ebene der Reichsfürsten. Aber sie konnten auch unter einem Reichsfürsten stehen (in den Landesfürstlichen Städten), also auf der Ebene der Grundherrschaften. Und dann gab es noch die große Zahl der Städte, die weder Reichs- noch Landesfürstliche Städte waren und damit einer Grundherrschaft (oder mehreren) unterstanden. Diese standen damit auf der Ebene der Bauern (Grundholden), waren aber meist besser gestellt als diese. Ich will aber dem Text nicht zu sehr vorgreifen.
Diese Darstellung ist als Übersicht gedacht und damit zwangsläufig vereinfachend. Man könnte darüber natürlich ganze Buchreihen verfassen. Trotz dieser Vereinfachung sowie aller regionalen Unterschiede, Ausnahmen und Grauzonen ist diese siebenschichtige Struktur eine brauchbare Basis der Darstellung und deshalb habe ich sie auch gewählt.


Der Verfasser des Artikels, Günter Ofner, Wien, stellt diesen Artikel Interessierten per Mail (20 Seiten word.doc) gern zur Verfügung. Lesen Sie folgend sein Mail an die "Austria-L -- Familienforschung in Oesterreich [deutschsprachige, offene Liste]" (http://list.genealogy.net/mailman/listinfo/austria-l) vom 12.12.04:

Meldungen des Tages:

1. Das 17. Jahrhundert - Artikelserie (Günter Ofner)


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Message: 1
Date: Sat, 11 Dec 2004 16:27:50 +0100
From: Günter Ofner
Subject: [Austria-L] Das 17. Jahrhundert - Artikelserie
To: Mailliste Österreich
Message-ID: <011701c4df95$f977b6b0$773abad4@namefuaps8q6pr>
Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-1"

Liebe Kolleginnen und Kollegen!


Den meisten von uns ist es bei der Erforschung der eigenen Vorfahren so ergangen, daß man durch das 20. und 19. Jht. rasch vorwärtskommt, auch das 18. Jht. bald bewältigt und den Rest des Forscherlebens dann im 17. Jht. verbringt.

Das hängt mit der Verdopplung der Ahnen in jeder Generation zurück zusammen. Alleine in der 10. Generation hat jeder von uns 1024 Ahnen (Doppelahnen ausgenommen), also mehr als in den Generationen 1 - 9 zusammen.

Auch der Umstand, daß es vor dem 17. Jht. (1600) kaum erhaltene Kirchenbücher gibt, spielt da eine wesentliche Rolle.

Natürlich kann man auch in der Zeit vor dem Beginn der Kirchenbücher forschen, aber jeder, der das schon probiert hat, weiß, wie schwierig und problematisch das ist.



In der Praxis sucht und findet man etwa 80% der eigenen Vorfahren im 17. Jht. und den angrenzenten zwei Jahrzehnten.

Deshalb ist die Lebensweise der Menschen damals für fast jeden Ahnenforscher von so emminenter Bedeutung.



Ich habe daher begonnen eine Artikelserie über das 17. Jht. zu verfassen, in die das Wissen vieler guter Sachbücher, aber auch viele eigene Forschungserkenntnisse, vor allem aus Niederösterreich, Südböhmen und Österreichisch Schlesien eingeflossen sind.

Der erste Teil mit dem Titel "Kaiser, König, Edelmann,..." über die Sozialstrukturen des damaligen Mitteleuropas ist nun fertig und etwa 20 Seiten lang. Behandelt werden von den sozialen Ständen vom Kaiser (oben), bis zum Fahrenden Volk (unten) alle wichtigen sozialen Gruppen (Bürger, Bauern, Halter usw.). Den dabei unbedingt notwendigen Begriffen wie: Landtage, Zünfte, Grundherrschaften usw. sind eigene Kapitel gewidmet.



Meine kleine Arbeit erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich bin für sachliche Ergänzungen und Korrekturen dankbar.

Diese Artikelserie ist selbstverständlich kostenlos und wird per Mail übermittelt. Aus praktischen Gründen werde ich die Bestellungen zusammenkommen lassen und dann auf einmal verschicken.

Es steht jedem frei, diese Einladung über weitere genealogische Maillisten weiterzuverbreiten.



Wer also Interesse daran hat, möge sich bitte nicht über die Liste, sondern direkt bei mir melden: guenter.ofner@chello.at



Mit freundlichen Grüßen aus Wien

Günter Ofner






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_______________________________________________
Austria-L mailing list
Austria-L@genealogy.net
http://list.genealogy.net/mailman/listinfo/austria-l


Ende Austria-L Nachrichtensammlung, Band 13, Eintrag 15
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Mein Urteil: genial!! Das zeigt die soziale Schichtung und das Leben im 17. Jahrhundert plastisch und anschaulich. Für Ahnenforscher, besonder auf österreichischen Spuren, äußerst hilfreich.

An dieser Stelle Grüße und herzlichen Dank, Herr Ofner, nach Wien.

Mittwoch, 12.01.2005

Glauben Sie an Hexen?

Dazu gibt es sehr tiefgehende, wissenschaftliche Untersuchungen:

"... haben das ganz Land wellen verderben" - die Ausrottung der Bregenzerwälder Hexen-Gesellschaften um die Mitte des 16. Jahrhunderts

Manfred Tschaikner

Überarbeitete Fassung von: Manfred Tschaikner, "... haben das ganz Land wellen verderben" - Die Ausrottung der Bregenzerwälder Hexen-Gesellschaften um die Mitte des 16. Jahrhunderts. In: Denz, Hermann; Tschaikner, Manfred: Alltagsmagie, Hexenglaube und Naturheilkunde im Bregenzer Wald. Ein Begleitbuch zur Ausstellung "Göttin - Hexe - Heilerin. Zu einer Kulturgeschichte weiblicher Magie". Frauenmuseum Hittisau (Juni - Oktober 2004). Innsbruck 2004 (= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft Sonderheft 117), S. 151-190.
Einleitung

In Vorarlberg fanden bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts - also zu einer Zeit, die im deutschsprachigen Raum als ausgesprochen verfolgungsarm gilt[1] - umfangreiche Hexenverfolgungen statt. Nach einem Tiefstand zu Beginn des Jahrhunderts hatten diese zwar allgemein seit etwa 1530 wieder leicht zugenommen,[2] dennoch lässt sich bislang um 1550 im weiten Umkreis keine ähnlich intensive Prozessserie wie in Vorarlberg feststellen.[3] Der Schwerpunkt der Verfolgungen lag damals im Bregenzerwald. Hier sollen sich ganze Hexen-Gesellschaften gebildet haben.

In der Literatur finden sich erste Hinweise darauf in einer Arbeit Hermann Sanders aus dem Jahr 1893 über Vorarlberg zur Zeit des Bauernkriegs.[4] Das Schicksal der dort kurz erwähnten Anna Mätzlerin führt auch Meinrad Tiefenthaler in seinem Aufsatz über "Hexen und Hexenwahn in Vorarlberg" aus dem Jahr 1962 an. [5] Mit den erhaltenen Unterlagen zu den Gerichtsverfahren gegen zwei weitere Frauen setzte sich Karl Heinz Burmeister 1979 in einem Aufsatz im Andelsbucher Gemeindeblatt auseinander.[6] Mein 1992 erschienenes Buch über die Hexenverfolgungen in Vorarlberg enthält eine erste - nunmehr überarbeitete - Übersichtsdarstellung der Hexenverfolgungen im Bregenzerwald.[7] Drei Jahre später veröffentlichte Werner Vogt im Bregenzerwälder-Heft Abschriften von Urgichten der beiden Lingenauer Angeklagten von 1550/51, bei denen aber die schwer lesbaren Passagen ausgelassen wurden.[8] 1998 erschien mein Artikel über Landammann Erhart in der Zeitschrift "Montfort";[9] im Frühjahr 2004 darauf veröffentlichte ich die erste Fassung des vorliegenden Artikels in dem gemeinsam mit Hermann Denz herausgegebenen Begleitbuch zu einer Ausstellung im Hittisauer Frauenmuseum.[10] ?"

Den vollständigen Artikel und noch mehr können Sie bei historicum.net lesen.

Staub der Geschichte - Gruft der Württemberger wird selten geöffnet


"?(Stuttgart/dpa) - Der Historiker Harald Schukraft beschreibt in der Grablege der Stuttgarter Stiftskirche die Ruhestätte (Foto vom 20.12.2004): Mehr als 100 Angehörige des Hauses Württemberg - Herzöge, Könige, Fürsten, Kinder - haben in der kleinen Gruft ihre letzte Ruhestätte gefunden. Für die Öffentlichkeit ist die Grabkammer unter Chor und Sakristei geschlossen.


Staub der Geschichte - Gruft der Württemberger wird selten geöffnet

Von Martin Oversohl, dpa


(Stuttgart/dpa) - Ein kalter Hauch zieht durch die beiden
steinernen Kammern. Staub wirbelt leicht auf, als sich die schwere
Türe zur Gruft nach langer Zeit wieder öffnet. Eine flackernde
Neonröhre wirft Licht auf mehrere Dutzend Särge, zum Teil in Regalen
gestapelt wie in einem Bestattungsinstitut, teilweise eingefallen,
verzogen, aus Holz oder Zinn. «Hier werden Schicksale lebendig»,
erklärt Historiker Harald Schukraft beim Anblick der Massengrabstätte
unter der Stuttgarter Stiftskirche. Mehr als 100 Angehörige des
Hauses Württemberg - Herzöge, Könige, Fürsten, Kinder - haben in der
kleinen Gruft ihre letzte Ruhestätte gefunden. Für die Öffentlichkeit
ist die Grablege unter Chor und Sakristei geschlossen. Es gibt aber
Pläne, ein Fenster in der Holztüre anzubringen, um die Neugier der
Besucher zu befriedigen. ?"

Ein für Freunde des Württembergischen Herrscherhauses interessanter Artikel, den Sie vollständig bei glaubenaktuell.net lesen können.

Ach ja - die Stiftskirche ist zufällig auch meine Taufkirche.

Montag, 10.01.2005

Wikipedia beschreibt nun Exulanten

etwas präziser.

Wenn auch noch manches zu diesem wichtigem Thema fehlt. Aber das liegt an mir und weiteren Interessierten. Dazu ist Wikipedia da, eben um wichtige Beiträge zu schreiben.

Hier ein Auszug aus einem neu entdeckten Aufsatz zu Joseph Schaitberger und besonders die Salzburger und Berchtesgadner Exulanten:

"? Joseph Schaitberger im Salzburgischen schreibt diese Verse voller Bitterkeit und Gottvertrauen im April 1686. Er hat ? wie viele seiner Freunde im Salzburger Land ? seine Habe zusammengepackt und schickt sich drein, um seines Glaubens willen das Land zu verlassen. Der Salzburger Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg ist Jesuitenschüler und führt einen verbissenen Kampf gegen die Ketzer. Schaitberger ist Protestant in einem überwiegend katholischen Land, viele seiner Freunde sind es auch. Gemeinsam mit Kammel und Lindtner ist Schaitberger einer der führenden Köpfe in dieser Minderheit und zugleich Laienprediger. Im April 1686 verfügt der Erzbischof die Ausweisung der drei mit der Maßgabe, ihre acht Kinder zurückzulassen. Die Kinder, darunter Schaitbergers drei kleine Töchter, werden katholischen Bauern in der Umgebung Dürrnbergs zur Pflege übergeben. Alle Dürrnberger, die im Laufe der folgenden Wochen ausreisen müssen ? es sind ungefähr 1000 Personen ? haben ihre Kinder zurückzulassen, damit sie im katholischen Glauben erzogen werden.



Manches Mutterherz wäre da gebrochen, hätten diese Menschen nicht unbeirrt dem Wort Jesu vertraut: ?Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist meiner nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist meiner nicht wert!??



Wie ist es mehr als anderthalb Jahrhunderte nach der Reformation zu dieser Entwicklung im Salzburgischen gekommen? ? Zwei Jahre nach Luthers Thesenanschlag an der Wittenberger Schloßkirche übernimmt Matthäus Lang von Wellenburg mit dem Purpur des Kardinals die Herrschaft im Erzbistum Salzburger Land. Es gibt nur wenige Dörfer in der gebirgigen Gegend, die Bauern haben ihre Höfe inmitten der Felder. Die Bewohner sind freiheitsliebende Menschen. Der Kardinal sieht in Luthers Lehre nur eine Kritik am Macht- und Geldstreben der Kirche, wie sie vorher schon viele Kritiker formuliert haben und dafür auf den Scheiterhaufen gebunden worden sind. Lang selbst stören natürlich auch die immer neuen Forderungen der Kurie, und so sympathisiert er insgeheim sogar mit dem Reformator. Die theologischen Dispute sind in diesem Zusammenhang unwichtig für Lang, er toleriert Luthers Gedanken, damit Rom etwas bescheidener wird und weniger fordert. Erst spät wird dem Erzbischof klar, was Luthers Lehre für die Neuordnung der Kirche bedeuten könnte und daß damit ja auch die staatliche Ordnung erschüttert werden könnte. Lang reibt sich die Augen: ?"

Diesen hochinteressanten Aufsatz können Sie vollständig bei Martin Teske mmanuskriptt.de lesen.

Sonntag, 09.01.2005

Schiller: Geschichte des 30jährigen Kriegs

Die Geschichte des 30jährigen Kriegs, besonders aus so prominenter Feder von Friedrich Schiller, ist für die meisten Ahnenforscher von höchster Bedeutung. Deshalb nutzen Sie ohne zusätzliche Kosten dieses wichtige Dokument.

"? Seit dem Anfang des Religionskriegs in Deutschland bis zum Münsterischen Frieden ist in der politischen Welt Europens kaum etwas Großes und Merkwürdiges geschehen, woran die Reformation nicht den vornehmsten Antheil gehabt hätte. Alle Weltbegebenheiten, welche sich in diesem Zeitraum ereignen, schließen sich an die Glaubensverbesserung an, wo sie nicht ursprünglich daraus herflossen, und jeder noch so große und noch so kleine Staat hat mehr oder weniger, mittelbarer oder unmittelbarer, den Einfluß derselben empfunden.?"

Mehr über Friedrich Schiller lesen Sie bei Gutenberg.Spiegel.de oder bei Wikipedia.

Zum Gedenken an Schillers 200. Todestag am 9. Mai 2005 wurde das gesamte Jahr zum Schillerjahr gekürt. Dazu gibt es eine eigene WebSite mit allen Terminen und Veranstaltungen für das Schillerjahr 2005 ab 12. Januar 2005.

Freitag, 07.01.2005

Exulanten in den Kirchbüchern von Neustadt/Kulm und Wirbenz



"?Nach dem Westfälischen Frieden kam es zu der größten und entscheidenden Auswanderung, die sich über eine Reihe von Jahren erstreckte. Denn von der Gleichberechtigung - vom "Normaljahr" waren die Österreicher - wie auch die Oberpfälzer - ausgenommen. In Oberösterreich verordnete der Kaiser am 02. Juni 1650, dass alle "Irrgläuber" abzustiften seien. So wurden in der Gegend von Linz, Eferding und Wels alle ausgewiesen, die nicht nach katholischer Weise beichten wollten. "Großjährige" Kinder mussten mit den Eltern das Land verlassen - minderjährige wurden nach Möglichkeit zurückbehalten.

Auch Niederösterreich, das bisher eine gewisse Duldung und Schonung erfahren hatte, musste jetzt den kaiserlichen Machtwillen über sich ergehen lassen. Selbst der dortige Adel, der bisher noch gemäß dem Versprechen von 1620 frei über seinen Glauben entscheiden konnte wurde 1656 vor die Wahl gestellt, zwischen Glauben und Heimat zu wählen.

Die Auswanderer aus Österreich gingen teilweise nach Ungarn und besonders gerne nach Siebenbürgen. In Siebenbürgen fanden sie sowohl eine deutsche als auch eine geschlossen evangelische Bevölkerung vor.

Die große Zahl der nach Westen ziehenden Exulanten wählte als Durchgangsort Ortenburg bei Passau, das Gebiet der einzigen evangelischen Grafschaft in Niederbayern und nach Regensburg, - jahrzehntelang geistiges Zentrum des österreichischen Protestantismus neben Nürnberg.
Der österreichische Adel zog teilweise nach Nord- und Mitteldeutschland, viele verblieben auch in Süddeutschland. In der Reichsstadt Nürnberg haben sich in den Jahrzehnten nach 1629 etwa 1.000 adelige Familien niedergelassen. Die Bürger und Handwerker zogen um ihres Gewerbes willen in die Städte Regensburg , Nürnberg, Ulm, Nördlingen, Kempten, Memmingen, Lindau, Weißenburg und eben auch Neustadt am Kulm.

Die Glaubensflüchtlinge wurden aufgenommen. Das stellt sich auf Grund der Einträge in den Kirchenbüchern der Pfarrämter Neustadt am Kulm und Wirbenz eindeutig heraus. Im markgräflichen ?Ampt Neustatt an Culmen? fanden nicht wenige Vertriebene eine Zuflucht. Deren Namen aufzuführen, mit den entsprechenden, leider sehr spärlichen Angaben, ist das Hauptanliegen dieser Veröffentlichung.

Wir Deutschen haben die Vertreibung von deutschen Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten erlebt. Wer nach ähnlichen Vorgängen in der Weltgeschichte sucht, wird auch in unseren Tagen leider viele Beispiele finden. Heute ist es die Politik - in früheren Zeiten war es meistens die Religion. Man hat sich daran gewöhnt, in einem Fall von ?Exulanten?, im anderen von ?Emigranten? zu reden.

Exulanten, das sind Menschen, die aus ihrer Heimat wegen Ihres Glaubens vertrieben wurden. Als Emigranten bezeichnet man Menschen, die von sich aus diesen Schritt taten. Sowohl die Salzburger Protestanten der Jahre 1731 und 1732 als auch die Österreicher Evangelischen des 17. Jahrhunderts sind Exulanten. Allerdings hat man damals im rechtlichen Sprachgebrauch von Salzburger Emigranten gesprochen gemäß des Emigrationspatents des Erzbischofs Firmian .

Wo in der Überlieferung oder in der Familiengeschichte bei uns von Salzburgern als Ansiedlern oder Vorfahren gesprochen wird, sind fast ausnahmslos immer österreichische Exulanten gemeint, also die Glaubensflüchtlinge aus der Zeit des 30 jährigen Krieges und danach. Erst seit einigen Jahrzehnten kennen wir genauer die Einwanderung österreichischer Protestanten im 17. Jahrhundert. Dies ist vor allen den Clauß, Gröschel, Dannheimer, Simon, und Rusam zu verdanken.


Exulanten aus Österreich
welche in der Pfarrei Wirbenz (mit Speichersdorf, Zeulenreuth, Guttenthau und Göppmansbühl) Zuflucht fanden:

1628 den 2. Aprilis
hat Maria Hirschmann alhier tauffen lassen... bei solcher Taufe als Zeugen gestanden: T .: Margaretta, H. Johann Philipp Ultoris (Victoris?) der Zeit Exulisten alhie Tochter

1630 den 1. Iuniis
hat Georg Grengel, Leinbortenwircker als ein Exuland wegen der Evangelischen Religion vertrieben eine Tochter tauffen lassen. t: Maria, H. Melchior Francken Pfarrers Hausfrau.

1647 den 7. Februarii
habe ich Hermann Dinig aus Braunschweig ... unter Herrn Oberst Pallavicin Regiment der Zeit alhier in Quartier in Jobst Freibergers Haus auch alhier einen jungen Sohn getaufft. Gevatter waren Tobias Krebs aus Debschen auß Böhmen, Fuhrirer , Georg Zauner auß dem Land ob der Enß.

1655 den 28. 8bris /
hat Michael Franck, weiland Cunrath Fr. zu Weißbach im Schwarzen Burgenland Sohn.....

1684 den 20. Decembris
hat sich der Ersame undt. Mannhaffte Christopf Staudinger, bürtig von Petersburg im Ländl ob der Enß gelegen, ein abgedanckter Mußquetirer hiebevor in Sr. Hochfürstlichen Durchl. H. H. Christian Ernst Marggrafen zu Brandenburg ....

Beerdigung anno 1697
ist der würdige und gelehrte H. Martin Schretzmeyer, Exul Christi, welcher sich zu Speigersdorff in 3 Jahr als Schulmeister brauchen lassen, seelig im Herrn verstorben und mit einer Leichpredigt zur Erden bestatten worden. ?"

Diesen Aufsatz als Leseprobe eines Buches fand ich bei Gerhard Reiß Oberpfalzforschung.

Mittwoch, 05.01.2005

für Ahnenforscher in Richtung Polen ?

? und das liegt sehr nahe, im doppelten Sinne. Viele Siedler in Polen stammen eben aus Deutschland, vor allem aus Württemberg und Baden, aber auch aus Österreich.

Hier eine besonders lobenswerte WebSite Upstream Vistula - weichselaufwärts. Ich gebe zu, mich interessierte früher dieses Gebiet kaum, heute, nachdem ich die Geschichte und Verzweigung meiner Ahnen besser kenne, um so mehr.

Und schließlich gehört Polen mittlerweile zur EU. Was sind das für schöne Landschaften, besonders die Masuren.

Dienstag, 04.01.2005

so schnell ist man verwandt

wenn auch nur über "sechs oder gar zwölf Ecken".

Gestern schrieb ich noch spaßig zum Kommentar von Herrn Raupp: vielleicht sind wir am Schluss gar verwandt? Schon geschehen.

Sehen Sie selbst die Vergrößerung aus Sylvans Stammbaum. Dort gibt es eine Margaretha Raupp. Nun haben wir nur noch zu klären, wie die weiteren Abstammungen sind. Auf jeden Fall steht fest, die beiden Familienstämme sind (höchstwahrscheinlich) miteinander verwandt.


die US-amerikanische Linie nach Simon Burgstahler

gestern erwähnte ich meinen Cousin Sylvan Burgstahler. Da greife ich gern nochmals auf meinen ersten Hinweis auf Sylvan zurück. Er war überhaupt "schuld", dass ich mich mit Ahnenforschung beschäftigte.

Heute möchte ich Ihnen einen Ausschnitt aus seinen jahrelangen Forschungsarbeiten vorstellen. Bedenken Sie dabei: Sylvan ist durch und durch Amerikaner, auch wenn er als junger Mann 2 Semester in Göttingen studierte. Das kam ihm sicher zugute. Er spicht sehr gut deutsch. Kann auch Sütterlin und Kurrent lesen. Mittlerweile liest er gar polnische Kirchenregister. Und als diese dann russisch in kyrillischer Schrift geführt wurden, schreckte er immer noch nicht - er brauche nur mehr Zeit. Hut ab, vor so viel Forschergeist! Zudem kennt er sich in europäischer Geschichte blendend aus. Das sage ich einmal öffentlich: So viel Hingabe in eine Arbeit verdient hohen Respekt.

Nun die Stammbaumaufzeichnung von Simon zu Sylvan:








Studieren Sie gern einmal in Ruhe die Einträge (wie immer: durch Klick zu vergrößeren). Vielleicht kennen Sie den einen oder anderen Namen oder wissen, mit wem er in Verbindung gebracht werden kann. Sylvan und ich würden uns über Ihre Resonanz freuen. Möglicherweise können wir Ihnen gleichfalls bei Ihrer Ahnenforschung helfen.

In den nächsten Beiträgen werde ich noch einige Erläuterungen zur amerikanischen Verzweigung schreiben.

Montag, 03.01.2005

die Familie von Simons Frau Anna Catharina, verwitwete Nagel, geb. Müller in Spöck

Aus aktuellem Anlass möchte ich einmal die Ahnentafel von Simon bzw. seiner Frau veröffentlichen. Der Grund ist im nebenstehenden Kommentar von Manfred Raupp zu suchen.



Zwar finden sich bei mir keine Raup oder Raupp, dafür bei Herrn Raupp sowohl der Familienname Nagel (1. Mann von Anna Katharina) wie auch einzelne Vornamen oder Kombinationen (ob bedeutungsvoll ist, vermag ich noch nicht zu beurteilen).

Auf jeden Fall Dank an Prof. Dr. Raupp für den Hinweis. Sehr dankbar wird dies mein Cousin Prof. Dr. Sylvan Burgstahler in Duluth, USA aufnehmen (sburgsta@d.umn.edu). Sylvan ist der Spezialist für Ahnenforschung in unserer Familie.

Er schrieb ein Buch mit rund 1.000 Seiten und ca. 3.000 Namensträger Burgstahler, verstreut in allen Ländern (Deutschland, USA, Frankreich, Polen, Russland, Australien). Aus diesem Buch stammt auch der Ausschnitt der Ahnentafel, den Sie mit einem Klick vergrößern können.

Sonntag, 02.01.2005

Wer Ahnensuche in Österreich betreibt

sollte unbedingt in der Literatur von Peter Rosegger stöbern - da führt kein Weg dran vorbei!.

Rosegger zeigt bildhaft und anschaulich das Leben und Treiben der Leute in den Gebirgstälern und Städten Österreichs über eine große Zeitspanne.

So fiel mir dieser Tage aus meinem eigenen Bibliotheksbestand das unscheinbare Büchlein "Der Höllbart" in die Hände, nachdem ich mich auch mit Roseggers "Der Waldschulmeister" befasste.

Matthäus Höllbart (auch Hellbert genannt) war der "salzburgische Nachfolger Luthers", wie Rosegger schrieb. Die Geschichte spielt so um 1680 bis 1690 (also um die Zeit, als auch unser Simon aus dem Salzburgischen vertrieben wurde). Sie beschreibt die Vertreibung eines Priesters aus Salzburg, geächtet, vogelfrei. Er flieht ins steiermärkische und bleibt letztendlich bei "Waldteufeln" als deren Pfarrer hängen. Spannend, Land und Leute, Gebräuche um diese Zeit, Auswirkungen der Türkenbelagerung Wiens und weitere zeitgeschichtliche Begebenheiten erzählt Rosegger in seiner blumigen Sprache.

Dieses Buch gibt es auch online zu lesen bei literatur.at, wenn Sie sich dafür interessieren.

Wie so oft, können Sie zu älterer Literatur auch bei Gutenberg.Spiegel.de schauen. Da finden Sie auch "Als ich noch der Waldbauernbub war", eine Geschichte, die wohl viele noch aus der Schulzeit kennen.

Und wenn wir schon bei der Belagerung Wiens und auch der Befreiung vor den Türken sind. Wer war's? Richtig der Türkenlouis. Das war niemand anderes als der Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, allerdings aus der Linie Baden-Baden (katholische, "habsburgische" Linie, im Gegensatz zur Baden-Durlacher Linie, die evangelisch war).

Dienstag, 28.12.2004

Ahnenforscher brauchen viel Geduld

Hier beschrieb ich schon einmal das hochinteressante Buch von Hermann Langer:

Joseph Schaitberger
Ein evangelischer Glaubenskämpfer des 17. Jahrhunderts

Seine Familie und seine Anhänger
Die Auswanderer von Dürrnberg und Berchtesgaden zwischen 1685 und 1710 Herausgegeben von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1985

Nach allem was ich über meinen Ahnherrn Simon in Erfahrung brachte, müsste er mit Schaitberger 1685 ausgewandert sein, und zwar um Weihnachten 1685.

Etwa im Mai 1686 sind Schaitberger und seine Wegbegleiter in Nürnberg angekommen. Das ergibt sich aus dortigen Akten. Zuvor weilten sie noch in Regensburg.

Langer führt amüsant seine Probleme bei der Feststellung von Namen in Dürrnberg auf. Teilweise sind Dürrnberger nur in Hallein verzeichnet (weil der Friedhof zu klein war, wurden sie in Hallein beerdigt).

Andere Exulanten sind zwar nachweislich mit Schaitberger gezogen, aber in Dürrnberg und Hallein oder Salzburg nicht in Matriken oder weiteren Verzeichnissen aufgeführt. Also dachte Langer, das könnte möglichweise im Bereich Berchtesgaden verzeichnet sein.

So war es. Aber nicht in Berchtesgaden wurde er fündig, sondern im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München und Staatsarchiv München. (Das war nun der Wink mit dem Zaunpfahl an Ralf Burgstahler, der ja gleich "um die Ecke" wohnt).

Dafür werde ich die Nürnberger Akten wälzen müssen, ebenso im März nochmals die Urkunden im Raum Salzburg sichten.

Bis dahin versuche ich einmal, die beschwerliche Reise von Dürrnberg über Regensburg nach Nürnberg zu rekonstruieren.

Donnerstag, 23.12.2004

schwäbische Herrscher zu Lebzeiten unseres Simons Teil 2

"?Herzog Eberhard Ludwig von Wirtemberg
* 19.9.1676 (Stuttgart), + 31.10.1733 (Ludwigsburg)

Erster und einziger Sohn Herzog Wilhelm Ludwigs und Magdalene Sibylle von Hessen-Darmstadt (1652-1712), getauft auf die Namen seiner beiden Großväter Eberhard III. von Württemberg und Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt. 1693 wird Eberhard Ludwig für volljährig erklärt.

1697 feiert man am 16. Mai im Durlacher Hof in Basel die Hochzeit Eberhard Ludwigs mit Johanna Elisabeth (1680-1757) gefeiert; die Braut ist die Tochter des Markgrafen Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach. 1698 wird der erste Sohn Eberhard Ludwigs, Friedrich Ludwig (1698-1731) geboren.

1698 beruft Eberhard Ludwig zum ersten und einzigen Mal während seiner Regierungszeit einen Landtag ein.

1701-1714 durchläuft Eberhard Ludwig während des Spanischen Erbfolgekrieges eine glanzvolle militärische Karriere; persönliche Teilnahme an der Entscheidungsschlacht bei Höchstädt (1704); 1711 wird ihm von Prinz Eugen der Oberbefehl über die Rheinarmee übertragen.

Seit 1704 erbaut Eberhard Ludwig das barocke Schloss Ludwigsburg (das schließlich 1733 vollendet wird). 1705 kommt Christine Wilhelmine Friederike von Grävenitz (1686-1744) nach Württemberg, sie sollte später die langjährige Maitresse Eberhard Ludwigs werden; Wilhelmine war die Schwester des mecklenburgischen Offiziers und späteren württembergischen Premierministers Wilhelm Friedrich von Grävenitz (1679-1754), der 1704 an den württembergischen Hof verschlagen wurde; der Vater beider war der (1697 verstorbene) mecklenburgische Kammerpräsident und Hofmarschall in Schwerin.

1707 bewegt Wilhmine von Grävenitz den Herzog zu einem Eheversprechen; geheiratet wird Ende Juli in dem württembergischen Weiler Oberhausen bei Bodelshausen. Damit führt der Herzog eine Doppelehe, nachdem die Herzogin die Scheidung verweigert hatte. Mit Wilhelmine von Grävenitz ist er in morganatischer Ehe verbunden. Wilhelmine und ihr Bruder waren mittlerweile vom Kaiser in den Grafenstand erhoben worden.

1708 muss Eberhard Ludwig am 22. Juni in die Ungültigkeitserklärung seiner Zweitehe einwilligen. Die Doppelhe war im Land auf heftige Ablehnung gestoßen, seine Gemahlin klagte vor dem Kaiser. Um einer Absetzung zu entgehen, beugt sich Eberhard Ludwig. Wilhelmine von Grävenitz wird aus Württemberg verbannt, der Herzog folgt ihr aber. Nahezu zwei Jahre verbringt er bei ihr in der Schweiz, sein Herzogtum wird unterdessen von anderen regiert.

1710 kehrt Eberhard Ludwig nach Württemberg zurück; Wilhelmine unterzeichnet einen Revers, durch den sie sich den kaiserlichen Befehlen unterwirft. Ende 1710 vermittelt Dr. jur. Johann Heinrich Schütz (1669-1732) eine Scheinheirat Wilhelmines mit dem schon älteren, verschuldeten Witwer Johann Franz Ferdinand Graf Würben (gest. 1720); die Ehe wird 1711 geschlossen.

1711 kehrt Wilhelmine von Grävenitz als Landhofmeisterin Würben nach Württemberg zurück. Schütz wird zum Vertreter Württembergs in Wien ernannt.Seit 1711 bestimmen die Familien Schütz und Grävenitz die Politik in Württemberg. ?"

Die vollständige Geschichte lesen Sie bei Peter Mangold.

Mittwoch, 22.12.2004

schwäbische Herrscher zu Lebzeiten unseres Simons Teil 1

"?Friedrich Karl
* 1652, + 1698

Vormund seines Neffen Eberhard Ludwig; als Mitvormünderin Eberhard Ludwigs wurde dessen Mutter Magdalene Sibylle von Hessen-Darmstadt (1652-1712) ernannt. Bruder Wilhelm Ludwigs; Begründer der Linie Württemberg-Winnental; Vater des Herzogs Carl Alexander.

1691 wandelt Friedrich Karl gegen den Widerstand der Landschaft zusätzlich 6.000 Mann Landmiliz in ständige Soldtruppen um.

1692 gerät Friedrich Karl bei einem Gefecht (in der Gegend zwischen Pforzheim und Ötisheim) in französische Gefangenschaft.

1693 lässt Friedrich Karl seinen Neffen, Herzog Eberhard Ludwig, für mündig erklären (Eberhard Ludwig wäre erst 1694 mit seinem 18. Geburtstag volljährig?"

Lesen Sie weitere Details bei Peter Mangold.

Wenn Sie zu Weihnachten noch nicht in fröhlicher Stimmung sind, empfehle ich wärmstens Schwabissimo die schwäbische Welt von Peter Mangold zur Entspannung. Fröhlich, frotzelig, ernsthaft und hintergründig.

Dienstag, 21.12.2004

kennen Sie die Steiningalm bei Bad Fusch?

Diese nahm sich nun Ralf Burgstahler zur Klärung vor. Man muss eben vielen Details nachgehen. Vor Ort schauen und hören, Kirchenbücher einsehen, Leute fragen. Das übliche Spiel der Ahnenforschung.

zum Vergrößern bitte anklicken

Und ich besuche voraussichtlich im März Salzburg und schaue mal tief in die Archive und Kirchenbücher von Salzburg, Hallein, Bad Dürrnberg und Saalfelden.

Montag, 20.12.2004

Die Glocke auf dem Dürrenberge


"?Jahrelang hausten im Innern des salzreichen Dürrenberges Bergmännlein, rüstig mit Krahl und Fäustel arbeitend, und mancher Häuer fand am Morgen seine Schicht gefördert. Als aber die Bergknappen mit frommen Sinne auf dem Berge ein niedliches Kirchlein erbauten und die Klänge des Glöckleins in dem Thurme zu Thal und Klüfte drangen, horchten die Gnomen mit erschrecktem Ohre auf die fremden Klänge, huschten ängstlich hin und her und zeigten sich desto trauriger, je länger des Glöcklein vom Thurme herab erklang. Als es endlich schwieg, trat ein Gnome an des alten Steigers Bett und sprach: "Wir müssen scheiden aus dem altgewohnten Hause, jaget uns doch aus ihm das Schallen eurer Glocke; denn, wenn wir auch Christus nicht feind sind, so dürfen wir ihn doch nicht ehren nach Christenart." Und als er so gesprochen, verschwand er auf immer mit all' den Seinen. Die Knappen des Dürrenberges aber beten noch heut zu Tage: "Laß, o Herr, auch bald die Gnomen deiner Gnade theilhaftig sein!"?"

Quelle: Dr. Storch, Volkssagen aus Salzburg, I, Bdch, Salzburg 1853, 12, zit. nach Nicolaus Huber, Fromme Sagen und Legenden aus Salzburg, M. Mittermüller Salzburg 1880, S. 110 - 111

gefunden bei www.sagen.at.

Sonntag, 19.12.2004

Ahnenforschung: Software-Test

"?Wer heute einen lückenlosen Stammbaum seiner Familie erstellen will, der sucht im Internet nach Vorfahren - und sortiert seine Recherche-Ergebnisse mit dem Computer. GEO.de stellt die gängigsten Programme vor.

Welche Aufgabe hat ein Programm für Ahnenforscher?
Ein Genealogieprogramm verwaltet die gesammelten Daten in einer Spezial-Datenbank, die alle Verknüpfungen der Personen einer Familie dokumentiert und die Ereignisse wie Geburt, Heirat oder Tod den Personen oder Ehepartnern zuordnet. Weitere wichtige Funktionen sind die Ausgabe der Daten in geordneter Form als Liste, Tabelle oder als Grafik für die Ahnen oder Nachfahren jeder beliebigen Person. Bilder, Texte, und Dokumente sollten ebenso verwaltet werden wie alle Arten von Ereignissen im Leben der Vorfahren. ?"

Hier der Direktlink zu www.geo.de.

Noch ein kleiner Hinweis. Viele Ahnenforscher benutzen keine besondere Software, ich auch nicht. Manchmal genügt auch Standardsoftware.

Samstag, 18.12.2004

wer (bei Ahnenforschung) Hilfe sucht ?

? muss auch Hilfe bieten und sollte Fehler vermeiden.

Genau zwei Fehler passierten mir gestern in der Hetze des Büroalltages.

Da kam ein Mail, als Junk ausgewiesen (Absender meiner Datenbank nicht bekannt) Hintergrund blau, Schrift klein, kaum lesbar, also Klick auf Löschen (normal, wenn täglich 5 bis 50 Spams und Junks eintreffen). Nun sind diese Mails noch nicht absolut gelöscht, werden vor endgültigem Löschen nochmals listenmäßig zusammengestellt. Da entdeckte ich im Betreff ?Name gefunden?. Also doch näher untersucht.

Die 13-jährige Nele schrieb mir, sie habe ihren Familienname auf meiner Site gefunden, sie befasse sich mit der Erarbeitung eines Stammbaumes. Ich suchte auf meiner Site, fand den Namen nicht, teilte ich ihr dann mit. Erst später suchte ich andere phonetische Schreibweise. Siehe da, hier fand sich unter den Einwohnern von Spöck der Name Vollmar.

Ich schaute bei den Mormonen, weil ich wusste, dies ist ein in dieser Datenbank häufig vorkommender alter Name. Richtig. Diesen ?fertigen? Link der Mormonen sandte ich Nele.

Bei Prüfung des Links sah ich, das war doch der ?allgemeine? Link. Früher fiel ich auch darauf rein. Heute weiß ich, dass der Link wegen der Frames in der Linkzeile des Browsers nachzubearbeiten ist.

Nele sucht nach Jakob Vollmar. Bei mir im Einwohnerbuch war Hans Georg Vollmar eingetragen. Hier also nun die fertigen Links für Jakob Vollmar hier für Hans oder Johann Vollmar und hier für Georg Vollmar.

Sie können an den Ergebnissen sehen, eine Name, der weit in den Kirchenbüchern zurückreicht. Nele hat gute Chancen, ihre Ahnen zu identifizieren. Natürlich braucht es noch Feinarbeit.

Nele erhält nochmals eine Mail mit dem Link dieses Beitrages, damit sie ihre Ahnenforschung fortsetzen kann.

Freitag, 17.12.2004

Familienforschung: Den Ahnen auf der Spur

??Begeistert wie nie fahnden die Deutschen in Kirchenbüchern, Taufregistern, im Internet und mit Gentests nach ihren Vorfahren.

Die Ahnenforschung, ein Hobby unter ständigem Verschrobenheitsverdacht, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt. Etwa 120 Millionen Menschen sollen allein in den USA auf der Suche nach ihren Wurzeln sein. Dort ist die Familienforschung nach der Gartenarbeit schon das zweithäufigste Hobby. Im Internet wird die Recherche nach verstorbenen Verwandten nur noch von der Suche nach Pornos übertroffen.
Auch in Deutschland, wo die Genealogie wegen der Pflicht zum Nachweis der arischen Abstammung im Dritten Reich lange Zeit verdächtig war, wächst die Schar der Ahnenforscher. Rund 30000 Menschen sind in genealogischen Vereinen zusammengeschlossen, in Österreich und der Schweiz etwa jeweils 1600. Sehr viel mehr fahnden privat und auf eigene Faust nach ihrer familiären Herkunft.??

Lesen Sie den vollständigen Text in GEO, Ausgabe 9/2004 oder in Teilen mit diesem Link



Klick hier - dann kommen noch mehr Bilder

Mittwoch, 15.12.2004

Die Geschichte Württembergs

?Das Kriegsgeschehen verlagerte sich zuerst nach Norddeutschland. Es sah ganz danach aus, als würden der Kaiser und die katholische Liga endgültig den Sieg davontragen. Das Blatt wendete sich, als der Schwedenkönig Gustav Adolf 1630 auf die Seite der Protestanten trat.

Sein Siegeszug führte ihn tief in den deutschen Süden. Auch Baden-Durlach und Württemberg begrüßten ihn als Befreier. Das Kriegsglück blieb jedoch keiner Seite treu. Zunächst einmal verloren beide Parteien ihre größten Feldherrn: Gustav Adolf fiel in der Schlacht bei Lützen in der Nähe von Leipzig. Wallenstein, der Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen, wurde 1634 in Eger ermordet.

Für die Protestanten brachte das Jahr 1634 eine Wende zum Schlechten. Die Schweden verloren die entscheidende Schlacht bei Nördlingen. Danach überfluteten die Kaiserlichen das Herzogtum Württemberg. Waiblingen, Herrenberg und Calw wurden niedergebrannt, Stuttgart besetzt.

Jetzt griffen die Franzosen in den Krieg ein. Obwohl Frankreich rein katholisch war, verbündete es sich mit den deutschen Protestanten. Der Kaiser sollte den Krieg auf keinen Fall gewinnen. So wurde der Südwesten wieder zum Kriegsschauplatz. Für das Land an Oberrhein und am Neckar begannen die schrecklichsten Jahre. Eine ganze Reihe von Schlachten wurden hier geschlagen: Rheinfelden (1638), Tuttlingen (1643), Freiburg (1644), Herbsthausen bei Mergentheim (1645). Ein entscheidender Sieg gelang keiner der beiden Seiten. Die Bevölkerung aber litt entsetzlich, sie litt unter Freund und Feind. Wie Heuschreckenschwärme fielen die Heere über das Land her, aus dem sie sich ja ernähren mussten.

Die letzte Schlacht des Krieges fand 1648 bei Zusmarshausen westlich von Augsburg statt.
Als im Jahre 1648 endlich die Friedensglocken läuteten, waren viele Dörfer und Städte im deutschen Südwesten durch Einquartierung verarmt, zum Teil zerstört, niedergebrannt.

Allein das Herzogtum Württemberg hatte durch Hunger und Seuchen, Mord und Totschlag fast zwei Drittel seiner Bevölkerung verloren. Im Jahre 1618 zählte es 350.000 Einwohner, im Jahre 1648 gerade noch 120.000.

1628-1674 regiert Herzog Eberhard III. von Wirtemberg und gewinnt 1648, im Westfälischen Frieden, für Wirtemberg die frühere Größe zurück. Verantwortlich dafür sind die Schweden und Frankreich, und auch das diplomatische Geschick des Conrad Varnbühler, der später Hemmingen dafür erhält.

Ludwig XIV., der in Frankreich seit 1661 regiert, überzieht im Pfälzischen Erbfolgekrieg ( 1688 - 1697) Süddeutschland mit schlimmen Zerstörungen. Das Heidelberger Schloss, Speyer, Worms, das Kloster Hirsau werden 1689 zerstört. Schließlich werden die Franzosen vor allem durch ein Heer unter Markgraf Ludwig von Baden-Baden zum Halten gebracht. Der Friede von Rijswijk (1697), mit dem der Pfälzische Erbfolgekrieg endet, steht am Beginn einer längeren Friedenszeit im Südwesten.

Die absolutistischen Fürsten im Südwesten beginnen seit der Jahrhundertwende neue Schlösser zu bauen. Vorbild ist dabei Versailles. Abgesetzt von den engen und zum Teil zerstörten Residenzen baut man neue Residenzen in weiträumigen Ebenen. Von Baden-Baden zieht man in das neue Schloss nach Rastatt, von Heidelberg nach Mannheim, von Durlach nach Karlsruhe.

1693 - 1733 regiert in Wirtemberg Herzog Eberhard Ludwig. 1704 baut er Schloss (und Stadt) Ludwigsburg, damit eines der größten Barockschlösser Deutschlands. 1724-1733 wird Ludwigsburg (das 1718 Stadtrechte erhalten hatte) statt Stuttgart zur Residenz.

Barockes Bauen und barocke Prachtentfaltung gibt es außer in Ludwigsburg in Altwürttemberg in dieser Zeit nicht, der barocke Kirchbau entfaltet sich vor allem in den Gebieten außerhalb Wirtembergs, besonders in Oberschwaben.
Im evangelischen Wirtemberg herrscht derweil, neben dem Hofstaat in "Lumpenburg" und Stuttgart, der etwas strengere Pietismus.?

Den vollständigen Beitrag können Sie bei Peter Mangold lesen.

Dienstag, 14.12.2004

Die Geschichte Badens


?Ernst Friedrich (1577-1604) und Georg Friedrich (1577-1622) von Baden-Durlach besetzten Baden-Baden in Jahre 1594, unter Bestreitung der Ebenbürtigkeit der katholischen Badener, und behielten der Land unter Beistand der badischen Landstände. Der katholische Markgraf Wilhelm (1622-1677) erhielt zwar sein Land zwar 1622 wieder, als Tilly Georg Friedrich (1577-1622) bei Wimpfen schlug, und rekatholisierte es; verlor es aber 1632 erneut an Horn und erhielt es erst durch den Prager Frieden (30. Mai 1635) und dann den Westfälischen Frieden (Friedenstraktat von Münster vom 24. Oktober 1648) 1648 zurück.

Als die Baden-Badische Linie, zu der der Türkensieger Markgraf Ludwig Wilhelm (1677-1707) gehörte, 1771 ausstarb, fiel ihr Besitz an den Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach (1738-1811). Die Hauptstadt Badens war seitdem Karlsruhe. Karl Friedrich vereinigte die Markgrafschaft wieder und führte zahlreiche Reformen im Sinne des aufgeklärten Absolutismus durch. Um 1785 umfaßte Baden - das um 1780 mit Argenschwang und einem Teil Weilers auch Mitglied des Kantons Niederrheinstrom des Ritterkreises Rhein war - 3500 Quadratkilometer mit etwa 190.000 Einwohnern.

1796 verlor es seine linksrheinischen Gebiete an Frankreich: Amt Rhodt bei Landau (Baden-Durlach), Herrschaft Beinheim im Unterelsaß, Amt Gräfenstein bei Pirmasens, Herrschaften Hesperingen und Rodemachern in Luxemburg und Teile der Grafschaft Sponheim im Hunsrück). Um 1800 umfaßte Baden ein Gebiet von 27 Quadratmeilen.?

Den vollständigen Beitrag können Sie bei Peter Mangold lesen.

Montag, 13.12.2004

manchmal geschehen eben die kleinen Wunder

fast bin ich eine Erklärung schuldig, weil ich knapp 14 Tage nichts schrieb. Manche Leute sind eben wegen Weihnachten und Jahresschluss stark eingespannt. Dazu zähle ich.

Dennoch ist mir es heute eine knappe Eilmeldung wert, eben wegen des Wunders!

Da rief mich am späten Nachmittag Karlheinz Burgstahler aus Graben-Neudorf an. Mit ihm bin ich eben auch "um 6 Ecken" verwandt. Genauer gesagt, mein Urgroßvater bzw. sein UrUrgroßvater ist unser gemeinsamer direkter Ahnherr. Schauen Sie selbst dort unter Ziffer 7. Karlheinz ist über meinen Weblog beim Surfen "gestolpert". Kein Wunder, bei den vielen Links die ich setzte. Das muss irgendwann mal einem Interessierten oder Betroffenen auffallen. Jetzt ist's wahr.

Karlheinz sandte mir auch seinen
Stammbaum. Sie können ihn mit einem Klick noch vergrößern.

Das Besondere: im Stammbaum von Karlheinz ist auch der Geburtsort und das Geburtsjahr von Benedict, dem Vater von Simon, verzeichnet.

Dennoch sind wir nicht ganz am Ziel. Ich schrieb schon, ein Ort Steining bei Salzburg ist nicht zu finden. Schauen Sie selbst das Ergebnis:


(auch diese Grafik mit einem Klick zu vergrößern) Ähnlich geht es bei der Schreibweise Staining. Sie können es gern in der "superintelligenten" Ortsdatenbank von ihff vergleichen. Vielleicht war es eben doch nur ein einzelner Hof. Aber meine Recherchen zeigten bisher, dass in Österreich auch alte Hofstellen heute noch verzeichnet sind.

Und irgendwer, der diesen Stammbaum schrieb, musste ja die Informationen erhalten haben. Eben auch das Geburtsdatum von Benedict. Karlheinz wird seine Tante fragen. Vielleicht weiß die noch etwas?

Die Einträge zu Simon sind mir noch nicht schlüssig. Geboren 1667 in Dato soll wohl heißen, geboren dato 1667. Aber wer schrieb das so ab? Und zu seinem Auswanderungsort: unter Joseph Schaitberger ist schon in Ordnung, aber aus dem Salzburgischen Schaitberg, das ist wohl ein Schreibfehler des Autors.

Egal - wir sind einen Riesenschritt weiter. Diese Fakten sind wohl von den ursprünglichen Autoren nicht aus den Fingern gesogen. Irgendwer muss es ihnen erzählt haben. Das gilt es jetzt zu verifizieren.

Vielleicht kommt auch meiner geneigten Leserschaft eine Idee.

Dienstag, 30.11.2004

Wer hat nun Recht: der Pfarrer in Ranten ?

?oder die Datenbank der Mormonen?



Beim Stöbern im Internet fand ich einen Link des Diözesanarchiv Graz-Seckau mit Matrikenübersichten in der Steiermark. Hier geht?s direkt zum pdf-File.

Nach dieser Übersicht hat der Pfarrer in Ranten Recht. Nur die Datenbank der Mormonen sagt: Ergebnis Mormonen Simon Burgstaller geboren 1643 bzw. Ergebnis Mormonen Agnes Burgstaller geboren 1668.

Viele Fragezeichen. Verfügen die Mormonen über andere Quellen als das Diözesanarchiv?

Montag, 29.11.2004

Versöhnung der Kirchen Teil 2

Und noch ein Bericht zu diesem Thema:

??Die Teilnehmerzahl war überwältigend: Einheimische, Evangelische aus ganz Kärnten, mit Bussen angereiste Oberkärntner, sogar Italiener und einige Nachfahren der einst Vertriebenen waren anwesend. Prominente Geistlichkeit war in Fülle vertreten: Neben dem Bischof von Innsbruck waren da zwei Dekane und drei katholische Ortspfarrer, von evangelischer Seite neben dem Ortspfarrer und dem Senior, Superintendentin Luise Müller und die Superintendenten Sauer und Rathke.

Bischof Kothgasser würdigte in seiner Predigt Luthers Intention der Glaubenserneuerung und stellte unter Aufnahme der Vergebungsbitten von Papst Paul VI. und Johannes Paul II., sowie der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre in den Raum, daß wir alle vom "Herr, erbarme Dich" leben. Er fragte: "Können wir uns im neuen Jahrtausend noch leisten, getrennt zu sein und gleichzeitig das Evangelium zu verkündigen?"

Superintendent Sauer wies darauf hin, daß in der Reformationszeit die Deferegger viele Jahrzehnte trotz verschiedenen Bekenntnisses friedlich unter der Devise zusammenlebten:" Verdamme niemand, so wirst du ?nit? verdammt". Als es von oben her aber hart auf hart kam, nahmen die Evangelischen ihr Bekenntnis in einer uns heute noch tief beeindruckenden Weise ernst. Sauer bekannte: "Ehrlich gesagt - ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden würde, müßte ich zwischen meinem Glauben und meiner Heimat sowie meiner Familie wählen." Von welchem Geist der Versöhnung der von vielen Laien mitgestaltete Gottesdienst getragen war, zeigt sich auch darin, daß hier Platz war, gemeinsam Schaitbergers Exulantenlied zu singen, das die Worte enthält: "Man tut mich aus dem Vaterland um Gottes Wort vertreiben."??

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf der WebSite der Evangelische Superintendentur Kärnten und Osttirol.

Was mir auffällt: Bisher konnte ich nur vereinzelte Darstellungen zu Salzburg/Berchtesgaden und Defereggental feststellen. Am Rande mal einzelne Stätten in Oberösterreich. Und insgesamt wenig Berichte. Fehlt es am PR?

Sonntag, 28.11.2004

Versöhnung der Kirchen

Um die Versöhnung der Kirchen ging es in der Diskussion zum früheren Beitrag ?Wallfahrtskirche Maria Kunterweg in Berchtesgaden Teil 2?.

Zu diesem Trend kündigte ich einen Artikel an.

??Deferegger Versöhnung rührt Gläubige zu Tränen

Mehr als 600 Gläubige bei Ökumenischem Gottesdienst in St. Veit i.D.

Die Versöhnungsfeier im Defereggental war ein Lehrstück: Nicht durch Verdrängen, sondern durch Anerkennen und Vergeben der Schuld kann Versöhnung gelingen.

Es gab viele feuchte Augen. Als Dekan Peter Ferner die Gläubigen bei der Versöhnungsfeier bat, einander den Frieden zu wünschen, waren sie gegenwärtig: die vertriebenen Protestanten, die 1684 alles zurückließen, weil sie für Gott alles opfern wollten. ??

Den Link mit dem kompletten Text gibt es hier.

Samstag, 27.11.2004

Die Heider-Indices sind für die Ahnenforschung?

?in Oberösterreich und Salzkammergut ein unschätzbarer Vorteil (wenn Sie googlen, richtige Schreibweise beachten. Nicht Haider, sonst kommen Sie bei Jörg Haider heraus. Da gibt es auch interessante Links, da sind aber die Vermögensindices gemeint).

??In Oberösterreich gibt es eine Besonderheit: die sogenannten Heider-Indices. Für alle Pfarren nördlich der Donau sowie einige des Salzkammergutes erstellte Herr Josef Heider in mehr als 25 Jahren die sogenannten Heider-Indices. Alle genealogisch wichtigen Daten zwischen Matrikenbeginn und etwa 1784 (teilweise auch später) wurden indiziert, also alle Taufen, Trauungen und Sterbefälle, und mit Maschine geschrieben fast jeder Pfarre zur Verfügung gestellt. Für den Forscher sind dies sehr wichtige und günstige Hilfsmittel, können hiermit doch die Familien ohne Originalmatriken erforscht werden. Hingegen sind im übrigen Bereich Oberösterreichs nur selten Indices anzutreffen. Diese Heider-Indices sind im oberösterreichischen Landesarchiv einsehbar. ??

Dieser Auszug ist aus einer WebSite vom IHFF entnommen.

Im Diözesanarchiv Linz gibt es offenbar wenig zu recherchieren.

Dafür sind die Heider-Indices im Landesarchiv Linz zu finden, wenn auch auf der WebSite etwas verschämt versteckt:

??Alpahabetbestände: Ahnenlisten
Von verschiedenen Verfassern erarbeitete Ahnenlisten wurden zusammengefasst und alphabetisch geordnet. Sie werden nach Möglichkeit ergänzt. ??

Freitag, 26.11.2004

Archive bieten Schätze



Zumindest in der digitalen Vorauswahl scheint dies eine echte Fundgrube zu sein.

Da gibt es doch tatsächlich beim Erzbischöfliches Konsistorialarchiv Salzburg den Hinweis auf alte Pfarrmatriken der Erzdiözese Salzburg.



Genau die Daten der Pfarren in Hallein könnten schon vom Beginn der Einträge Aufschluss geben. Aber auch am Dürrnberg könnte es noch reichen. Simon ist ja etwa 1667 oder 1668 geboren. Und auch die Salzburger Daten reichen weit zurück, zumindest in der Dompfarre.



Dem Mozart seinen Eintrag sehe ich zwar, suche ich aber eigentlich nicht. Doch wenn der schon verzeichnet ist, wieso nicht Simon? Mozart war zwar ein Wunderknabe, aber noch nicht bei der Taufe. Muss ich eben doch mal nach Salzburg und die Archive wälzen.


Donnerstag, 25.11.2004

Vertreibung der Hugenotten 1685


??Die Hugenotten- so bezeichnet man noch heute die Nachfahren jener Glaubensflüchtlinge, die im 17. Jahrhundert das Frankreich des "roi soleil" verlassen mußten, gezwungen durch das "Edikt von Fontainebleau" (1685).?

?Die Hugenotten und ihre Migration in protestantische Reichsterritorien:

1685- Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. ?Exodus? der Hugenotten, der Anhänger des französischen Protestantismus, in die Zielländer: Schweiz, Niederlande, England, Reichsterritorien, Dänemark und Kap der Guten Hoffnung (u.a.) 200.000- 300.000 Personen verließen Frankreich. (Schätzungen, die Auswanderung war illegal.)

Peuplierungspolitik und merkantilistische Ziele (Förderung des Gewerbes) machten die hugenottischen Arbeitskräfte zu willkommenen neuen Untertanen. Besonders das Reich hatte durch die Folgen des Dreißigjährigen Kriegs noch Aufnahmekapazitäten. Aufnahme wurde in ebenfalls kalvinistischen Territorien gewährt: (u.a.) Brandenburg- Preußen, Hessen- Kassel, Hessen- Homburg. Frankreich wurde durch die Abwanderung so vieler qualifizierter Arbeitskräfte geschwächt. ?

? Die Auswanderungen setzten sich während der gesamten Regierungszeit Ludwigs XIV. fort. Nach bisheriger Forschungsmeinung handelte es sich bei den Exulanten überwiegend um eine »wohlhabende, beruflich hochqualifizierte Schicht«, also eine Art Elite, bestehend aus qualifizierten Handwerkern, Fabrikanten, Advokaten, Ärzten und Bankiers. Deren Weggang habe einen »schweren Aderlaß« für die französische Wirtschaft bedeutet. Umgekehrt habe das Know-how, das die Exulanten in ihre Gastländer mitbrachten, deren Wirtschaft gestärkt. Auch in geistiger und kultureller Hinsicht haben die »Réfugiés« ihre Gastländer bereichert. ??


Autorin/author: Daniela Eifert, M.A.

Wenn Sie den ganzen Artikel lesen wollen.


Mittwoch, 24.11.2004

Der Elch von Gumbinnen



Das oben ist das Logo moose content, vielen in der Blogosphäre bekannt, und kann endlich im Blogg SimonAhnen auch mal verwendet werden.

Hintergrund der Geschichte:

1732/33 wurden bekanntlich über 20.000 Salzburger und Berchtesgadener Exulanten vertrieben. Ein Teil davon wanderte nach Gumbinnen in Ostpreussen aus. Die gesamt Geschichte gibt es bei historisches Franken.


Die Elchstatue in Gumbinnen

Dienstag, 23.11.2004

Dürrnberger und Berchtesgadener Emigranten 1685


"?Im Jahre 1685 ließ das Erzstift Salzburg an die Berchtesgadener Regierung die Mitteilung ergehen, daß mehrere Berchtesgadener, die beim Dürrnberger Salzwesen bedienstet waren, glaubensverdächtig seien. Und da gegen diese "und ihre Religionskonsorten" unverzüglich schwere Inquisitionen angestellt wurden, - ein Hans Eggaert und Christoph Fent wurden an den Pranger, Wolf Hildpille und Balthasar Moser auf den Kirchplatz gestelle, - sind viele dieser Glaubensverdächtigen damals teils gezwungen, teils freiwillig zusammen mit Schaitberger nach Nürnberg (auch Seimbler und Kain aus Au) ausgewandert als "an einen Ort", wie ein Schreiben vom 27.12.1686 besagt, "da nicht päpstliche Obrigkeit herrschte, ... wo sie sich ernährten mit Strumpfstricken, Holzhauen, Waschen und Zuspringen".

Einer weiteren heimlichen Auswanderung vorzubeugen, wurde nach einem Befehl vom 29.05.1687 im Einverständnis mit Salzburg und Bayern beschlossen, "die Durchpassierenden zu verhaften und ihr Vermögen auf keine Weise durchzulassen", wie auch die Güter der bisher ohne Erlaubnis Ausgewanderten in Beschlag genommen und verkauft worden waren. Darum hatten schon am 24.10.1686 Berchtesgadener Emigranten sich mit der Bitte an den Rat der Stadt Nürnberg gewand, ihnen "zur Erlangung ihrer konfiszierten Güter und zur Herausgabe ihrer Kinder behilflich sein zu wollen". Es war kein schlechtes Geschäft: hatten doch bis zum Jahre 1699 die lutherischen Emigranten dem Fiskus an 6000 Gulden zurückgelassen, welche für die Zwecke des Franziskanerklosters in Berchtesgaden bestimmt wurden.?"

Den kompletten Beitrag können Sie bei historisches Franken lesen.

Montag, 22.11.2004

Die typische Stecknadel im Heuhaufen

nach dem Ortsverzeichnis des Institut für Historische Familienforschung
IHFF Genealogie Gesellschaft mbH gibt es 7 Orte Purgstall und 31 Orte Burgstall in Österreich bzw. Kronland:

Früherer Ortsname Heutiger Ortsname Zuständige Pfarre(n) Kronland
Purgstall Purgstall Niederösterreich
Purgstall Sallapulka Niederösterreich
Purgstall Lichtenegg Niederösterreich
Purgstall Waizenkirchen Oberösterreich
Purgstall Golling Salzburg
Purgstall St. Laurenzen im Mürztale Steiermark
Purgstall Eggersdorf Steiermark

Burgstall Tröpolach Kärnten
Burgstall Winklern Kärnten
Burgstall Maria Anzbach Niederösterreich
Burgstall Steinerkirchen am Innbach Oberösterreich
Burgstall Timelkam Oberösterreich
Burgstall Weng im Innkreis Oberösterreich
Burgstall Zell am Pettenfirst Oberösterreich
Burgstall Arzberg Steiermark
Burgstall Klein Steiermark
Burgstall St. Magdalen bei Hartberg Steiermark
Burgstall St. Margareten an der Raab Steiermark
Burgstall St. Nikolai in Sausal Steiermark
Burgstall Eggersdorf Steiermark
Burgstall Frauenberg-Rehkogel Steiermark
Burgstall Hartmannsdorf Steiermark
Burgstall Brandenberg Tirol
Burgstall Hippach Tirol
Burgstall, Schloß Wies Steiermark
Burgstallberg Hatzendorf Steiermark
Großburgstall Neukirchen an der Wild Niederösterreich
Burgstall Hradiste Nova Bystrice Böhmen
Kleinburgstall Eggendorf am Walde Niederösterreich
Kottingburgstall Blindenmarkt Niederösterreich
Oberburgstall Pölling Kärnten
Oberburgstall St. Andrä im Lavanttal Kärnten
Oberburgstallberg Kremsbrücke Kärnten
Burgstall Pustal Skofja Loka Krain
Unterburgstall Spodnji Porcic Lenart v Slovenskih Goricah Steiermark
Unterburgstall St. Andrä im Lavanttal Kärnten
Unterburgstallberg Kremsbrücke Kärnten
Oberburgstall Zgornji Porcic Lenart v Slovenskih Goricah Steiermark

Das bedeutet, die ursprünliche Abstammung Simons könnte von jedem dieser Orte sein. Noch ist nicht bewiesen, ob er tatsächlich aus dem Salzburgischen stammt, wenn auch wahrscheinlich, dass er von dort (mit Josef Schaitberger) auswanderte.

Wenn Sie aber daran interessiert sind, schauen Sie doch mal unter Ortsverzeichnis bei IHFF. Dort können Sie auch selbst nach relevanten Namen nachschlagen, die für Sie von Interesse sind.

Sonntag, 21.11.2004

Die Waldenser in Württemberg und Baden


??Wer in der Gegend zwischen Leonberg, Pforzheim und Bretten unterwegs ist, wundert sich sicherlich über die vielen merkwürdigen Ortsnamen wie Pinache, Serres oder Perouse. ?

.. habe diese Woche herausgefunden, dass meine Vorfahren, die zuletzt in "Dürrn, Kieselbronn, Sengach, Serres, Pinache und Groß Villar" angesiedelt waren, im Jahr 1699 als Waldenser mit ihrem Pfarrer und Führer "Henri Arnaud" (1641 - 1721) aus dem Piemont "Ortschaften: Pinasca, Villar Perosa, Torre Pellice." nach Dürrmenz (bei Maulbronn) geflüchtet sind.

Zu dieser Zeit war das Ländle im wahrsten Sinne des Wortes nach der französischen Besatzung "ausgebrannt" und geplündert, die Bevölkerung war durch die Pest (1635/36) auf wenige Prozent dezimiert - und das alles nur kurze Zeit nach dem 30-jährigen Krieg (1618 -1648).

Insgesamt waren im September 1699 - 3000 Menschen aus den Tälern der "Cottischen Alpen" über die Schweiz ins Württembergische unterwegs, nachdem Papst Innozenz III die Waldenser ab 1230 massiv wegen Ketzerei (wie auch die Katharer und Albigenser im Rahmen der Inquisition) verfolgen ließ.

Die Waldenserbewegung (Bewegung von Wanderpredigern) wurde um 1177 von dem reichen Lyoner Kaufmann namens "Petrus Waldes" gegründet.
Das Ziel: Nur in wahrhaftem (rein durch Armut und Verzicht auf weltliche Dinge) Glauben an Gott "in Armut" dienen. Zu dieser Zeit war die Katholische Kirche beim einfachen Volk alles andere als respektiert - "Ein Leben in Saus und Braus - große Reichtümer und Geilheit nach Macht des Klerus" führten zu deren Miss- und Verachtung.

Vor der Verfolgung forderte Papst Innozenz der III von den Waldensern und von Franziskus von Assisi (beschloss ebenfalls ein Leben in Armut um 1207) deren Demutsbekundung und Unterwerfung. Für die Waldenser war das Predigen durch Laienprediger gewissermaßen ein Grundrecht. Da die Waldenser auch die Meinung vertraten, "man muss Gott mehr gehorchen als der Kirche" und dass es eine "unmittelbare" Beziehung zwischen Gott und Menschen gibt (ohne die Vermittlerrolle der Geistlichkeit) wurden die Waldenser 1184 mit einem Kirchenbann belegt und exkommuniziert. ?

?1487 befahl Papst Innozenz III den Kreuzzug gegen die Waldenser. Die Söldner der Inquisitoren durchsuchten auch die kleinsten Winkel des Landes - niemand war sicher. Allein im Frühjahr 1655 brachte eine Abteilung Soldaten der Kreuzzügler 8.000 Menschen auf bestialische Weise um.

In Frankreich wurden die Waldenser "Vaudois" genannt. Die Waldenser waren sozusagen auch Huggenotten, da sie sich 1532 offiziell der Reformbewegung anschlossen und zu diesem Zeitpunkt auch die Waldenserkirche gründeten. 1598 wurde den Reformierten durch das Toleranzedikt von Nantes (Heinrich IV) Religionsfreiheit zugesichert. Ludwig XIV - hob dieses allerdings 1685 wieder auf. 1686 erließ der Herzog von Savoyen auf Betreiben Ludwig XIV ein Edikt, wonach alle französisch geborenen Waldenser innerhalb von 2 Monaten das Land verlassen mussten. Die Waldenserbewegung erstreckte sich damals von Spanien bis ins Baltikum (v.a. Böhmen).

Die Sprache der Waldenser war das "Welsch" - die okzitanische Sprache, die in Südfrankreich, Teilen Spaniens und im Piement gesprochen wurde. Welsch war in Würrtemberg noch bis ins 19. Jahrhundert bei den Waldensern aktive Sprache. Heute gibt es in Italien, Frankreich und Spanien noch ca. 13 Mio Menschen, die Welsch sprechen. In Deutschland und in Italien leben heute jeweils ca. 30.000 Waldenser, weitere ca. 15.000 sind noch in Argentinien und Uruguay zu finden.

Kulinarischer Aspekt: Einige Waldenser, die 1699 in Dürrmenz ankamen, gründeten die Siedlung "Lucerne" bei Wurmberg. Beide Orte wurden 1808 vereinigt. Zu den Gründern von Lucerne gehörte auch der Kaufmann Antoine Seignoret, der die Kartoffel in Würrtemberg einführte!?"


Den vollständigen Aufsatz und noch mehr über die Geschichte Baden-Württemberg finden Sie bei Peter Mangold.

Samstag, 20.11.2004

Historischer Exkurs: Exulanten in Franken


??»Wer aus dem evangelischen Mittelfranken oder seiner näheren Umgebung stammt, trägt Exulantenblut in sich«[1] behauptet Matthias Simon im Geleitwort zur 1. Auflage von Georg Rusams Standardwerk über »Österreichische Exulanten in Franken und Schwaben«. Rusam wird in der Vorbemerkung noch deutlicher: »In den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinden in Franken und Schwaben findet sich um die Zeit des ausgehenden Dreißigjährigen Krieges und noch ein paar Jahrzehnte danach häufig hinter den Namen der Getrauten, der Eltern von getauften Kindern und der Verstorbenen die Beifügung: "aus dem Ländlein ob der Enns" ... oder "aus Österreich" ... oder ähnlich; oft werden auch bestimmte Pfarreien oder Herrschaften genannt, die ... auf altösterreichischem Boden zu suchen sind.«[2]

Zu verwundern ist das nicht. War doch die Bevölkerung in Mittelfranken am Ende des Dreißigjährigen Krieges um ca. 50% dezimiert. Markgraf Albrecht V. von Ansbach betrieb die »Repeuplierung ... [des Landes] durch Aufnahme österreichischer Glaubensflüchtlinge, vor allem aus dem Landl ob der Enns. Die wirtschaftliche Tüchtigkeit dieser Exulanten trug viel zum raschen Wiederaufbau des verödeten Landes bei.«[3] Im Zuge der Gegenreformation durch Kaiser Ferdinand III. aus dern österreichischen Erblanden ausgewisen, »durften [sie] ihren Besitz verkaufen und kamen ... [in Franken] nicht unvermögend oder gar arm an.«[4] In Stetten zum Beispiel, heute ein Ortsteil von Gunzenhausen, »darf man aufgrund der Eintragungen in den Trau- und Sterbebüchern und in den Kommunikantenverzeichnissen annehmen, daß um 1655 bis 1670 weit über die Hälfte ... [der] Einwohnerschaft Flüchtlinge aus dem Ländlein ob der Enns waren.«[5] Wirft man aber einen Blick auf die entsprechenden Karten von Österreich, so ist schnell zu sehen, daß nicht nur das damalige Oberösterreich ? Ländlein ob der Enns genannt ? sondern auch Niederösterreich, und in geringem Maße wohl auch Kärnten, Tirol und die Steiermark zum Bevölkerungszuwachs in Franken beigetragen haben. Im Mühlviertel (Niederösterreich) tut sich vor allem die "Rapottensteiner Pfarr", wie es in einem Stettener Eintrag heißt, hervor.

Exulanten »im ursprünglichen Wortsinn ... [waren] Personen, die aus irgendwelchen Gründen ihre Heimat verlassen mußten und nun heimatlos, ausgeschlossen in der Fremde, im "Elend" leben. Dabei ist die Motivation des Abzugs nicht näher spezifiziert.«[6] Herkunft und soziale Stellung der hier untersuchten Exulanten engt den Kreis der Personen aber eindeutig auf Glaubensflüchtlinge, die im Zuge der Gegenreformation in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts die habsburgischen Erblande verließen, ein. Wichtig ist dabei allerdings, diese Einwanderungswelle nicht mit den salzburger und berchtesgadner Glaubensflüchtlingen des 1. Drittels des 18. Jahrhunderts zu verwechseln. Noch immer in Literatur und Gedächtnis der ? vor allem evangelischen ? Bevölkerung vorhanden, zogen diese Menschen in der Hauptsache nach Ostpreussen und Nordamerika weiter. In Franken verblieb nur ein geringer Bruchteil und dürfte nach meinen Forschungen unter den Vorfahren von Veronika und Karoline nicht in Erscheinung treten.



Literatur:

[1] RUSAM, GEORG: Österreichische Exulanten in Franken und Schwaben, 2. Auflage, Neustadt a. d. Aisch, Verlag Degener & Co., 1989; Seite X.

[2] ebenda, Seite XII

[3] SCHLUND, HANS HERMANN: Stetten ? ein Dorf zwischen Altmühl und Hahnenkamm, Gunzenhausen, 1983; Seite 49

[4] a.a.O.

[5] SCHUHMANN, GÜNTHER: Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach ? Eine Bilddokumentation zur Geschichte der Hohenzollern in Franken, Ansbach, 1980; Seite 144

[6] SCHNABEL, WERNER WILHELM: Österreichische Exulanten in oberdeutschen Reichsstädten, München, C. H. Beck, 1992

GRÖSCHEL, KARL (Hg.): Exulanten in Stadt und Bezirk Weißenburg und Dekanat Heidenheim (Weißenburger Heimatbücher 9) Weißenburg i. B., 1935??

Dieses Exzerpt fand ich auf einer WebSite von Johannes Schmitt. Wer sich ernsthaft mit Ahnenforschung, besonders dem Spezialthema Exulanten befasst, dem kann ich nur die angegebene Literatur empfehlen (besonders wichtig: Rusam und Schnabel)

Freitag, 19.11.2004

So lebten die Salzknappen und Kleinbauern 1685


im Berchtesgadener Bereich:

??Im Berchtesgadener Bereich herrscht vorrangig das Zweihaus: Wohnung und Stallstadel getrennt; seltener sind Wohnhaus, Stall und Scheune unter einem Dach. Die auf den Hochflächen lebenden Bauern und Bergknappen der Au, Scheffau und Dürrnberg waren oft Kleinbauern, die nicht mehr als 2 oder 3 Rinder füttern und nur wenig Getreide anbauen konnten. Sie hatten daher als Zuerwerb das Recht, in den Salzbergwerken zu arbeiten. Der Raumbedarf für Wohnung und Wirtschaft dieser Zuerwerbs- und Nebenerwerbsbauern war daher von Anfang an gering. Hier handelt es sich eher um Einhöfe. Der Stall tritt unmittelbar an den nur einraumtiefen, jedoch zweigeschossigen Wohnteil heran, der Bergeraum befindet sich als "Heuboden" über dem Stall und reicht über die von der Bergseite her zugängliche Hochtenne in den Wohnteil. Wohn- und Wirtschaftsteil wurden also nicht als eigene Einzweckbauten ausgebildet und später zusammengefügt, sondern schon ursprünglich in ein gemeinsames Gehäuse hineingestellt, dessen Grundriß bei den Kleinhöfen allerdings sehr verschiedenartig ist.


Schaitbergerhaus am Dürrnberg

Einerseits ließ die zumeist steile Hanglage keine regelmäßige Grundrißausbildung zu, zum andern hausten mit Rücksicht auf die kleinen Nutzungsflächen und Erträge manchmal zwei Familien unter einem Dach in sogenannten "Gemeinhäusern", jedoch mit getrennter Wirtschaftsführung in eigenen Stuben, Küchen, Stall- und Bergeräumen. Im allgemeinen sind es giebelseitig aufgeschlossene Mittelflurhäuser, die auf der einen Seite des Flures Stube, Stübl und Küche, auf der anderen Seite einen "Gaden" als Speisekammer und den Stall aufweisen. Die Stuben sind sicherlich schon seit dem 16. Jahrhundert Kachelstuben mit Hinterladeöfen aus graphitierten Topfkacheln, wie sie der aus dem Schaitbergerhaus in das Salzburger Volkskundemuseum übertragene Ofen zeigt. Die Riemlingdecke der Stube mit dem "Wärmloch" wird von einem Trambalken mit eingeschnittener Jahreszahl getragen. Der Flur wird am hinteren Ende von der steingewölbten Küche abgeschlossen, aus der ein schliefbarer, gemauerter Rauchfang den Rauch übers Dach ableitet. Die Herde dieser Rauchküchen waren bis ins späte 19. Jahrhundert offen. Das Obergeschoß enthält über dem Flur den Söller, von dem auch die Stubenkammer, die Stüblkammer, die kleine Tenne und der Heuboden zugänglich sind. ??

Lesen Sie hier den Artikel vollständig bei historisches Franken und weitere interessante Details

Donnerstag, 18.11.2004

zwischen Habsburgern und Schwaben bestanden schon

früher intensive Verbindungen.

??Doch kaum weilte sie ein Jahr auf Schloss Böblingen, da gedachte sie sich wieder zu vermählen. Um ihre Hand ließ Herzog, seit 1453 Erzherzog Albrecht VI., der Regent der Vorderösterreichischen Lande und Bruder Kaiser Friedrichs III., anhalten. Am 3. November 1451 kam unter Vermittlung des Markgrafen Albrecht von Brandenburg in Böblingen die Heiratsabrede zustande; dabei ging es nicht zuletzt um die Frage der Mitgift der begehrten Witwe: Mechthild brachte 73 000 Gulden in die Ehe ein, doch behielt sie sich davon die Verwendung von 30 000 Gulden vor. Die restlichen 43 000 Gulden sollte Albrecht in gleicher Höhe als "Sicherheitsleistung" einbringen. Von Albrecht wurde Mechthild die Grafschaft Hohenberg verschrieben, die freilich noch zum größten Teil verpfändet war. Ausdrücklich festgehalten war, dass Mechthild für Schulden ihres zukünftigen Gemahls nicht aufkommen würde.

Mit der "Böblinger Fürstenhochzeit", die um den 10. August 1452 stattfand, erlebte Böblingen vielleicht das prachtvollste Ereignis seiner Geschichte. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich u. a. der Bruder Mechthilds, Pfalzgraf Stephan sowie ihr Schwager, Graf Ulrich V. von Württemberg. Bereits im Frühjahr 1452 hatte sich Albrechts Bruder Friedrich, der in Rom zum Kaiser gekrönt worden war, mit Eleonore von Portugal vermählt.


Albrecht VI. von Österreich und Mechthild

Im sog. "Codex Ingeram " des Kunsthistorischen Museums Wien sind uns Abbildungen Mechthilds und Albrechts aus der Zeit der Böblinger Fürstenhochzeit überliefert. Sie zeigen Mechthild als Dame voll Anmut und Liebreiz in einem kostbaren, eng gegürteten Gewand, das sie mit der Linken zum Schreiten anhebt, wobei ein Teil ihres modisch beschuhten Fußes sichtbar wird, wie er von Jakob Püterich von Reichertshausen in seinem "Ehrenbrief" (1462) bewundert wurde. In der Rechten hält sie einen Spiegel -Sinnbild weiblicher Eitelkeit und Klugheit. Auf dem Kopf trägt sie eine verzierte Haube mit Schleier. Herzog Albrecht im Pelzrock und mit Fürstenhut hält ihr den Verlobungsring entgegen.

Eine Beschreibung der Böblinger Hochzeitsfeier ist nicht überliefert. Man kann davon ausgehen, dass sie ähnlich aufwendig wie die Hochzeit von Mechthilds Sohn, Graf Eberhard im Bart von Württemberg mit der Fürstin Barbara Gonzaga von Mantua 1474 in Urach begangen wurde. Dort wurde üppig getafelt und aus dem Brunnen im Schlosshof floss reichlich Wein. Zur Kurzweil der zahlreichen Gäste gab es bei den Fürstenhochzeiten Turnier, Musik und Tanz; Falkner, Gaukler und Feuerschlucker traten auf. ??

Die komplette Geschichte können Sie hier finden.

Mittwoch, 17.11.2004

Im Lebenslauf des Joseph Schaitberger



??wird seine Mutter Magdalena als aus Berchtesgaden stammend erwähnt.

Magdalena Thanner gebar 12 Kinder.

Die Geburtsjahre der fünf Mädchen waren 1608, 1611, 1615, 1620 und 1638.

Georg, ist vermutlich ca. 1651 geboren und starb am 19. April 1655, 4 Jahre alt.

Die Familie Thanner war besonders zahlreich in der Auer und Schaffauer Gnotschaft ansässig, also an der Grenze zum Salzburgischen. Es ist leicht einzusehen, daß man anläßlich von Taufen und Hochzeiten den weiten Weg nach Berchtesgaden und Schellenberg scheute und die Kirche am Dürrnberg vorzog, die ja ganz nahe lag; das gleiche gilt auch für die Bestattungen.


Wallfahrtskirche Maria Dürrnberg

Die Suche nach der Herkunft der Magdalena Thanner brachte die Todtfahlhandlung, die im Notelbuch von 1647 für die Stainpichlgüttl, Gnotschaft Au, unter dem Datum 11. Juni 1647 niedergeschrieben ist (Staatsarchiv München, Notelbücher Fürstpropstei Berchtesgaden Br-Pr-Fasz. 138/57). Eine Maria Tannerin, am "Stainpichlgüttl", war verstorben (die Sterbebucheintragung ist in Berchtesgaden unter dem 9. Juni 1647 - ohne jeglichen nähren Zusatz - zu finden) und hatte ein ausführliches Testament hinterlassen; als Erben setzte sie ihre ehelichen Geschwister ein:

Hannßen Tanner Pergknapp am Türnperg, Magdlena Hansen Schaidtpergers daselbst Eheweib, Christina, Georgens Angerers auf der Au Ehewürthin, Barbara noch ledigs Standes.

Maria Thanner hatte also vier Geschwister, von denen wir den Hans in der Seelenbeschreibung Dürrnberg von 1685, als Inmann am Lehen "Unterm Stein" seines Neffen Hanns Schaitberger (IV), finden;

Die Zusammenhänge sind nun ziemlich restlos geklärt:

Magdalena Tanner, Ehefrau des Hanns Schaitberger (III) und Mutter des Joseph Schaitberger (IV), hatte den Johann Tanner und die Catharina Angerer als Eltern; nach dem Tod ihrer Schwester Maria hatte sie noch drei lebende Geschwister, nämlich Hans, Christina (Ehefrau von Georg Angerer) und Barbara. ??

Diesen Aufsatz und weitere Details finden Sie bei historisches Franken.

In einem aktuellen Artikel der Salzburger Nachrichten bittet die Initiative "Rettet Maria Dürrnberg" um weitere Spenden zur Rettung der Kirche.


Wessen das Land ist, dessen ist die Religion


??Es war die Not, die viele Einwohner veranlasste, das Glück im Wandergewerbe als Hausierer zu suchen. Durch die herumziehenden Handwerker und Händler, aber auch die Bergknappen hatten die Lehren Luthers in den Tälern Verbreitung gefunden.

Nach dem Leitspruch "Wessen das Land ist, dessen ist die Religion" mussten viele Deferegger ihre Heimat verlassen. In "Neu eröffneter Historischer Bilder-Saal, siebenter Theil, Nürnberg 1727" heißt es zum Jahre 1684: "Im Tefergger Thal, zum Ertz-Bisthum Salzburg gehörig, wurde eine Evangel. Gemeinde entdecket, welche weit über 100. Jahr verborgen gewesen, und aus denen, von ihren Eltern und Vorfahren ihnen überlassenen Büchern, sich untereinander erbauet und geübet. Als sie aber entweder gar selten in die Catholische Kirchen kamen, oder sich bey der Messe und andern Stücken des Cathol. Gottesdienstes gar kaltsinnig bezeigten, wurden ihnen erstlich ihre gehabte Bücher abgenommen, und sie darauf angehalten, durch einen abzuschwöhrenden leiblichen Eid sich zum Catholischen Glauben zu bekennen, welches sie aber sich zu thun weigerten, und lieber, mit Hinterlassung aller ihrer Haabseeligkeiten, den Exulanten Stab ergriffen; worauf sie hin und wieder im Reich, in Evangelischen Orten aufgenommen und untergebracht worden sind" (Gert Stemberger, 1985, S. 74).

1666 erging aus Salzburg der Erlass an Wolf Adam Lasser, Pfleger in Matrei, im Defereggen "eine Visitation vorzunehmen, die sektischen Bücher abzunehmen, die Leute zur Rede zu stellen" (ebd., S. 68). Aus dem Tal mussten (zwischen 1666 und 1725) 895 Protestanten "mit lautem klagen und weinen" ihre Heimat verlassen (ebd., S. 75).



Defereggental bei Hopfgarten aus aeiou

Vor 1685 lebten ca. 3000 Einwohner im Tal. Bis 1720 wurde rund ein Drittel der Einwohnerschaft des Tales ausgewiesen (ebd. S. 81). St. Veit hat die Hälfte seiner Bewohner verloren. Tragödien spielten sich ab, weil der Salzburger Erzbischof Kinder unter 15 Jahren nicht auswandern ließ, "um sie im katholischen Glauben erziehen zu können" (ebd., S. 74). "Als die Deferegger bei Kranebitten und bei Zirl lagerten und froh waren, den anstrengenden Teil ihrer Reise hinter sich zu haben, erschien ein Abgesandter der Tiroler Regierung und verfügte die Rückkehr von 45 Kindern. Zehn Mütter erklärten sich freiwillig bereit, bei den Kindern zu bleiben und sie heim zu begleiten (...)" (ebd., S. 75). Von 227 zurückbehaltenen Kindern wurden 56 von ihren Eltern "entführt". "Um die Entführung zu verhindern - sichtlich war es Defreggern doch immer wieder gelungen, ins Tal zu gelangen - sollten die Kinder in Matrei zusammengezogen und zu ihrer Bewachung Militär eingesetzt werden. Ganz ließ sich diese Maßnahme doch nicht durchführen, weshalb Gerichtsdiener (...) ins Tal gesandt wurden" (ebd., S. 79). Zur Durchsetzung des Beschlusses wurden im Jahre 1692 Knechte bestellt, "die für jeden aufgegriffenen Entführer, der ein Kind bei sich hatte, eine Prämie von zwölf Reichstalern erhielten" (ebd.). ??

Diesen und weitere Artikel können Sie hier lesen.

Dienstag, 16.11.2004

Die Herkunft der Einwohner von Spöck 1709 Teil 3


Hintersassen (Taglöhner, nicht Bürger, Zugereiste) zu Spöck

Burkhard, Kaspar

Derer, der Sauhirt
nicht eindeutig in A selten, St. Veit am Vogau.

Dittweiler, Michael
nicht zu finden. D. nur in Südbaden und CH.

Gretschmann, Daniel
Seit ca 1690 in Spöck verzeichnet. In Württemberg selten, in A = 0.

Hanold, Hans Georg
nicht eindeutig, in A = 0.

Hartmann, Johann
uralter fränkischer Name, auch in Württemberg, Unterland und Ostalb.

Kercher, Johann
nicht eindeutig zuzuordnen, uralter Name auf der Filder. In A einer aus Unternalb bei Pulkau 1677.

Krämer, Joh. Ludwig
uralter Name Raum Stuttgart, Ostalb, Franken. In A zwar vielfach sinnig, wegen Häufigkeit unwahrscheinlich in Zuordnung, außerdem stammt er vermutlich aus Elsass.

Lohrmann, Johann Georg
verzeichnet 1654, wenig in Baden, alter württembergischer Name. In A in Heiligenkreuz Raum Graz, aber erst ab Mitte 18. JH.

Wenner, Johann
uralter Name Franken, Württemberg, Ostalb, CH, nicht in A, nicht eindeutig in Baden.


Bürger zu Spöck (weiterer Nachtrag siehe Einwohnerbuch)

Hofmann, zu oft.

Müller, zu oft.

Nonnenmacher, nicht in A.

Wolf, zu oft.


Bürger zu Staffort

Amberger, Johann
1685 in Spöck, in Württemberg Räume Vaihingen, Heilbronn, Ellwangen, Stuttgart. In Bayern stark verbreitet, in A Raum Litschau, Retz, Reinsberg bei Purgstall, Gmünd NÖ, Mining OÖ b. Altheim/Burgstall.

Batzenschläger, Jakob
1682 Staffort. nicht eindeutig, eher seltener Name.

Enderle

Ernst

Fötzner

Gamer

Geiß, Hans
nicht eindeutig, in A nur 6 in Kärnten ab 1740 verzeichnet.

Glaßer, Hans Martin
1688 Staffort, in A Raum Pulkau, St. Pölten ? verwandt eher unwahrscheinlich. Name zu oft.

Greif, Christoph
1648 Staffort. stark Ostalb, Donau, in A nicht eindeutig, teils Südtirol.

Hardtmann

Hauckh

Hauth

Hecht

Heydt, Christoph
1667 Staffort, in A = 0

Hofheintz

Keller

Kirchenbauer, Hans Georg
nicht eindeutig

Lang

Malsch, Michael
1609 Staffort

Meyer

Müller

Nagel

Raupp, Georg
1682 Büchig, 1650 Raum KA, nicht eindeutig, Württemberg, Ostalb, Donau, in A Königreich und Wien.

Rösch, Matthias
1669 Graben, nicht eindeutig. In Württemberg Donau und Ostalb, in A Raum Villach, Vorarlberg, Rettenberg b. Großklein, Braunsdorf bei Pulkau, St. Pölten, Heiligenkreuz, Polling Innkreis b. Burgstall.

Scheef, Ludwig
1674 Staffort, nicht eindeutig in Württ. Ostalb , in A = 0.

Süß

Stober

Vollmar

Die Namen ohne Untersuchungsergebnis beschrieb ich bereits unter Spöck oder sie sind (momentan) nicht näher zu recherchieren.

Servicelink:
Herkunft Teil 3
Herkunft Teil 2
Herkunft Teil 1
Einwohnerbuch von 1709

Wallfahrtskirche Maria Kunterweg in Berchtesgaden Teil 2


karl schrieb gestern Abend noch einen Kommentar (und der ist mir zu wichtig, als dass er in der Rubrik ?Letzte Kommentare? möglicherweise übersehen wird) :

?Weil du so produktiv bist, komme ich mit dem Lesen kaum nach ;-)

An dieser Stelle ein kleiner Beitrag: Vor 2 Jahren war die 900 Jahr Feier von Berchtesgaden. Unter anderem wurde bei einem gemeinsamen Gottesdienst der katholischen und der evangelischen Kirche eben jener Protestantenvertreibung gedacht:

Diese Feier wurde unter anderem begleitet von einem der besten europäischen Bandoneonisten, nämlich von
Alfredo Marcucci.

Und unsere Tangolehrer, Franz und Francine, lieferten auf dem Kirchplatz einige schöne Tangos ab. Deshalb waren wir auch bei dieser Feier, die wir in schöner Erinnerung behielten.?

uups - das war in der frühen Eile das falsch Bild, aber es passt so schön zu Berchtesgaden - hier das richtige Bild
Tango Argentino in Salzburg
Endlich kann ich auch mal Tangobilder in meinen Blog aufnehmen ;-).

Das mit den Versöhnungen ist ein wichtiges Thema. Ich schrieb bereits zur Feier im Defereggental im Jahre 2001 und in Wain. Die Bemühungen sind sowohl von den katholischen wie den evangelischen Kirchen erkennbar. Ich komme demnächst dazu mit einem weiteren Beitrag.

Service: Teil 1 Wallfahrtskirche.

Montag, 15.11.2004

Die Herkunft der Einwohner von Spöck 1709 Teil 2


Köll, Martin
auch als Kell seit 1692 in Spöck, in Bad. auch in Württ. besonder Ostalb und Donaukreis (evtl. Einwanderer).
In A: Irdning, Zellerndorf bei Pulkau, bei Villach, Heiligkreuz bei Graz, Wetzawinkel bei Gleisdorf, Fürstenfeld, Steinegg b. Altenberg/Horn, Dürnstein bei Krems.

Lang, Peter
seit 1626 im Umfeld, nicht eindeutig. Name zu oft in CH und A.

Lindenmann, Johann (Pfarrer in Spöck)
nicht eindeutig, zugereist? Oft in Baden, in Württemberg vielfach Donau und Ostalb,
in A selten, in Zöbing b. Krems, Burgau bei St. Pölten, Hadersdorf bei Gramastetten oder Krems?

Mangoldt, Theobald
seit ca. 1700 nicht eindeutig im Umfeld verzeichnet. Häufig in Württemberg Ostalb und Donau.
Stark in CH + F, in A nur Wien und Burgenland bzw. Königreich (Auswanderer).

Müller, Stephan

Nagel, Hans
im Umfeld seit 1598, nicht eindeutig zuzuordnen. In CH, F, in A nicht eindeutig wegen Häufung.

Obrist, Jakob
seit 1644 im Umfeld verzeichnet, nicht eindeutig. Öfter in Baden. Gering in Württemberg Ostalb und Donau. In A selten, nicht zuzuordnen., öfter in CH.

Paulus, Hans Jakob
seit 1662 in Spöck verzeichnet. In Württemberg Donau und Ostalb.
Vielfach in NL, B, in A weniger und nicht eindeutig.

Pfatteicher, Zacharias
Name seit 1634 in Spöck und Umfeld, aber nur dort in Baden.

Rößler, Hans
sehr alter Name, in Baden und Württemberg nicht eindeutig zuzuordnen. In CH und A selten, vermutlich Auswanderer.

Rudisohly, Hans Michael
nicht zu finden.

Seeger, Simon
seit 1615 Unteröwisheim, ca. 1700 Staffort, häufig in Baden. Häufig in Württemberg einschließlich Ostalb und Donau. Häufig in CH, selten in A, nicht zuzuordnen (Rutzenmoos bei Vöcklabruck).

Sickhinger, Jakob,
auch Sickinger, seit 1639 in Staffort verzeichnet. In Baden fast ausschließlich um Späck. In Württemberg Strohgäu und Filder.
In A seit ca. 1850 im Raum Frankenburg, aber selten.

Süß, Hans Jakob
alter Name seit 1640, sowie CH, NL, F.

Stober, Christoph
seit ca. 1665 verzeichnet. In Württemberg nur in Varianten und selten. In A als Stoiber.

Strauß, Simon
seit 1646 in Staffort, nicht eindeutig. Häufig in Baden. Raum Stuttgart, Ostalb, Donau. In A nicht eindeutig, zu häufig.

Vollmar, Hans Georg
seit 1649 in Spöck verzeichnet, in Baden und Württemberg Uraltname. In A selten, nicht eindeutig.

Weickh, Hans Konrad
Uraltname aus Unterland und Franken, Hohenlohe, seit 1644 in Graben verzeichnet. In A unbekannt.

Weydenbach, Christoph
uralter Name Unterland, Ostalb und Franken, seit 1673 in Spöck verzeichnet. In A unbekannt.

Wörner, Hans Adam
in Graben erst seit ca. 1800 verzeichnet, häufig in Baden, alle Schreibweisen, verteilt in Württ. ältester Nachweis Remstal und Sigmaringen um 1550, auch Ostalb und Donau. In A nur Königreich, also Auswanderer.

Zeller, Jakob
Südbaden häufig, Nordbaden selten, nicht nachweisbar. Jocobus Z. 1669/61 + weitere in Täferrot, viele in Württemberg, Ostalb und Donau, Böhmenkirchen, Nehresheim, Schützingen ? typische Wanderung?
In A in Gutau Mühlkreis, Waldhaus bei Zwettl NÖ, Raum Pulkau Retz, Gmünd NÖ, Hippach Zillertal, Radstadt, Litschau.

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Herkunft Teil 3
Herkunft Teil 2
Herkunft Teil 1
Einwohnerbuch von 1709



Der Hang zum Pietismus?


?? (eine besondere Strömung innerhalb der evangelischen Kirche) steckt latent in der schwäbischen Seele, die neben Geld eigentlich nur noch den Himmel gelten lässt, vielleicht gerade noch einen guten Trollinger...

Am besten gefällt mir in diesem Zusammenhang das Herbert Wehner zugeschriebene Wort vom 'Pietkong', mit dem er den damaligen Minister Erhard Eppler charakterisierte. Beide waren innerhalb der SPD ein Beispiel an Redlichkeit und Pflichtgefühl, aber Eppler besaß dazu diese rührende schwäbische Unfähigkeit, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Schon als Kind faszinierte mich der übermächtige schwäbische Trieb, sich zwar allem weltlichem Einfluss entgegenzustemmen, aber dafür der Kirche einen übergroßen Raum im Alltag zu überlassen.
Dies hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert, aber ich kenne sie noch, diese Leute, die Sebastian Blau so trefflich beschrieb:

Schwaaz dr Huat ond schwarz es Fräckle
ond s`Gehabe gsalbet fromm,
ond a gottergeabes Gschmäckle
om de´ganze Ranza rom.

Glaubsch mers, dass vor sotte Denger
s Kreuz sogar dr Teufel schleecht
und ob deane Stondegänger
schier katholisch weara möcht?



Am besten gefiel mir schon immer die Antwort "Sia hennd hald a Harmonium" oder "Dia gangad zom Lacha en dr Kellr", wenn die Sprache auf bestimmte frömmelnde Mitbürger kam.
Auffallend ist der latente schwäbische Purismus, der die Erde für eine Art Jammertal, den Mensch als Sündenpfuhl, den Wein als Höllentrank und die Liebe als Teufelswerk betrachtet.
Wer kennt sie nicht, die schmallippigen Traktätles-Verteiler, die alle Mitbürger, die nicht in die 'Schdond', also die gemeinsame Andachtsstunde, kommen, als gottlos und dem Verderben geweiht betrachten.

Obwohl ich selbst weder mit der Kirche, noch mit dem Pietismus viel am Hut habe, (man kann ja auch Autofahren ohne im ADAC zu sein), ertappe ich mich immer wieder mit schlechtem Gewissen nach einer Hingabe an die schönen Dinge des Lebens.
Damit will ich eigentlich nur zeigen, dass in den menschlichen Genen mehr steckt, als man vermutet, denn so manchen eigenen Wesenszug erkenne ich schon wieder in meiner nun fast erwachsenen Tochter.

Man er zählt sich von einem Pietisten, der auf dem Sterbebett zum Katholizismus übertreten wollte. Als man ihn entsetzt fragte, warum, flüsterte der Sterbende: 'Besser es schdirbt oiner von dene, als von ons!"

Der Pietismus basiert unter anderen auf dem Matthäus-Zitat:
Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind ihrer, die ihn finden.

Also nicht mit dem Evangelium allein ist da Himmelreich gesichert, sondert man muss auch mit einer methodischen und strengen Lebensführung nachhelfen. Es gibt keine Situation, über die sich Pietist keine Gedanken macht, und sei sie noch so nichtig. Im Zweifelsfall betrachtet er alles als Sünde und verboten und auferlegt sich Mühsal und Entsagung.

Ohne das Bild des schmalen und des breiten Weges war und ist diese Anschauung schwer zu vermitteln, aber so ist ein richtiger Pietist eben dankbar für jede Prüfung, die ihm auferlegt wird, da sie ihn ein Stück weiter auf dem schmalen Weg bringt. Und obwohl der Sex ein Hindernis zum Erreichen des Himmelreiches darstellt, zeugt er viele Nachkommen, ohne allerdings jemals mehr als Nachthemd seiner Ehefrau gesehen zu haben.

Die richtige Religionszugehörigkeit ist und war ein gewichtiger Grund für Einstellungsentscheidungen. Ein Posaunist soll am königlichen Hof mit der Empfehlung 'schwach im Blasen, aber stark im Glauben' mühelos eine Anstellung gefunden haben. Und heute heißt es dann 'Domm isch er ja scho, aber er isch hald oiner vo ons'.

Der Pietismus hat seine Wurzeln vor dem 30-jährigen Krieg, als der Kirchenreformer Johann Valentin Andreae die christliche Idealstadt Christianopolis entwarf: eine Stadt mit innerem Frieden, Gleichheit der Bürger und einer Verachtung für Reichtum. Der frühe Pietismus war ein Sammelbecken der von den Zuständen am despotischen Fürstenhof enttäuschten Christen.

Sie trafen sich in der Schdond, eine außerkirchliche Bet- und Erbauungsveranstaltung, in der die Heilige Schrift ausgelegt und als Bildungseinrichtung des Volkes große Bedeutung gewann. Ziel war die Trennung von Staat und Kirche und die Rückbesinnung auf die urchristliche Gemeinde. Feindbild waren die angepassten, dem Adel nach dem Mund redenden selbstgerechten Kirchen-Pharisäer. (Solche gibt es heute natürlich nicht mehr, oder doch ?)

Wenn man schon ein Leben in Demut, Selbstverleugnung und Gewissenstreue führen musste, dann wollte man nicht strengen weltlichen Dogmen, sondern dem Herrn Jesus Christus persönlich verpflichtet sein. Heute würde man dazu "Kirche von unten" sagen

Die Pietisten waren neben der reinen Frömmigkeit und Nächstenliebe auch tatkräftige Unternehmer, die sich als Erfinder, soziale Neuerer, Industriegründer und Weinbauern betätigten und so das Leben aller bereicherten und erleichterten, gerade in den elenden ländlichen Gegenden.

Vor den Toren Leonberg gelegen, bildet die Gemeinde Korntal noch immer das Zentrum des schwäbischen Pietismus. Die Gründe, die zur Gründung der Ev. Brüdergemeinde führten, war die Hoffnung auf die baldige Wiederkunft Jesu Christi. Mit Korntal sollte ein Zufluchtsort für die Gläubigen des Landes in der Endzeit geschaffen werden. ??

Diese heitere Geschichte fand ich bei Peter Mangold - er hält dort noch mehr bereit.

Diese Geschichte karikiert mehr den ?Frömmler und Scheinheiligen?. Pietismus geht natürlich weiter und tiefer. Dazu verfüge ich auch über ?schlaue? Literatur im Zusammenhang mit Ahnenforschung, aus der ich demnächst einmal zitiere. Bis dahin für Interessierte ein Blick in wikipedia.


Sonntag, 14.11.2004

Schriftgelehrte oder Sprachexperten sind gefordert

Dies passt gut zum vorigen Beitrag. Nun versuchte ich mal mit Computerschriften Kupferstich, Kurrent und Sütterlin den Eheeintrag nachzuvollziehen und zu vergleichen.

In der ersten Zeile fehlt das Wort vor Simon.
Unsicher in der zweiten Zeile das erste Wort.
Dritte Zeile das wichtigste, der Abstammungsort nach salzburgisch, könnte mit Groß? anfangen. Und danach vor Bauer, könnte mit a? anfangen (da verwirrt der Bogen des ?g? von der Zeile darüber.
Die letzte Zeile ?rechtmäßiger? kann zwar nicht sein, liest sich aber in etwa so oder "hinterlaßene" Wittwe?



Für die bessere Lesbarkeit des Originaleintrags nun nochmals eine größere Kopie:


Große Bitte: wenn wirklich Experten dies lesen, bitte um freundliche Hinweise zur Lösung des Rätsels.

Den Schreiber mit seiner Sauklaue


verwünschte ich schon oft. Da bin ich nicht allein. Deshalb ist das File mit dem Eheeintrag bei mir auch als "Simonklaue" bezeichnet (Simon kann nichts dafür).

Hier hilft nur, weiter Kurrent und Sütterlin üben (Computerschriften gibt es auch im Internet, z.B. Sütterlin und Kupferstich = ähnlich Kurrent). Weiter hilft die Erweiterung des Sprachschatzes um früher gebräuchliche Wörter und Redewendungen. Hier einige Beispiele:

Bezeichnungen bei Geburten und Taufen:

natus, nata = geboren
parentes = Eltern
mater = Mutter
pater = Vater
patrinus, patrina =Taufpate
baptizatus, -a = getauft worden
levans =Taufpate
genitus, -a = gezeugt

Bezeichnungen bei Trauungen:

copulatus est = getraut worden
matrimonium = die Ehe geschlossen
sponsus, sponsa = Bräutigam, Braut
cum = mit
filius, filia = Sohn, Tochter
honestus = ehrwürdig
juvenis = Jüngling
solutus, -a = ledig
conjux, conjugum = ehelich
ux(or) = Ehefrau
defunctus = bereits verstorben
testes = Trauzeugen
ex parte sponsi = auf Seite des Bräutigams
ex parte sponsae = auf Seite der Braut
paranymphus = Brautführer

Bezeichnungen bei Todesfällen:

obiit = ist gestorben
sepultus =begraben
aetatis = im Alter von
p.m. piae memoriae, = bereits verstorben
viv(ens) = lebend
sel. = selig, bereits verstorben

Monatsbezeichnungen:

7bris = September
8bris = Oktober
9bris = November
Xbris = Dezember
Hartung = Jänner
Hornung = Februar
Lenzing = März
Grünmonat = April
Wonnemonat = Mai
Brachmonat = Juni
Heumonat = Juli
Erntemonat = August
Herbstmonat = September
Weinmonat = Oktober
Wintermonat= November
Christmonat = Dezember

Berufsbezeichnungen:

faber ferrarius = Schmied
faber lignarius = Zimmermann
famulus, -a = Dienstknecht, -magd
hortulanus = Gärtner
incola, inquilinus = Einwohner
judex, judicus = (Dorf)richter
lanio = Fleischhauer
lictor = öffentlicher Diener
mercenarius = Taglöhner
molitor = Müller
murarius = Maurer
obst(etrix) = Hebamme
operarius, opifex = Taglöhner
panifex = Bäcker
parochus = Pfarrer
picator = Böttcher, Bechermacher
pistor = Bäcker
praxator = Bauer
rusticus = Bauer
sartor = Schneider
textor = Weber
venator = Jäger

Sonstige Abkürzungen und Ausdrücke
ambo = alle
antehac = früher
coelebs = ledig
consorte = Gattin
disp. in 3tio gradu = im dritten Grad verwandt
domuncularius = Kleinhäusler
eius, ejusdem = des gleichen ...
ex loco = aus dem gleichen Ort
f(ilius, -a) l(egitimus, -a) = ehelicher Sohn/Tochter
hodie = an diesem Tag
ibidem = ebenda, daselbst
illegitim = unehelich
inthronizatus = am Altar getraut
l(edigen) St.(andes) = unverheiratet
naturalis = unehelich
parochia = Pfarre
pariter = ebenso
plebejus = Bauer
possessor = Besitzer, Eigentümer
pudica puella = braves Mädchen
sodalis = Kamerad
soror = Schwester
syndicus = Doktor des Rechts
tribus denunciationibus = nach dreimaliger Verkündigung
viduus, vidua = Witwer, Witwe
virgine, virga = Jungfrau
Wittib = Witwe
Wittibär = Witwer

(c) Copyright by Felix Gundacker, 1999-2001

Hier können Sie direkt zu dieser interessanten Site der IHFF Genealogie Gesellschaft mbH, Wien, gehen und noch mehr über Genealogie erfahren.

Wallfahrtskirche Maria Kunterweg in Berchtesgaden


Sie sieht aus, wie aus dem barocken Bilderbuch:





Doch es steckt mehr dahinter, viele Besucher werden es kaum wahrnehmen.


Das Deckenbild zeigt die Vertreibung der Protestanten aus Berchtesgaden:

"Auf Fürbitte der unbefleckten Jungfrau und Mutter
ist der verderbende Irrglaube hier von dieser
Kirche ausgetrieben worden (1733)".

1732 erließ der Berchtesgadener Fürstpropst Cajetan Anton von Nothafft das Emigrationspatent und im Jahr darauf verließen über 800 Protestanten ihre angestammte Heimat.

Die vollständige Beschreibung und das Deckengemälde in größerem Format können Sie hier sehen.

Samstag, 13.11.2004

Die Herkunft der Einwohner von Spöck 1709 Teil 1


Sie erinnern sich vielleicht an die Auszüge aus dem
Einwohnerbuch von 1709.

Nun ist das ja ein Schatz, eine wahre Fundgrube. Man muss nur dran schaffen! Simon ist etwa 1667 geboren, 1685 nach Spöck eingewandert. Sicher war er nicht allein, kam mit Kameraden, Freunden, vielleicht aus der Heimat (Salzburgisch) oder Zwischenheimat (wo immer die vorübergehend war).

Also muss der Ahnenforscher einmal sämtliche eingetragene Namen bei den ?Mormonen? untersuchen, wo die den üblicherweise vorkommen: A (Österreich), B (Belgien), CH (Schweiz), F (Frankreich), D (Baden, Bayern, Franken, Württemberg (da speziell im Hohenlohischen = etwa zwischen Heilbronn und Rothenburg o.T., Remstal Richtung Nürnberg, Raum Donau Ulm bis Regensburg)), H (Ungarn) NL (Niederlande).


Bürger zu Spöck

Baumgärthner, Johann
stark in CH, auch in F Elsass, A flächig, besonders Raum Linz
in D sowohl in Baden wie in Württemberg, Franken und Hohenlohisch
Nachweis in Durlach, nicht eindeutig zu identifizieren.

Braunwarth, Johann Philipp
stark verbreitet in Baden (1706 in Spöck nachgewiesen) und Württemberg, nicht in A, kaum in F Elsass.

Brecht, Georg
in Baden stark verbreitet, seit 1589 in Neudorf ansässig, ebenso in Franken und Hohenlohisch, Württemberg und Bayern, kaum in A, verbreitet in CH, F Elsass + NL und B.

Büchler, Hans Michael,
nicht eindeutig nachzuweisen, muss zugewandert sein, in Baden und Württemberg häufig, unter anderem in Täferrot (könnte passen) und Umfeld, auch Donaubereich. In CH sehr häufig. Normal in A besonders Niederösterreich (dort in Kleinweißenbach, Bruderndorf), Salzburgerland Gebiet Werfen!!, Kärnten, Vorarlberg und Burgenland.

Burgstahler, Simon
nicht im Raum Durlach vorher nachzuweisen (Ausnahme der Taufeintrag Simon Burgstahler in Staffort 1684?).
In Bayern: mehrfach als Burgstaller Raum Regensburg, Veitsbronn bei Fürth/Nürnberg, Hirrschling und Metting bei Straubing, Babenhausen bei Illertissen, Holzkirchen bei München.
In Württemberg bei Ulm (Donaustetten und Erbach), Ellwangen, Dischingen bei Heidenheim.
In Baden: Lörrach (vermutlich Schweizer Abstammung), Schweiz Frauenfeld, Raum St. Gallen.
Als Burgstahler in Württemberg: Täferrot und Lorch (bei Schwäbisch Gmünd).
Als Burgstahler mehrfach in Frankreich Elsass: vermutlich keine direkte Linie (zumindest nach Untersuchungen von Sylvan Burgstahler).

Egin, Hans Martin
nicht direkt nachweisbar. In Württemberg (auch Alb und Ostalb) und Baden verbreitet, wenig in CH und F, nicht in A.

Enderle, Elias
nicht direkt nachzuweisen, verbreitet im Raum Durlach und Baden, auch Württemberg und Dornau/Alb-Gebiet.

Ernst, Christoph
nachgewiesen, scheint alte Familie. Häufig in Baden und Württemberg, auch CH und A. In A nicht definitiv zuzuordnen, gleichwohl sehr wahrscheinlich in Mauterndorf, Pulkau, Eisenbergamt, Zellerndorf, Mariapfarr, Haders etc.

Fötzner, Hans
als Fetzner seit 1608 in Spöck nachgewiesen. Weiter in Baden und Württemberg verbreitet, nicht in A und CH.

Friedlin, Jakob
als Friedle seit 1642 in Spöck, auch Baden, Pfalz und Württemberg (besonders Ostalb und Donau) sowie Bayern. Stark in CH als Friedli. In A als Friedlin, aber nicht eindeutig zuzuordnen.

Gamer, Ludwig
kein eindeutiger Nachweis, als Camerer in Umfeld Spöck seit 17. JH nachzuweisen. Verbreitet in Varianten in Württemberg und Baden. Selten in CH und F, öfter in H, vermutlich Auswanderung.

Hauckh, Hans
nicht direkt nachzuweisen, als Hauck in Staffort seit 1697,
weniger häufig in Pfalz, Baden, Unterland, Ostalb. Als Hauck in A in Pulkau.

Hauth, Martin
nicht direkt nachzuweisen, seit 1638 in Staffort. Weiter in Bad. und Württemberg, F Elsass und selten in A in Arnsdorf bei Melk (dort macht es Sinn).

Hecht, Peter
seit 1682 in Staffort registriert, nicht eindeutig, im Umfeld und später häufig, könnte zugereist sein. In Württ. besonders Donaukreis und Ostalb häufig. Verbreitet CH, auch F Elsass sowie H und NL (Auswanderer?). In A nur in Völkermarkt (wenig Sinn).

Hofheintz, Hans
seit 1605 in Spöck und Umfeld ansässig und registriert. In A = 0, in CH später selten (Auswanderer?).

Hummel, Hans
seit 1629 Unteröwisheim, 1663 Graben, in Baden und Württemberg, bes. RT und Ostalb, Donaukreis, Franken, Verbreitet in CH, auch CZ, H, NL (Auswanderer?). In A bei Litschau, Pulkau, Kremsmünster, Rastenberg Waldviertel, Kattau, Brand bei Gföhl, Großmugl.

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Herkunft Teil 1
Einwohnerbuch von 1709



Volkscharakter der Deferegger


um 1682: ??Die Deferegger haben zwar mit den übrigen Bewohnern der Iselregion die Merkmale ihrer wendischen Abkunft gemein, stellten aber doch in vielem eine Eigenart dar, die sie durch Jahrhunderte gewahrt haben.

Als ein besonders hervorstechendes unterscheidendes Merkmal wird gewiß ihre Geschäftstüchtigkeit zu nennen sein. Die Deferegger standen im Rufe eines Händler- und Krämervolkes; man redete ihnen nach, daß sie gerne ?schwätzten? und ?aufschnitten?, daß sie in Geschäftssachen klare Denker und Rechner seien, die stets ihren Vorteil wahrzunehmen wüßten. Aber sie hatten doch auch ein tiefes, warmes , sonniges Gemüt, und nicht Geldgier, sondern die Not hat sie, wie wir sehen werden, zum Hausierhandel getrieben. Während der Mann im Frühherbst aus dem Tal auf den Handel hinauszog, mußte das Weib alle, selbst die schwerste Männerarbeit verrichten.

Ihre originelle Tracht, ihr urwüchsiger Dialekt, ihr derber Humor, ihre angeborene Redner- und Erzählergabe, kurz ihre ganze Eigenart, leistete den Defereggern zu ihren Geschäften treffliche Dienste. Die Städter hatten an ihnen ihren Spaß und der ?dumme Tiroler? strich seinen Gewinn ein. Er hütete sich daher, seine Eigenart aufzugeben, den Abst abzusägen, auf dem er saß.

In ihrem häuslichen Leben waren die Deferegger nüchtern, mäßig, abgehärtet, Ihr geduldiges Ausharren in der Not fand anderwärts kaum seinesgleichen. Sie waren im Grunde ihres Herzens gutmütig, ohne Tücke; Starrsinn trat nur bisweilen zutage aus Mangel an Verständigung. ?

? Wie echte Hausierer wurden die Deferegger nicht müde, zu Fuß mit ihrem Kraxl oder Ballen die Länder zu durchstreifen, sie setzten ihren Wanderstab sogar bis nach Süddeutschland, Wien, Ungarn, Rußland und in die Türkei, von der näheren Umgebung ihrer Heimat gar nicht zu reden ??


Bauernhof im Defereggental - den vollständigen Link bei AEIOU).

An anderer Stelle beschreibt Dissertori (ich erwähnte sein Buch bereits dort) das eben durch den Wanderhandel hervorragende Informations- und Kommunikationssystem. Dadurch wussten die Leute auch sehr genau, wohin sie als Exulanten auswanderten, wo es lohnte, welche Orte man besser umging.

Chronik um 1680 in Spöck


?1680 arbeiteten viele Fremde bei den Holländern im Hardtwald am Floßholz. Der Markgraf verkaufte viel Holz, um aus dem Erlös die Schulden und Landesbedürfnisse zu bestreiten. Die Stämme wurden nach Schröck (heute Leopoldshafen) gebracht, zu Flößen verbunden und nach Holland geflößt, um beim Schiffbau Verwendung zu finden. Dadurch kamen einige Hintersassen (Taglöhner) ins Dorf, die hier wohnen blieben. Viele waren aus Bayern und Tirol, z.B. Peter Rodaner, ein Zimmermann aus Bayern, Jörg Würstel aus Tirol. Am 10. Juli 1681 trat im benachbarten Schloß Staffort ein bemerkenswertes Ereignis ein, dessen Folgen uns das Kirchenbuch auch meldet. Der massive, viereckige Schloßturm war durch eine Pulverexplosion gänzlich gesprengt und der dabeistehende Posten getötet worden. Der Eintrag lautetet:
?11. Juli 1681 ist hier begraben worden: Johann Hildebrandt, von Villingen gebürtig, ein Musquetier von der Leibgarde Ihrer Durchlaucht und gnädigsten Herrn, welcher Tag zuvor erbärmlich durch den Schloßturm zerquetscht und zu Tod geschlagen worden, da gedachter Turm durch einen starken Donnerstreich und Gewalt des angezündeten Pulvers zerschlagen und gänzlich bis auf das Fundament ruiniert und eingeworfen worden. Gott gnade seiner Sell!?

Diese Geschichte fand ich im Einwohnerbuch der Markgrafschaft Baden-Durlach im Jahre 1709. Ich berichtete ich bereits.


Simon bei der Arbeit - er war Schmied, wie wir wissen.

Wo sich in der Ahnenforschung Lücken ergeben, ist Mut erforderlich. Einfach mit Phantasie rangehen. Aus Nachbargebieten Geschichte, Kirchengeschichte, Gesellschaft, Reisen und vieles mehr Informationen aufnehmen und verarbeiten. So wachsen mit der Zeit Bilder, die der Realität nahe kommen (können).

Freitag, 12.11.2004

Wien ehrt Leibniz


Am 14. November 1716 verstarb Gottfried Wilhelm Leibniz
Philosoph, Mathematiker, Physiker, Theologe, Geologe, Techniker, Philologe, Jurist, Historiker und Diplomat

Ihm zu Ehren findet am 18.11.2004 ein Festakt anläßlich der Stiftung einer Gedenktafel im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien statt.

Gottfried Wilhelm Leibniz
1646 1. Juli in Leipzig geboren
1661-66 Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft in Leipzig und Jena
1667 Promotion zum Doktor beider Rechte an der Universität Altdorf
1667-72 Anstellung bei Kurfürst J. P. von Schönborn in Mainz. Denkschrift zur Sicherung des Friedens
1671/72 Consilium Aegyptiacum: Plan, Frankreichs Expansionsdrang auf Ägypten zu richten
1672-76 Aufenthalt in Paris, Beschäftigung mit mathematischen, naturwissenschaftlichen und theologischen Fragen, Kontakte mit Ch. Huygens und A. Arnauld
1672/73 Bau des ersten Modells der Rechenmaschine
1673 Aufenthalt in London, Mitglied der Royal Society
1675 Entdeckung der Infinitesimalrechnung
1676 Treffen mit B. Spinoza in Den Haag, Bibliothekar bei Herzog (Kurfürst) Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg
1678 Ernennung zum herzoglichen Hofrat in Hannover
1678-86 Beschäftigung mit dem Bergbau im Harz (u.a. Pläne zur Grubenentwässerung durch Windkraft)
1679-1702 Briefwechsel mit J.B. Bossuet über die Reunion der Kirchen
1684 Erste Veröffentlichung zur Infinitesimalrechnung (Nova Methodus pro maximis et minimis)
1685 Beginn der Dokumentation der Geschichte des Welfenhauses
1686/87 Discours de métaphysique, philosophische Korrespondenz mit A. Arnauld
1687-90 Reisen u.a. nach München, Wien, Modena, Rom
1691 Ernennung zum ersten Vorstand (Leiter) der Bibliothek in Wolfenbüttel
1696 Ernennung zum Geheimen Justizrat in Hannover
1698-1716 Historische, diplomatische und wissenschaftliche Tätigkeit bei Kurfürst Georg Ludwig von Hannover, Bemühungen um die Reunion der Kirchen
1700 Gründung der Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, Ernennung zum Präsidenten. Mitglied der Académie des Sciences zu Paris.
1702 Aufenthalt in Wien
1710 Essais de Théodicée
1710 Letzter vergeblicher Versuch durch Joseph I die Reunion der Kirchen zu realisieren
1711/12 Treffen mit Zar Peter dem Großen; Ernennung zum Russischen Geheimen Justizrat
1712-14 Aufenthalt in Wien, Kontakt mit Kaiser Karl VI, Prinz Eugen von Savoyen, Fischer von Erlach. Denkschriften zur Errichtung einer Sozietät der Wissenschaften in Wien, Ernennung zum Reichshofrat. Abfassung der Monadologie und der Principes de la nature et de la grâce fondés en raison.
1714 Rückkehr nach Hannover
1714-16 Arbeiten an der (nicht vollendeten) Geschichte des Welfenhauses
1716 14. November, Leibniz stirbt in Hannover

Leibniz war also ein Zeitgenosse von Simon. Er setzte sich außerdem für die Reunion der Kirchen in Österreich ein und war Initiator der Akademie der Wissenschaften.

Lesen Sie hier bei AEIOU oder wikipedia mehr oder eine ausführliche Darstellung des Leibnizarchivs Hannover.

Bestsellerautor vor gut 100 Jahren



Das war Ludwig Ganghofer.

Er beschrieb in seinem Roman ?Das große Jagen? die Vertreibung der Exulanten aus dem Berchtesgadener Land im Jahre 1731/32:

??Dieser Gedanke kam dem Meister Niklaus, als er durch das große, schwer vergitterte Fenster seiner Werkstätte zum Himmel hinaufsah. Er musste an die Tausendscharen der salzburgischen Exulanten denken, die aus der Heimat nach dem Norden gezogen waren. Der Freiheit, dem ungehinderten Glauben entgegen? Oder zu neuer Not, zu noch tieferem Elend? War den Stimmen zu trauen, die aus dem Pflegeramt herauskamen und sich überall im Land laut machten, so hatten die Salzburger ein hartes Los gefunden. Zu Hunderten waren sie auf ihren Wanderwegen siech geworden und gestorben, und jene, die den Frost und die Not des Hungers überstanden, bekamen Spott und Schimpf zu erdulden, Unrecht und Misshandlung. Man hatte den Emigranten ihre Kühe und Pferde weggenommen, hatte ihre Wagen und Karren zerschlagen, ihre Schiffe mit Steinen versenkt, hatte die Dörfer und Städte vor ihnen versperrt und die um Erbarmen Flehenden mit Steinhagel und Flintenschüssen davon getrieben. Den Wenigen, so hieß es, die zu einem Ziel gekommen, hätte man ungesundes Sumpfgeländ oder dürren Sandboden zugewiesen, ohne Gerät und Bauholz, ohne Vieh und Zehrpfennig, ohne Beistand und Hilfe.

Jene von den Unsichtbaren, die im Berchtesgadener Land schon ans Wandern dachten, waren vor solchen Warnerstimmen so stutzig geworden, dass sie das müde dulden in der Heimat dem härteren Elend in der Fremde vorzogen. Dann war in der letzten Neumondnacht ein heimlicher Botschaftsträger der Salzburger zum Toten Mann gekommen, hatte das üble Gerede vom Schicksal der Exulanten widerlegt, hatte alles Schwarze in schönes Weiß verwandelt und die gelästerte Wanderschaftshölle geschildert als einen freundlichen Himmel brüderlichen Erbarmens. Was war da Lüge, was Wahrheit? Die Widersprüche waren so schwer, dass auch die Vertrauensvollsten zur Vorsicht rieten. Man durfte, sei es im Guten oder Bösen, nicht jeder umlaufenden Botschaft glauben, musste die eigenen Augen auftun. zwei von den Verlässlichsten hatten sich zur verbotenen Wanderschaft gemeldet, der Mann der Hasenknopfin von Unterstein und der Christoph Raschp von der Wies: Sie wollten ihr Leben dransetzen, um die Wahrheit zu erfragen. An der Grenze hatte man die beiden nicht gefasst, sonst wären sie auf offenem Markt schon längst am Schandbalken gehangen. Nun waren sie schon in die dritte Woche auf der Wanderschaft, auf dem Weg zur Wahrheit. Was werden sie bringen? Den Trost einer neuen Hoffnung? Oder das hoffnungslose sich-beugen-müssen? Diese Frage brannte in den Gedanken des Mannes mit der hölzernen Hand, während er hinaufsah zu den im Blau des Himmels wandernden Weißgestalten. Fröstelnd zog er den mit Pelz besetzten Hauskittel enger um die Brust und wollte die Arbeit beginnen. Weil er die Tür gehen hörte, drehte er das Gesicht über die Schulter. ??

Wenn Sie sich für den Text in voller Länge interessieren, hier klicken , kostest nix ;-), selbst den ganzen Roman gibt es dort für ?lau? zu lesen.

Die Protestanten in Österreich um 1880


??Die Geschichte Mitteleuropas ist stark mit jener der Kirche verbunden. Während des ganzen Mittelalters stellte die Kirche die einzige brauchbare Verwaltungsstruktur dar. Personen, Häuser und Grundstücke wurden nach dem Namen der Pfarre und Diözese zugeordnet. Die einzige Registrierung von Personen erfolgte lange Zeit nur durch die Pfarreien.
In Österreich hat die Römisch-katholische Kirche eine dominierende Rolle, die auch durch den kulturellen Reichtum zum Ausdruck kommt, der über Jahrhunderte von der Kirche geschaffen wurde.


Protestantisches Oberösterreich im Jahre 1880

Um 1580 waren etwa 80% der Bevölkerung Österreichs protestantisch. Das 16. Jahrhundert ist in der oberösterreichischen Landesgeschichte von großen Gegensätzen gekennzeichnet: Auf der einen Seite Wohlstand und eine Blüte des Handels und der Wissenschaft, andererseits aber Bauernaufstände, Pestepidemien und letztlich der Glaubenskampf.
Parallel zur protestantischen Bevölkerungsmehrheit konnte durch das Kaiserhaus in Wien und einem Teil des Adels unterstützt die Struktur der katholischen Kirche in weiten Bereichen aufrecht erhalten werden. Dies bildete die Basis, um die Gegenreformation ab 1598 noch eher zaghaft, aber ab 1631 mit aller Härte voranzutreiben. Die Leute wurde vor die Wahl gestellt, entweder wieder katholisch zu werden oder auszuwandern. Aus Oberösterreich wanderte schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung vornehmlich nach Mittelfranken und Schwaben aus, da diese Gebiete durch den 30-jährigen Krieg stark verwüstet und entvölkert wurden. Für die Wirtschaft bedeutete dieser Aderlass eine Katastrophe, von der sie sich erst in 100 Jahren einigermaßen wieder erholt hatte.

Protestantische Inseln in Österreich im Jahre 1880

Auffällig ist, dass es sich meist um abgelegene Gebirgsgegenden handelt, in der sich protestantische Gemeinden in der über 150-jährigen Verbotszeit des Protestantismus halten konnten. In Gosau im inneren Salzkammergut z.B. waren es über 90% der Bevölkerung, die sich 1782 für "evangelisch" erklärten.
Die Gegend zwischen Traun und Donau inmitten des oberösterreichischen Alpenvorlandes fällt jedoch aus diesem Schema, da dieses Gebiet alles andere als abgelegen ist. Somit war es hier nahezu unmöglich, das Vorhandensein nicht-katholischer religiöser Praktiken zu verbergen.
Es wird sogar berichtet, dass zahlreiche illegale Protestanten aus dieser Gegend regelmäßig ins nahe Ortenburg, nur wenige Kilometer südwestlich von Passau, reisten, um dort nach protestantischem Ritus zu heiraten, Kinder taufen zu lassen oder nur einen Gottesdienst zu feiern. Die Grafschaft Ortenburg bildete eine protestantische Enklave im damals sonst rein katholische Süddeutschland, weil der Fürst als Reichsgraf Religionsfreiheit besaß. ??

Den kompletten Text dieser hochinteressanten Recherche und vergrößerte Karten können Sie hier lesen.


Mit Maria Theresia besteht kein


direkter Zusammenhang zu meinem Simon. Er war bereits fünf Jahre gestorben, bevor sie das Licht der Welt erblickte. Dennoch ist Maria Theresia



aus der Geschichte von Simon nicht wegzudenken.

Die Geschichte Österreichs wurde von ihr entscheidend geprägt.

Dazu führe ich an anderer Stelle noch einiges aus.

Donnerstag, 11.11.2004

wenn Sie als Ahnenforscher vom Glück verwöhnt

werden und solche Schätze entdecken





ja ? was sind das für Gefühle? Dann geht es wohl erst recht weiter. Der Forscherdrang nimmt noch mehr zu. Neue Ziele!

Dieses Glück widerfuhr den Ahnenforschern der Familie Ostertag in der Kirche in Täferrot (und da gab es einen Johannes Burgstahler und seinen Vater Bartholomäus ? wird Zeit, diese Kirche aufzusuchen!)


Spöck, Umfeld und Hintergründe aus anderer Sicht

?? Spöck Stadt Stutensee 865 erstmals als Speccaa erwähnt, kam der Ort seinerzeit bereits an den Dom zu Speyer. 1239 lag die Obrigkeit bei der Markgrafschaft Baden. Vom 15. Jahrhundert an war Spöck mit Staffort in einem Amt verbunden und teilweise an den Niederadel verpfändet. Seit dem 16. Jahrhundert war es baden-durlachisch und gehörte bis 1809 zum Oberamt Durlach und seither zum Landamt/Bezirksamt/Landkreis Karlsruhe.

Die Markgrafen hatten die Reformation eingeführt und schon 1243 wird dort erstmals eine Kirche erwähnt. Später war Spöck auch für den Nachbarort Staffort zuständig. Am 1.1.1975 vereinigte sich Spöck mit den Gemeinden Blankenloch (mit dem 1935 eingemeindeten Büchig bei Karlsruhe), Friedrichstal und Staffort zur neuen Gemeinde Stutensee, welche mit Wirkung vom 1.1.1998 zur "Großen Kreisstadt" erklärt wurde, nachdem sie die Einwohnerzahl von 20.000 überschritten hatte.

Neckname: "Esel" oder "Österreicher" ??

Der Neckname Österreicher geht wohl in Ordnung, hätte auch Schweizer oder Franzose sein können (die sind ja auch eingewandert), aber Esel? Wer wohl damit gemeint ist?



Lesen Sie die ganze WebSite hier

Mittwoch, 10.11.2004

Dankeschön nach Österreich

Vielen hilfsbereiten und auskunftsfreudigen Menschen in Österreich danke ich an dieser Stelle.

So möchte ich einfach aus der schon langen Arbeit der Ahnenforschung aufzählen. Die Reihenfolge ist zufällig:

Frau Sonja Burgstaller in Ranten, dazu die Schwiermutter Frau Maria Burgstaller in Murau sowie Pfarrer Wonisch in Ranten (die Kirchenbücher gehen wohl nur bis 1680)

Ganz besonderen Dank Frau Adelheid Hofstadler in Linz. Sie schrieb mir, ihr Ururururgroßvater sei ein Simon Burgstaller gewesen ? leider kommt das mit 6 Generationen rückwärts nicht hin, auch lenken die Spuren (bis jetzt) nicht direkt nach Gramastetten, Eidenberg oder Linz.

Lesen Sie auf Ihrer WebSite (dort müssen Sie in News Archiv/Menschen 2002/Adelheid Hofstadler - geht leider nicht anders): ??Interessant sind auch die Hausnamen. Bei mir z.B. Pfeifferhansl, Brunntoni, Stadler im Graben, Biberauer(Eidenberg), Waldhansjörgl, Langmantl usw....

Unter meinen Vorfahren findet sich auch Herr Bernhard Burgstaller, Abt von Wilhering. Er war ein Cousin meines Urgroßvaters Thomas Hemmelmayr.

Die Hofstadler´s lassen sich bis ca. 1765 zurückverfolgen. Johann Hofstadler war mein Urururgroßvater und er wurde in Haibach, Pfarre Reichenau geboren. Von dort, bzw. dem Gebiet zwischen Haselgraben und kleiner Gusen, soll auch der Name Hofstadler kommen. Denn er hat die gleiche Bedeutung wie Hofstätter. Es kam damals nur auf die Aussprache an.
Hier noch einige meiner wichtigsten Namen: Hofstadler, Hemmelmayr, Hartl, Schütz, Burgstaller, Biberauer, Trefflinger, Berger, Pointner, Pichler, Knollmayr, Hofbauer,

Ich denke wir können sehr stolz auf unsere Ahnen sein.

Ich bin für jede weitere Info dankbar und auch gerne bereit meine Ergebnisse mit anderen zu vergleichen und zu teilen. ??

Von Frau Hofstadler lernte ich viel über die Geschichte der Burgstaller im Raum Linz, Gramastetten und Eidenberg.

Herrn Pfarrer Hermann Josef Burgstaller, seit 7 Jahren Pfarrer der evangelischen Kirche in Bernstein, Burgenland. Er leitete meine kürzliche Anfrage freundlicherweise an seinen Bruder in Kärnten weiter. Dieser Familienstamm Burgstaller lässt sich offenbar über 500 Jahre zurückverfolgen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt (wobei mir bekannt ist, dass die Mormonen zu diesem Namen Purckhstaller in Kärnten mit die ältesten Einträge verzeichnen).

Herrn Professor DDr. Rudolf Leeb, Universität Wien. Er arbeitete den historischen Hintergrund des Festvortrages zum Gedenken der Vertreibung der Deferegger Exulanten im Nov. 2002 aus. Von ihm erhielt ich viele Hinweise des Unterschiedes im Dialekt von Österreichern und Schwaben (zufällig studierte er in Tübingen und kennt deshalb unsere Mundart).

Frau Edeltraud Burgstaller in Frankenburg verdanke ich geschichtliche Zusammenhänge, besonders mit der Vertreibung der Protestanten in Österreich. Sie ist zufällig Pfarramtssekretärin in Frankenburg und hat damit den ?kurzen Weg? zu den Kirchenbüchern. Frankenburg ist deshalb auch interessant, weil dort zweimal die lokale Bezeichnung ?Steininger? auftaucht.

Nicht zuletzt Dr. Karl Schweichhart, Bürmoos bei Salzburg, hier auf dieser Site bekannt unter dem Usernamen karl. Er begleitet meine Ahnensuche schon lange mit Geduld und wissenswerten, lokalen Zusammenhängen. Mittlerweile entwickelte sich zwischen uns eine sehr freundschaftliche Verbindung. Danke karl.

Kennen Sie die Rosenkranzsonaten


von Heinrich Ignaz Franz Biber?

Gestern Abend gab es im Deutschlandradio Berlin
in der Reihe Alte Musik "Virtuose Andacht" ein Gesprächskonzert der Extraklasse. Es lohnt, dort öfter reinzuhören.

wikipedia schreibt:
?? Ab 1670 trat er in den Dienst des Erzbischofs Max Gandolph Graf von Kuenburg in Salzburg. 1678 erhielt er dort die Stelle als Vizekapellmeister und nach dem Tode seines Vorgängers Andreas Hofer um 1684 die des Kapellmeisters. Er war ein genialer Violinvirtuose für diese Kunst, und für sein kompositorisches Werk erhielt er 1690 ein durch Kaiser Leopold I. verliehenes Adelsprädikat (Truchseß). Fortan durfte er sich "Biber von Bibern" nennen, was in der damaligen Zeit einen sozialen Aufstieg bedeutete. Sein monatliches Einkommen betrug zu diesem Zeitpunkt 60 Gulden, bei freier Wohnung, Wein, Brot und Brennholz. ??

?? In Salzburg wurden dem Überläufer im übrigen keine Extrawürste gebraten, brav mußte er auch hier wieder auf der untersten Rangstufe der Diensbotenhierarchie als Lakai anfangen. Doch das Salzburger Hoforchester war ein vorzügliches Ensemble und bot Aufstiegsmöglichkeiten, so daß Biber nicht dauerhaft an die unteren Ränge der Dienerschaft gefesselt blieb. 1679 wurde er zum Vizekapellmeister der Salzburger Hofmusik ernannt, 1684 rückte er in die Stellung des Kapellmeisters auf.

Bibers Hauptwerk, die Violinsonaten mit den Rosenkranzsonaten als zentrales Opus, sind seit den siebziger Jahren in das Repertoire der Barockgeiger zurückgekehrt und liegen in einer Vielzahl vorzüglicher Schallplatteneinspielungen vor. Seine geistliche Musik stand bisher nicht im Mittelpunkt des Interesses, und diese CD zeigt deutlich, daß hier Nachholbedarf besteht. Das Requiem und die vier Offertorium-Motetten bestechen durch außerordentliche musikalische Qualität. Im Requiem fällt ein besonders inniger Tonfall auf, die Hoffnung auf die himmlische Erlösung bestimmt die Atmosphäre deutlich mehr als die Schrecken des Jüngsten Gerichts. In allen Kompositionen dieser Veröffentlichung überwiegt das konzertante Element bei weitem das dramatische, und die Violine schwebt oft über dem musikalischen Geschehen, das Ganze von oben her mit einem himmlischen Lichtstrahl beleuchtend. ??

Lesen Sie die vollständige Beschreibung bei klassik-heute

Für die Dürrnberger Salzknappen, Simon und seine Familie, war dieser Ohrenschmaus wohl kaum möglich. Sie wurden nicht zu den Konzerten des Erzbischofs eingeladen.

Ein Blick durchs Fenster: alles leicht verschneit - traumhaft - der Tag kann gut beginnen.

Dienstag, 09.11.2004

Schützingen ist doch bekannter als ich dachte


So fand ich heute noch einen Link der sowohl das Thema Kurrentschrift lesen wie auch die Vertreibung der Exulanten aus Grieskirchen nach Schützingen beschreibt.


?Übersetzt? lautet der Eintrag:

1658
11. Mai 1658

Abraham Bamesberger, Dreher allhie, Leopold Bamesbergers, auch Drehers, Bürgers undt Rhatsverwandten zu Grießkirchen, im Ländlein ob der Enß, ehelicher Sohn. Catharina, Sebastian Leutners selig: gewesenen Bürgers zu Gündelbach hinterlassene eheliche Tochter


PAMESBERGER
BAMESBERGER
BAMMESBERGER
HERKUNFT DES NAMENS

?Die Pamesberger, wie der Name in Österreich geschrieben wurde, kamen wohl vom Pamesberg, der in Altmünster am Traunsee liegt. Die Familie lebte im 17. Jahrhundert in Grieskirchen, 40 km nördlich davon, wo ein Leopold Pamesberger, Drechsler und Stadtrat in den Stadtarchiven Grieskirchens mehrfach erwähnt wird. Diese Archive befinden sich im Oberösterreichischen Landesarchiv Linz. Auf der Rückseite von Seite 29 der Handschrift 2 - Datum 3. Juli 1646 - wird der damals 14-jährige Sohn Abraham anlässlich des Todes seiner Mutter Maria erwähnt.

Was diesen Abraham veranlasste, nach Schützingen (Illingen-Schützingen) ins Württembergische auszuwandern, kann heute nur vermutet werden. Nach dem 30jährigen Krieg wurden die Protestanten Oberösterreichs gezwungen, entweder wieder katholisch zu werden oder das Land zu verlassen. Oft trat nur der älteste Nachkomme einer Familie wieder in die katholische Kirche ein, um das Familienvermögen zu übernehmen. Seine jüngeren Geschwister blieben protestantisch und wanderten aus. Nachweislich sind schon während des 30jährigen Krieges einige Österreicher nach Schützingen gezogen. Dieses pittoreske Dorf war durch den Krieg ausgeblutet; hunderte Einwohner waren getötet worden und nur eine (!) Familie hatte überlebt. Abraham Pamesberger folgte wohl seinen Landsleuten, angelockt von der schönen Landschaft und den leer stehenden Häusern. ??

Die vollständige Geschichte können Sie auf der Homepage der
Familie Bammesberger lesen.


zurück ins Ländle


damit meine ich Baden-Württemberg, wie wir Schwaben verniedlichend sagen.

In der Gemeinde Schützingen östlich von Maulbronn ?


(Das Kloster Maulbronn gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen.
Hier sind alle Stilrichtungen und Entwicklungsstufen von der Romanik bis zur Spätgotik vertreten. Seit Dezember 1993 steht das Kloster Maulbronn auf der Liste der UNESCO als Weltkulturdenkmal.)


? kam es nach dem Dreißigjährigen Krieg zu einer geschlossenen Ansiedlung von Einwanderern aus Oberösterreich. Sie stammten aus der Gegend von Grieskirchen im ?Ländlein ob der Enns?. Nach der Verwüstung des Krieges war in Schützingen nur ein einziger Bürger übrig geblieben. Sein Name ist im Kirchenbuch überliefert. Georg Kifhaber war 1650 Bürgermeister und zugleich Heiligenpfleger im Ort. Nach dem Kriege kam auch wieder ein Pfarrer ins Dorf, der das Kirchenbuch mit Tauf-, Ehe- und Totenregister anlegte. Der folgende Eintrag veranschaulicht die traurige Lage, kann aber schon die Zeichen eines Neuanfangs vermelden:

?Demnach, wie hieferner gemeldet, dieser Fleck Schützingen durch das langwierige verderbliche Kriegswesen allerdings verödet, also dass derselbe jetzt fast mit lauter fremden Bürgern, meistenteils aber vom Ländlin ob der Enns wiederum besetzt und erbauet worden. Damit nun künftig weder sie noch ihre hergebrachten Kinder möchten gefährlich angetastet und ihre eheliche Geburt in Zweifel gezogen werden, also hab ich M. Jakob Meh, Pfarrer, im Beisein Michel Schneiders, Schultheißen, alle Bürger nacheinander auf gegebene Handtreue lassen durchgehen und anzeigen, was sie an ehelichen Kindern haben hergebracht, und nach eingenommener ehrlicher Kundschaft sowohl ihre als ihrer Kinder Namen hierin aufgezeichnet mit angehängtem Alter, damit auf gebenden Fall ihr Ehr gebührend möge errettet werden.

Geschehen den 10. April im Jahre 1657"

Schützingen liegt nur 30 km, also einen Tagesmarsch östlich von Spöck. Vielleicht kam Simon durch den Ort. Obwohl dort bester Wein wächst zog es ihn weiter?



Montag, 08.11.2004

Der Ritterschlag zum Adel


könnte hier versteckt sein.

Dieses Ergebnis fand ich schon früher heraus, wenn ich die verschiedenen Schreibvarianten des Familiennamens bei den Mormonen eingab.

Der heute im Web am häufigst genannte Adelsherr mit der Variante von Purgstall ist Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall

Ich bin aber schon zufrieden, wenn ich meinen Simon oder seinen Vater Benedikt finde.


Freudenstadt im Schwarzwald

Was hat Freudenstadt mit Simon und den Exulanten zu tun?

Freudenstadt wurde überhaupt erst durch Exulanten gebaut:

Vor allem Handwerker und Kaufleute sollten sich in der neuen Stadt niederlassen. Dach war es nicht einfach, Bürger dazu zu bewegen, sich mitten in der Wildnis des Schwarzwaldes anzusiedeln. Da kamen dem Herzog die Glaubensflüchtlinge, die nach dem Edikt Kaiser Ferdinands vom 13. September 1598 ihre österreichische Heimat verlassen mussten und ein Aufnahmeland suchten, gerade recht. Er warb mit günstigen Bedingungen. Jedem Neusiedler wurde kostenlos Baugrund für eigene Wohnhäuser versprochen, dazu genügend gut bezahlte Arbeit in einer aufstrebenden, vom Herzog begünstigten Stadt und den Bergwerken der Umgebung. Darüber hinaus gab es günstiges Bauholz und Felder für den eigenen Bedarf. Ein bürgerlich städtische Ordnung gewährte großzügige Freiheiten und Aussicht auf ein Leben in Frieden und Wohlstand.

Es kam etwas anders: Im Sommer 1601 kamen die Vertriebenen aus Kärnten, Krain und der Steiermark im Schwarzwald an. Mag ihnen auch die waldreiche und gebirgige Umgebung fast heimatlich vorgekommen sein, zunächst erwartete sie ein Leben voller Entbehrungen und harter Arbeit. Als Erstes musste der ?raue und ohngeschlachte Ort?, wie er in den Quellen genannt wurde, gerodet werden. Die Neubürger lebten recht kärglich in einfachen Holzhütten, ohne eigene Versorgung.

1602 waren auch die vier Seiten des Marktplatzes mit 4 mal 14 Häusern umbaut, insgesamt 80 Gebäude fertig gestellt.


größter Marktplatz Deutschlands, Fläche: 219 x 216 m, Höhe 732 m ü.NN.

Die Einwohnerschaft wuchs ständig. 1603 betrug sie 250 Bürger bzw. 1000 Menschen (Berlin zählte damals 6000 Einwohner). 1609 waren es bereits 2000. Unter den Einwanderern aus Krain waren auch Slawen, ?etliche Personen, so allein windisch und nit deutsch verstehen?. 1609 pries der Stadtpfarrer Simon Petrus Werling, dem Namen nach ebenfalls ein Exulant, den Herzog als ?Hort der armen Leut aus Styria? (Steiermark).

Heute finden Sie noch viele Familiennamen österreichischen und slawischen Ursprungs im örtlichen Telefonbuch.

Sonntag, 07.11.2004

Stille Nacht, heilige Nacht

Glauben Sie nicht, ich sei zu früh dran. Soeben höre ich wieder weihnachtliche Musik in BR 4. Am Samstag beim Stadtbummel zeigten sich die ersten Dekorationen der Geschäfte in weihnachtlichem Glanz.



Mit diesem Lied möchte ich auf den Ursprungsort hinweisen. Drei wählte ich aus. Es gibt noch mehr: sollen das die Wirkungsstätten unter sich klären.

Salzburg, Laufen und Oberndorf oder Hallein.

Simon konnte sich an dem Lied nicht mehr erfreuen:
er war schon 130 Jahre zuvor aus Salzburg ausgewandert
er hatte kein Radio und keinen iPod
außerdem war er schon längst im Himmel ? vielleicht hört er das Lied dort.


so langsam rundet sich ein Bild ab,


wie Simon wohl lebte. Das Haus am Dürrnberg im Tennengau schaute so



oder so


oder so

aus

Ganz egal ? das sind doch hübsche Häuser. Die können Sie alle im Original ansehen im Salzburger Freilichtmuseum in A-5084 Grossgmain. Das lohnt sich!

Nur wenige Kilometer von der Stadt Salzburg tauchen Sie ein in die bäuerliche Vergangenheit. 60 Originalbauten des Salzburger Landes:
Flachgau, Tennengau, Pongau, Lungau und Pinzgau.

Original restaurierte Höfe, stimmungsvolle Bauernstuben, duftende Kräutergärten und vielerlei Gerätschaften, verbunden mit moderner Ausstellungstechnik, begleiten Sie auf Ihrem Rundweg durch 6 Jahrhunderte in Salzburgs größtem Museum.


was sonst noch geschah im

Jahre 1685, also dem Auszug der Exulanten unter Josef Schaitberger und unseres Simons aus dem Salzburgischen

1685 war das Geburtsjahr größter Komponisten

Georg Friedrich Händel
Johann Sebastian Bach
Domenico Scarlatti

Weiter wurde geboren Karl VI.
Kaiser des Heiligen Römischen Reiches seit 1711 (? 1740)

Dies erinnert auch an den Türkenkrieg von 1683 ? 1699 und der Belagerung Wiens. Angeblich wurde zu dieser Zeit auch das erste Wiener Kaffeehaus eröffnet

und Johann Sebastian Bach schrieb später die Kaffeekantate

Wenn wir schon bei Kaffee sind, so sah Wohnstube und Küche von Johann Schaitberger aus



Mit dem Edikt von Potsdam 1685
werden die reformierten Hugenotten im lutherischen Preußen aufgenommen.


Samstag, 06.11.2004

Österreichische Exulanten in Franken und Schwaben



Ausschnitt aus dem gleichnamigen Buch von Georg Rusam, 1989 Neustadt a.d. Aisch

?Die Einwanderung der Exulanten in Franken und Schwaben

1. Zeit der Wanderung, Zahl der Exulanten

Die Auswanderung aus den österreichischen Ländern setzte um das Jahr 1598 ein und währte etwa bis 1668, also rund siebzig Jahre. Vereinzelte Fälle kamen auch schon vorher vor und sich auch nach 1668 noch zu verzeichnen, aber der Hauptstrom beschränkte sich auf die genannte Zeit. Auch das floss er nicht gleichmäßig, sondern wurde bald stärker, bald schwächer, setzte mitunter einige Jahre fast ganz aus, um hernach um so kräftiger wieder hervorzubrechen.

Um 1598 waren es die Bauernunruhen in Ober- und Niederösterreich, die ein schärferes Vorgehen gegen die Evangelischen durch Kaiser Rudolf veranlassten. Besonders im Salzkammergut ging man scharf gegen sie vor und veranlasste dadurch viele zur Flucht ins Ausland. Gleichzeitig begann Erzherzog Ferdinand seine umfassende Gegenreformation in Innerösterreich. Eine neue Welle der Glaubensverfolgung erhob sich dann 1624, als der gleiche Herrscher, der inzwischen als Ferdinand II zum Deutschen Kaiser gewählt worden war, nach der Niederwerfung des böhmischen Aufstandes die evangelische Bewegung in Oberösterreich auszurotten begann, wobei er teils gegen die ?rebellischen? Adeligen vorging, teils die Bürgerschaft in den landefürstlichen Städten und Märkten vor die Wahl stellte, entweder wieder katholisch zu werden oder auszuwandern. Tausende ergriffen da den Wanderstab, um ihren evangelischen Glauben zu bewahren. Dann brach auch über die Bauern das Unheil herein. Nach dem missglückten Bauernkrieg 1626 mussten notgedrungen viele von ihnen aus dem Lande flüchten und eine neue Heimat suchen. Gleichzeitig wurde auch in Böhmen die Gegenreformation schonungslos durchgeführt. Nach kurzer Ruhe infolge des Auftretens der Schweden unter König Gustav Adolf kam es zu der für die Evangelischen so unglücklichen Schlacht bei Nördlingen 1634 und zu dem Prager Sonderfrieden 1635, die beide für die Evangelischen in Österreich neue Verfolgungen mit sich brachten und abermals Auswanderungen im Gefolge hatten. Diese setzten sich in den vierziger Jahren fort und führten endlich nach dem Westfälischen Frieden 1648 zu der größten und entscheidenden Auswanderungswelle. Auch Niederösterreich, das bisher eine gewisse Schonung und Duldung erfahren hatte, musste nun den kaiserlichen Machtwillen über sich ergehen lassen; selbst der dortige Adel musste sich trotz aller früheren Versprechungen (1620) im Jahre 1656 vor die Wahl gestellt sehen, zwischen Glauben und Heimat zu wählen. Noch wussten sich nicht wenige Evangelischgesinnte etliche Jahre hindurch im Lande zu halten, aber schließlich blieb auch ihnen die bittere Not nicht erspart, den Wanderstab ergreifen zu müssen. Aber langsam ebbte der Auswanderungsstrom nun doch ab, bis er endlich zum Versiegen kam.

Über die Zahl aller österreichischen Exulanten genauere Angaben zu machen, ist zur Zeit noch unmöglich, da noch nicht sämtliche Kirchenbücher in den einschlägigen Ländern durchforscht und ausgezogen sind. Auch die städtischen Bürgerlisten und Archive in Deutschland und Österreich müssten erst daraufhin durchgesehen werden. Doch gibt es auch schon einige Anhaltspunkte zu einer nicht allzu weit abirrenden Schätzung. Wenn Dr. Doblinger in Graz die Zahl der aus den altösterreichischen Ländern Ausgewanderten auf nur dreißig- bis vierzigtausend schätzt, so ist das entschieden zu niedrig gegriffen. Schon die jetzigen, erst über sechs fränkische Bezirke sich erstreckende Feststellungen aus den Kirchenbüchern ergeben ein ganz anderes Bild. Der österreichische Forscher Czerny kommt zu dem Schlusse, dass ?weit über huntertausend Österreicher ihrem Vaterland den Rücken gekehrt haben?, wobei er aus Böhmen allein dreißigtausend ?Familienväter? hervorheben muss. Auch diese Zahl dürfte noch zu gering gegriffen sein, weil eben die Familienmitglieder (Kinder und zum Teil Frauen) statistisch nicht zu erfassen sind. Gröschel schätzt etwa hundertfünfzigtausend Exulanten in Franken, glaubt aber, dass auch diese Zahl ?sicher noch etwas zu niedrig? sei mit Rücksicht auf die meist nicht erfassbaren Ehefrauen. Clauß hat besonders aus den Kommunikantenregistern errechnet, dass in Franken auf den Dörfern ein Drittel bis zur Hälfte der Bevölkerung, mitunter noch darüber hinaus, sich nach dem Dreißigjährigen Kriege aus Exulanten zusammensetzte. Auch wenn man diesen Maßstab nicht für alle Einwanderungsgegenden, vor allem nicht für die Städte, anwenden darf, so lässt er doch erkennen, dass wir bei der Zahl der Exulanten noch wesentlich höher greifen müssen. Vielleicht darf man im ganzen ? mit Einrechnung der Böhmen, nicht aber der Salzburger ? bis auf dreihunderttausend hinaufgehen. Die Salzburger sind genauer festgestellt und beziffern sich auf nahe dreißigtausend Seelen. ??

Dazu möchte ich heute nichts anfügen, demnächst mehr.

Freitag, 05.11.2004

um den Dürrnberg geistern manche Sagen


Die Bergmännlein verlassen das Salzgebirge

Früher besaßen die Bergknappen zu Hause nur selten Uhren, und so kam es öfters vor, dass sie zu spät zur Frühschicht antraten.

Um diesem Umstand abzuhelfen, wurde zu Maria Theresias Zeiten angeordnet, dass auf dem Dürrnberg unmittelbar nach dem fünften Glockenschlag ein Weckgeläute einsetzen müsse. Nun hausten damals aber im Salzbergwerk viele kleine Zwerglein, die still und gar fleißig schafften, und nicht selten soll es geschehen sein, dass ein Hauer am frühen Morgen seine Schicht bereits gefördert vorfand. Eines Tages erschreckte nun die emsig werkenden Zwerge zu früher Morgenstunde das mächtige Geläute der Kirchenglocken.

Ängstlich huschten sie in ihren Stollen auf und nieder und zeigten sich sehr traurig. Endlich vertraute sich ein Gnom dem ältesten der Steiger an und ließ diesem wissen, dass der Glockenschall die hilfsbereiten Zwerge verscheuche. Er sprach: "Wir müssen jetzt scheiden: denn wenn wir auch Christus geneigt sind, so dürfen wir ihn doch nicht nach Christenart verehren." Damit verschwand er und mit ihm die Schar der übrigen Zwerge, und keiner von ihnen wurde jemals wieder erblickt.

Eine andere Sage erzählt, dass im Jahre 1902 eine große Anzahl von Zwergen die Grenze beim Neuhäusl überschritten habe. Sie waren so klein, dass sie leicht unter dem Schlagbaum durchmarschieren konnten. Vorantrugen sie ein Fähnlein mit einem sonderbaren Zeichen. Sie redeten mit den Leuten, aber man verstand sie nicht.

Um Mitternacht hielten sie in der Dürrnberger Kirche ein feierliches Hochamt. Die Leute waren so neugierig, dass sie an den Fenstern Leitern anlehnten und hineinschauten.

Im selben Augenblick aber wurde alles finster und still, und die Bergmännlein waren verschwunden.

Weitere Sagen und Infos zum Dürrnberg finden sie hier

Rothenburg ob der Tauber und Umgebung

war die Wahlheimat zahlreicher Exulanten aus Österreich, besonders aus dem Waldviertel, Mühlviertel, aber auch aus Salzburg und der Steiermark.

Nachdem gestern ein so düsterer Bericht über "schrökkliche" Taten erschien, heute ein Bild, wie das wohl aussah.



Und wenn Sie mal Lust auf Rothenburg verspüren, schauen Sie sich mal schon virtuell um.

Donnerstag, 04.11.2004

Das waren Zustände während des 30-jährigen Krieges in Franken


Damit Sie einen Einblick bekommen, wie die Menschen vor ca. 370 Jahren lebten, welche Sorgen sie quälten, hier ein authentischer Bericht. Dies geschah noch während des 30-jährigen Kriegs in Franken (Franken war schon seit etwa 1590 beliebtes Einwanderungsland für Exulanten aus Österreich). Sie können aber auch vergleichen, wie die Sprache und Schrift sich entwickelte. Das macht die Ahnenforschung schwierig:

"?Anno 1632 Rotenburg an der Tauber leidet grosse Noth um den Obersten, ja bald gar über. Dies Jahr kein Pfahl ins Land zu Franken geführet worden.

1632 Rothenburg ob der Tauber leidet wegen dem Obersten große, wenn nicht gar schreckliche Not. In diesem Jahr ist kein einziger Baumstamm nach Franken gelangt.

Im Febr. grosse Armuthey im Holz, dass der Bekken-Paul nit bakken kan, man geb ihm denn Holz. Nichts denn lauter Jammer und Plünderns allenthalben gehöret. Markgraf Hanss-Georg liegt hie mit vielen Reutern, doch Martii wieder abgezogen; dagegen böse traurige Zeitung, weil der Tilli Hassfurth einbekommen. Viel Einquartierungen Königs in Schweden vorgangen.

Im Februar 1632 Es herrscht ein solcher Holzmangel, daß der Bäcker Paul nicht backen kann, wenn man kein Holz mitbringt. Man hört nur allseits lauten Jammer wegen Plünderungen. Markgraf Hans-Georg liegt im Ort mit vielen Reitern, doch zog er im Mai wieder ab. Jedoch gibt es böse und traurige Nachrichten: Tilly hat Haßfurth eingenommen. Es gab zuvor viele Einquartierungen des schwedischen Königs.

19. Mart. in die 8000 Schwedisch Kriegsvolk über Nacht hie gelegen, alle Häusser voll. Kann mich auch mein gn. Herr nit befreyen in meinem eigenen Hauss, (Herr Major gab mir allen guten Bescheid), hab etliche Soldaten und Huren drinnen liegend gehalten, beygesteuert, auch meine Pfarrstuben voller Hiesiger und Gnodstatter heute gehabt, sonderlich Gevatter Pfandharts Töchter und des alten Pfarrer Tochter. Mein eigener Keller ist mir aufgebrochen, aber allein der Trinkwein herausgelassen, der Ofen auch eingeschlagen.

19. 3. 1632 Um die 8000 Mann schwedisches Kriegsvolk lagen die Nacht über hier. Alle Häuser waren voll. Mein gnädiger Herr kann keine Ausnahme für mich und mein Haus bewirken. (Der schwedische Herr Major hatte sie mir zunächst noch zugesichert). Ich hatte viele Soldaten und Huren im Haus mitverpflegt. Auch meine Pfarrstube war voller Einheimischer und Gnodstädter, so auch die Töchter meines Taufzeugen Pfandhart und die Tochter des alten Pfarrers. Mein Keller wurde aufgebrochen, aber nur der Trinkwein herausgelassen. Der Ofen wurde auch eingeschlagen.

28. Mart. Hanss Thomas Seyfert Abends um 8 Uhr zwischen Eubelstatt und Wintershausen im Main ertrunken, XI. April gefunden und her gebracht worden.

28. 3. 1632 Abends um 8 Uhr ertrank Hans Thomas Seyfert zwischen Eubelstadt und Wintershausen im Main. Er wurde am 11. 4. 1632 gefunden und hierher gebracht.

3. April. Landsknecht oder Fussvolk zeucht mit Hauffen herein und wird einquartirt, 18. diess wieder hinweg.

3. 4. 1632 Landsknechte und Fußvolk zieht in Haufen herein und wird einquartiert. Am 18. 4. 1632 ziehen sie wieder ab.

XI. Jul. unsere Bürger uff die Partey geritten. Speckfeld ist von Kaysserlichen einbekommen und geplündert.

11. 7. 1632 Unsere Bürger ritten in den Kampf. Speckfeld wurde von den Kaiserlichen eingenommen und geplündert.

20. Jul. 1632 die Bürgerschaft allhier zu Markbrait den ganzen Tag in der Rüstung gestanden um scheinlicher Gefahr von den Kaysserlichen willen.

20. 7. 1632 Die Bürger von Marktbreit standen den ganzen Tag in ihrer Rüstung Wache, denn mögliche Gefahr drohte von den Kaiserlichen.

6. Aug. gilt ein Dreyling Salz 3 Bazen.

6. 8. 1632 Ein Dreiling Salz kostet 3 Batzen.

Den 3. und 4. Sept. grosse Gefahr hie wegen besorglichen Plünderns.

3. und 4. 9. 1632 Große Gefahr hier wegen möglichen Plünderungen.

4. Sept. einer hie erschossen worden, doch nit der rechtschuldige, der unter die Bürger geschossen, weilen ihm und seinem Gesellen nit Quartier geben worden.

4. 9. 1632 Eine Person wurde im Ort erschossen. Es war jedoch nicht der Schuldige, der unter die Bürger geschossen hatte, weil sie ihm und seinem Gesellen kein Quartier geben wollten.

XI. diess haben 40 Soldaten hereingewolt, Quartier zu machen, und sind wir Kirchen- und Schuldiener bey der Leich gejaget worden.

11. 9. 1632 40 Soldaten wollten in den Ort. Wir Geistlichen und die Schuldiener wurden schier zu Tode gehetzt.

Mitten im Oct. wieder grosse Gefahr wegen Durchzüg.

Mitte Oktober 1632 wieder große Gefahr wegen Truppendurchzügen.

NB. 21. Oct. hat ein Soldat Claussen Schäffers Sohn geschossen ohn Ursach von dem Ohr zum Mund heraus, dass der Kiefer und Kihnzähn weg.

21. 10. 1632 Nebenbemerkung: Ein Soldat hat ohne Grund auf den Sohn des Klaus Schäfer geschossen. Die Kugel ging durch das Ohr zum Mund heraus. Kiefer und Unterkieferzähne sind weg.

24. Oct. haben 300 Tragoner hereingewollt und der Oberst eine grosse Summam Gelds gefordert, aber Gott Lob nichts draus worden.

24. 10. 1632 300 Dragoner wollten in den Ort und deren Oberst forderte eine große Geldsumme. Gottlob ist nichts daraus geworden.

5. Nov. unser Ausschuss gen Kizingen gemüst.

5. 11. 1632 Unser Ausschuß mußte nach Kitzingen.

1. Dec. Hanss Weih sich selbst entleibt, den folgenden Morgen, nach der vernünfftigen Communion, die Ammefrau ihn gesegnet, das dann so wol geholfen, dass er sich selber am heimlichen Ort verletzt und einen Zeugen herausgeschnitten, so uff die Gasse geworfen; darüber gn. Herrschafft meinen Bericht begehrt.

1. 12. 1632 Hans Weh hat sich umgebracht. Nach dem ordentlichen Abendmahl hat ihn die Amme am nächsten Morgen gesegnet. Das wird wohl bewirkt haben, daß er sich sein Geschlechtsteil abschnitt und auf die Gasse warf. Darüber hat die gnädige Herrschaft meinen Bericht angefordert.?"

Die Quelle ist nicoly.de by Pfarrer Ammon

gestern war zu viel im Bush, keiner wollte Kerry mit Huhn

das Leben (oder Business) ging weiter, doch viele waren auch abgelenkt. Ein Beitrag im Tangoblog fiel mir dennoch auf. Deshalb möchte ich ihn auch hier veröffentlichen, weil er dort ohnehin öffentlich geschrieben steht:

Neues aus der Blog-os-phäre

Einer der eifrigsten Besucher, Kommentierer und Verbreiter der Beiträge aus diesem Blog (anderswo nennt man diese Leute "Muhezzin" ;-) hat nun selber einen Blog eröffnet: Immo, seit geraumer Zeit vorwiegend im salzburgischen auf der Suche nach seinen Ahnen mit dem Namen "Burgstahler" oder "Burgstaller". Seine Vorfahren sind wohl den vermaledeiten Protestantenvertreibungen etwa im Jahr 1685 zum Opfer gefallen.

Ich finde seinen Ahnenblog deshalb interessant, weil er für mich als in Salzburg Lebender viele interessante Informationen enthält und weil er zeigt, wozu man ein Blog auch verwenden kann. Erst seit 10 Tagen online, hat Immo bereits eine Unmenge an Material zusammengetragen. Wer sich auch für Ahnenforschung interessiert, möge in der "Ahnen-Burg" mal vorbeischauen, da kann man sich von der methodischen Herangehensweise Einiges abschauen.

Im Grunde bewegen nur zwei Fragen die Menschheit: Wie hat alles angefangen und wie wird alles enden? (Stephen Hawking)



Mittwoch, 3. November 2004, 10:34, von karl


So viel gute Worte konnte ich nicht ohne Kommentar stehen lassen:

immo de, Mittwoch, 3. November 2004, 11:33

Ahnen sind nicht verstaubt, sondern putzmunter lebendig

zumindest im Internetz. Und da geht es eben auch nicht bierernst, sondern mitunter auch humorvoll zu.

Tja Karl, Dir vor allem Dank, Du brachtest mich auf die Idee eines Blogs. Da schaute ich fleißig über die Schulter, stibitzte da und dort Anleitungen. So kommts. Und weil der Schwabe knauserig ist, soll es nichts kosten. Deshalb eine WebSite für die Ahnenforschung als Blog.

Dabei musste ich aber auch feststellen, wie viele nette, hilfsbereite User in der Blog-os-phäre sich tummeln. Dabei lernte ich so fröhliche Menschen wie majo von IT&W, macfrisbee von totally fuzzy, jacqueline godany von VERFLIXT UND ZUGENEWST, Jörg Kantel von DER SCHOCKWELLENREITER und viele mehr, zumindest virtuell kennen.


Aber was mich doch verwunderte, dass mein doch seltener Vorname in Teilen der Blogosphäre bereits besetzt ist. Deshalb muss ich mich da und dort als immo de melden ;-)


Grundbesitz von Joseph Schaitberger am Dürrnberg

Sehr detailliert und anschaulich schreibt Hermann Langer in seinem Buch:
Joseph Schaitberger
Ein evangelischer Glaubenskämpfer des 17. Jahrhunderts
Seine Familie und seine Anhänger
Die Auswanderer von Dürrnberg und Berchtesgaden zwischen 1685 und 1710

Herausgegeben von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1985


"? Im Notelbuch unter der Nummer 937/56, vom 18. Dezember 1683, heißt es u.a.: Joseph ist jetzt Alleinbesitzer, noch ledig.? Eine weitere Eintragung vom 18. Dezember 1683, Niederplaick betreffend, hatte festgehalten: Vom Sohn und Bruder Joseph um 560 Gulden und 50 Gulden Fahrniß erkauft.

Eine Notelbucheintragung unter Nr. 938/121 - 123, vom 1. April 1686 lautet: Joseph Scheidtperger, alleinig am Gut gestanden, macht freien Verkauf an Hanns Prochenberger, alleinig. Dafür ist ihm eine Summe des zu bezahlenden Geldes und sonsten im anderweg eine sattsames Begnügen geschehen. Joseph Schaidtberger mußte aber das Geld seiner Mutter und seinen Geschwistern als noch schuldige Kaufsumme weitergeben. Darüber heißt es in derselben Eintragung: Mutter und Geschwister geben ihrem Sohne und Bruder Quittung, daß er anheut die Kaufsumme bezahlt und angewiesen hat. Dem Verkäufer verbleiben über alle Schulden hinaus noch 10 Gulden.

Das Lehen der Schaitberger, Plaik 16, hat also einen neuen Besitzer, nämlich Hanns Prochenberger, nachdem es 56 Jahre den Schaitbergern gehört hatte. ?"



Suchen Sie mit und finden Sie Plaik 16. Es ist einfach, weil eingekreist (Quelle und Authenzität nicht gesichert). Vielleicht können Sie auch das Haus von Simon erkennen?

Die mehrfach unterschiedlichen Schreibweisen der Vor- und Familiennamen sind korrekt wieder gegeben.



Mittwoch, 03.11.2004

Antispam - es läppern sich schon etliche Spams, auch bei Ahnen.

Abhilfe hier! Kampf dem Spam! Hier klicken!


und hier schrieb schon Der Schockwellenreiter in einem früheren Beitrag:

hier klicken:



während ich hier die Spuren rückwärts verfolge,

nämlich ca. 350 Jahre nach Simons Spuren suche, geht es auch anders herum: Sichern Sie sich die Spuren für Ihre Nachwelt im voraus:

Dazu schrieb heute die Stuttgarter Zeitung:

"Eigener Nachruf als Internetdenkmal"

Der Artikel steht online noch nicht zur Verfügung, aber die Webadresse des Anbieters. Damit setze ich den Link www.my-last-goodbye.de gern an dieser Stelle.

So kann man sich sein digitales Andenken selbst "stricken", bevor andere ewig recherchieren und dabei vielleicht ein ungewolltes, falsches Bild produzieren.


Ahnenforschung mit Internet erhöht das Tempo

Wenn Sie meinen Blog verfolgen: seit 10 Tagen online. Heute Nacht erhielt folgendes Mail:

"Greetings! Very nice website! Do you mind if I put a link to your site from my site www.exulanten.com ? Thank you sincerely,Linda Schaitberger USA"

Damit setze ich den Link http://www.exulanten.com gern, er steht ja auch schon an anderer Stelle in meinen Beiträgen zu Dürrnberger Emigranten und Berchtesgadener Emigranten.

Was ich damit sagen möchte: So schnell und unkompliziert geht das heute. Keine großen Briefe. Einfach im Web surfen. Schon wieder eine neue Fundstelle. So macht Ahnenforschung Spaß.

Natürlich werde ich mit Linda Schaitberger in USA mailen, vor allem Sylvan diese Quelle zur Verfügung stellen.

Dienstag, 02.11.2004

Wiener Adel wieder aufgelebt:

Gestern wurde in Wien die eilige Prinzessin geboren. Lesen Sie selbst - was im Internet steht, ist wahr (wie bei der Zeitung). Zumindest freuen sich die Eltern und die Blogosphäre gratuliert recht herzlich.


Montag, 01.11.2004

Kennen Sie Wain? Richtig Wain nicht Wein!

Wain liegt liegt rund 30 Kilometer südlich von Ulm. In der langen Geschichte Wains - erste urkundliche Erwähnung 1160 - war die über 200jährige Herrschaft der freien Reichsstadt Ulm in besonderem Maße prägend.

In die Ulmer Zeit fielen die Einführung der Reformation 1573 und die Ansiedlung der Kärntner und Steiermärker Glaubensflüchtlinge (Exulanten) in den Jahren 1650.



Wain und Arriach in Kärnten verbindet nicht nur das Schicksal der Exulanten, mittlerweile auch eine lebhafte Städtepartnerschaft. Den Exulanten zur Erinnerung wurde kürzlich dieser Brunnen in Wain eingeweiht.

Arriach unterstand kirchlich der Pfarre Treffen und fühlte sich stark vernachlässigt. Eine Kommission von 300 Landknechten unter der Anführung des Bischofs von Seckau sollte ab September 1600 die Kärntner "gefügig" machen, jedoch waren hunderte Bauern entschlossen, diesen Landsknechten entgegenzuziehen.

Aufgrund des entschlossenen Auftretens der Bevölkerung wählte die Kommission einen anderen Weg und blieben die Arriacher und Bewohner des Gegendtales vorerst vor der Wiederbekehrung des steirischen Bischofs verschont. In der Folgezeit konnten die Arriacher auch nur unter bitteren Umständen ihrem lutherischen Glauben treu bleiben, da sie ja dem Pfleger von Afritz unterstanden.

Für die Arriacher und deren Nachbarn begann nun die sorgenvolle Zeit des Geheimprotestantismus.

Am 28. Jänner 1651 wurden alle ortenburgischen Untertanen, die nicht dem katholischen Glauben zugetan waren, ins Amt geladen. Es wurde ihnen feierlich erklärt, dass sie das Land quitieren und räumen müssen, wenn sie den Glauben nicht annehmen.

Eine große Anzahl der Emigranten von Arriach fanden im Herrschaftsgebiet der freien Reichsstadt Ulm eine neue Heimat. Die südlich von Ulm gelegene Gemeinde Wain ist durch die Pest und durch die bitteren Folgen des Dreißigjährigen Krieges stark gelichtet worden, dass sie mit Freude die bedrängten Volks- und Glaubensgenossen aus Kärnten aufnahm.

Dazu an anderer Stelle mehr.


Sonntag, 31.10.2004

einmal zur 10. und 11. Generation nach Simon

zu mir schrieb ich mittlerweile schon ein ganze Menge. Sonst klicken Sie gern nochmals hier:




Diese WebSite gehört meiner Frau. Sie ist Kommunikationswissenschaftlerin, studierte an der Uni Hohenheim - klick:




Unser Sohn Michael fing schon als Schüler mit Computer an. Natürlich mit dem


Apple IIe.


Ich kann mich noch gut entsinnen: Er hatte so flinke Finger, dass ich beim Flippern immer verlor. Bei ihm entwickelte sich das experimentieren mit dem Computer sehr rasch, bei mir nach und nach.

Hier einige Beispiele unseres Sohnes: alle hier aufgeführten WebSites sind von ihm konzipiert, technisch und im Design entwickelt sowie auf eigenem Server gehostet:

Info klick mich:


Info klick mich:


Info klick mich:


Info klick mich:


Info klick mich:


Info klick mich:



Die Ahnen-WebSite hier ist ohne Hilfe von Michael entstanden ;-), etwas Unabhängigkeit muss ich mir schon bewahren!


Österreicher finden in Württemberg eine neue Heimat

beschreibt Ulrich Maier ein besonderes Kapitel in seinem Buch ?Fremd bin ich eingezogen ??: Zuwanderungen und Auswanderungen in Baden-Württemberg.

??1686 hatte Schaitberger auf der Flucht das Lied (siehe unten) geschrieben. Damals lag der Beginn der Vertreibung der ersten Protestanten aus den habsburgischen Ländern und den angrenzenden katholischen Fürstentümern bereits über hundert Jahre zurück. Die jeweiligen Herrscher verfolgten mit unterschiedlicher Konsequenz ihr Ziel und so konnten sich einzelne protestantische Gemeinden, meist in abgelegenen Gebirgstälern, noch lange Zeit halten. Schaitberger gehörte zu einer der letzten großen Gruppen, die sich auf den Weg in die protestantischen Reichstädte und Herrschaften Süddeutschlands machen mussten. Lange hatten die Salzburger Erzbischöfe gezögert, die Bergknappen aus Dürnberg zu vertreiben. Als geschätzte Fachkräfte brauchte man sie und so wurden sie noch stillschweigend geduldet, während Tausende Glaubensbrüder bereits außer Landes gejagt worden waren. Schließlich traf es auch die Dürnberger Knappen. Mit Schaitberger als ihrem geistlichen Führer verließen sie das Land. In den nahe gelegenen protestantischen Reichsstädten wie Nürnberg, Augsburg und Ulm, aber auch in den Städten des evangelischen Herzogtums Württemberg fanden sie Aufnahme. ??

Wird fortgesetzt


Schaitbergers bekanntestes "Trostlied eines Exulanten":

"Ich bin ein armer Exulant,
Also muss ich mich schreiben.
Man tut mich aus dem Vaterland,
Um Gottes Wort vertreiben.

Doch weiß ich wohl, Herr Jesu mein,
Es ist dir auch so gangen,
Und soll ich jetzt Nachfolger sein,
Mach`s Herr! nach deim Verlangen.

Den Glauben hab ich frei bekannt,
Des darf ich mich nicht schämen:
Ob man mich einen Ketzer nannt'
Und tut mir's Leben nehmen.

So geh' ich heut von meinem Haus,
Die Kinder muss ich lassen;
Mein Gott! Das treibt mir Tränen aus,
Zu wandern fremde Straßen.

Wer dieses Liedlein hat gemacht,
Der wird hier nicht genennet.
Des Papstes Lehr hat er verlacht,
Und Christum frei bekennet."





Dürrnberger Emigranten und Berchtesgadener Emigranten

werden von historisches-franken.de sehr ausführlich beschrieben.

Ein ganz besonderes Kapitel ist den Exulanten von Dürrnberg und Berchtesgaden, die etwa 1685 wie unser Simon das Land verließen, gewidmet. Lesen Sie selbst hier oder wenn Sie einzelne Namen suchen.

Dort gibt es noch mehr historische Zeichnung und Bilder wie den Auszug der Salzburger Emigranten




Und hier der Link zu home historisches-franken.de

Namen aus anderer Quelle im Internet. Mein Simon ist leider nicht zu finden :-(

Die vollständige Homeadresse dieses interessanten Links.

Samstag, 30.10.2004

Die Kirche in Spöck um 1730



So müsste sie Simon gesehen haben. Vermutlich sah sie auch an seinem Todestag 16.2.1712 so aus.

Freitag, 29.10.2004

Die Salzburger Familiennamen

Ihre Entstehung, Herkunft und Bedeutung

Leopold Ziller, Herausgegeben von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1986 (liegt auf in Württembergische Landesbibliothek Stuttgart)

zu Burgstaller auf Seite 58 folgender Eintrag:

"Burgstaller:
Verbreitung: Salzburg
Herkunft:
1. Gemeinde Burgstall, O. Wörtherberg, Gem. Rauris;
2. Gemeinde Burgstall, O. u. Gem. Scheffau, urkundlich 1418 Purkstal (U 242/5);
3. Gemeinde Burgstall, Gem. Hollersbach;
Bedeutung: Gut an Stelle einer einstigen Burg;
da auch in Oberösterreich der Ortsname Burgstall sehr häufig ist (30!), ist die Herkunft des Familiennamen der einzelnen Namensträger völlig ungesichert."

Die berühmte Stecknadel im Heuhaufen. Wer hilft suchen?
Vielleicht einheimische Namensträger?

Mein Urvater war Karl der Große!

diese kühne Behauptung könnte wahr sein - ich will sie nicht beweisen. Liegt doch über 1200 Jahre zurück. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Bei den meisten Lesern auch.

In SPIEGEL ONLINE dazu ein interassentes Rechenmodell:

"Urvater der Menschheit lebte vor 2300 Jahren

Gibt es den Urvater, einen gemeinsamen Vorfahren aller Menschen? Und falls ja, wann hat er gelebt? Forscher sind nach aufwendigen Simulationen zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Einen Universal-Urahnen gab es rein rechnerisch vor erst 2300 Jahren. ?"

Den kompletten Beitrag finden Sie hier

Donnerstag, 28.10.2004

Einwohner in Staffort und Spöck 1709

Auszug aus dem Einwohnerbuch der Markgrafschaft Baden-Durlach im Jahre 1709







Servicelink:
Herkunft Teil 3
Herkunft Teil 2
Herkunft Teil 1
Einwohnerbuch von 1709

verwirrend bei der Datenbank Mormonen ist

dieses Ergebnis bei der Suche nach Simon Burgstahler.

Es wurde in Staffort (Nachbardorf von Spöck) ein Simon 1684 geboren, bevor Simon 1685 einwanderte?

Unser Simon wird als vor 1672 geboren aufgeführt. Und unter Pedigree Resource File ist unser Simon wieder mit Geburtsort Salzburg verzeichnet.

Vielleicht liegt hier auch ein Datenbankfehler der Mormonen vor. Oder kann mich ein Experte einmal bitteschön aufklären?


Mittwoch, 27.10.2004

Vier Theorien des Herkunftsortes von Simon Burgstaller:

1. Hallein, Dürrnberg, Berchtesgaden (original englisch) oder Berchtesgaden (übersetzt deutsch). Dafür spricht die Jahreszahl der erwähnten Auswanderung 1685. Auch der Hinweis in meinen Dokumenten auf Jos. Schaitberger. Der Name Steining und Steininz ist nicht festzustellen. Dazu müsste ich noch weiter recherchieren und abwarten, bis Antworten aus Österreich kommen. Eventuell muss ich nach Salzburg fahren und die Kirchenbücher (Matriken), Urbaren (Urkundensammlungen für Geschäfte, also Grundbesitzverkauf), Seelenbeschreibungen (Volkszählungen), Notelbücher (eine Art Steuerakte für Lehen und Grundbesitz) direkt einsehen. Etwas spricht dagegen: Die Auswanderer unter Joseph Schaitberger (1685/86) sind fast ausnahmslos nach Nürnberg, ein Teil nach Regensburg (ständiger Sitz des Reichstages) und ganz wenige nach Augsburg gezogen (1731/32 bei der großen Vertreibung wählten viele Preussen, Ostpreussen bis Russland). Viele sind aber ?still? emigriert, also nicht in großen Gruppen und mit viel Aufsehen ausgewandert, sondern heimlich in kleinen Grupp